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Kampf gegen Wüstenbildung

Wie ein indischer Guru mit einer Motorrad-Weltreise die Erde retten will

Foto: Ein kräftiger Südwestwind bringt Staubpartikel aus der Sahara bis nach Deutschland.

Kampf gegen Wüstenbildung: Auch die Sahara breitet sich aus.

Neu Delhi. Ein bekannter indischer Guru will 100 Tage lang mit seinem Motorrad von Land zu Land fahren – um Leute „aufzuwecken“. Er wolle dafür sorgen, dass ein Desaster abgewendet wird, wie er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagt. Es geht ihm um die Gesundheit der Erde. Auf dieses Thema machen ebenfalls die Vereinten Nationen aufmerksam, die gegen die Wüstenbildung kämpfen. Nach ihren Angaben ist rund ein Drittel der Erde auf der Welt degradiert, wertvolle Nährstoffe fehlen. Bis 2050 könne dies sogar bei 90 Prozent der Erde der Fall sein. Und der Guru will nun, dass dies mehr Leuten bewusst wird und Politiker handeln.

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Es gehe auch um Lebensmittelsicherheit, sagt Sadhguru, der eigentlich Jagadish Vasudev heißt. Die Erde sei ein ausgeklügeltes, lebendes System. Aber die meisten Landwirtschaftsministerien der Welt würden Erde als sogenannte inerte Substanz betrachten, zu der man einfach einige Chemikalien hinzufügen könne. Aber Düngemittel könnten nicht immer retten, betont der Guru. Man könne Düngemittel nur nutzen, um lebende Erde etwas besser für einen arbeiten zu lassen. Aber: „Wenn die Erde stirbt, lass sie Düngemittel nehmen, lass es in die Hände der Wüste geben und für uns Getreide wachsen lassen.“

„Sollte ich fliegen? Wäre das besser?“

Sadhguru war schon quer durch Europa unterwegs, unter anderem in Berlin und Köln. Immer wieder tritt er auf, auch mit Influencern. Er trifft Politiker und Vertreter der Vereinten Nationen.

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Aber warum ist er mit dem Motorrad unterwegs, wenn er sich so für Nachhaltigkeit einsetzt? „Das ist hier nicht Umweltschutz, das ist ein menschliches Herz, das für das Leben um uns herum schlägt“, sagt er. „Sollte ich fliegen? Wäre das besser? Sollte ich mit einem Auto fahren? Wäre das besser? Oder möchten Sie, dass ich mit meinen 65 Jahren 30.000 Kilometer mit dem Fahrrad fahre?“ Solche Kritik lässt er nicht gelten und sagt weiter: „Sie sollten mal die Wetterbedingungen sehen, in denen ich fahre. Was soll das alles? Es geht darum, die Idioten aufzuwecken, die nie wegen irgendwas aufwachen. Ich rede schon seit 30 Jahren darüber und die Leute sagen: „Sadhguru, das ist fantastisch, Sadhguru. Du leistest großartige Arbeit und geh schlafen.“ Also dachte ich, dass ich was tue.“

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Er wolle die Leute mit seiner Aktion aus ihrer Trägheit herausbringen. Auch glaubt er, mit dem Motorrad und mit Musik bei seinen Veranstaltungen gerade junge Menschen zu inspirieren.

Noch könne das Desaster abgewendet werden

„Ich möchte sicherstellen, dass wir als Generation kein Desaster sind“, sagt der Guru. Würde jetzt in den kommenden 15, 20 Jahren gehandelt, könnte ein Desaster abgewendet werden.

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Das spezielle an seiner Mission sei, dass er dabei nicht viele Probleme auf einmal angehe. Dann würde es beim Umsetzen politischer Lösungen schwierig. Deutschland würde nach offiziellen Zahlen mehr organische Bestandteile in der Erde haben als viele andere Länder. Allerdings sei dieser Anteil in dem gemäßigten Klima auch nicht wirklich gut. Die Regierung könne Bauern Anreize geben, den organischen Bestandteil zu erhöhen, findet er.

„Das ist Mord an der Erde“

„Die Erde ist die Quelle allen Lebens, das man sieht“, sagt Sadhguru. Aber jetzt würde die Erde tief gepflügt und offen liegengelassen. „Das ist Mord an der Erde.“ Zumindest sollten zwischendurch Pflanzen gesetzt werden, die die Erdqualität verbesserten statt geerntet zu werden. Das habe man vor 50 Jahren getan und jetzt nicht mehr.

Den Bauern möchte er, der schon auf Bauernhöfen gelebt und gearbeitet habe, aber nicht vorschreiben Biolandwirtschaft zu betreiben. „Ich sage nie, nutzt keine Dünger, Pestizide, dies und das, weil wenn man jetzt keine Chemikalien nutzt. Wenn man jetzt stoppt, dann verringert sich unsere Lebensmittelproduktion auf 25 Prozent“, erklärt der Guru. „Das wäre das schlimmste Desaster, das man auf dem Planet entfalten kann.“ Aber wenn man den organischen Bestandteil erhöhe, müsse man künftig auch weniger Chemikalien einsetzen.

RND/dpa

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