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Wie bei George Floyd? Polizist in Düsseldorf drückt Mann mit seinem Knie auf den Boden

  • “Jetzt weiß ich, wie Floyd sich gefühlt hat” – das sagt ein Jugendlicher, der in Düsseldorf harsch von Polizisten festgenommen wurde.
  • Videos zeigen, wie ein Polizist auf einem jungen Mannes kniet, während ein anderer seine Hände auf dem Rücken fixiert.
  • In den Sozialen Medien sorgen die Aufnahmen für viel Kritik am Vorgehen der Polizisten.
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Düsseldorf. Videos von einem harten Polizeieinsatz in Düsseldorf sorgen in sozialen Medien für Aufsehen. Zu sehen ist in verschiedenen, bis zu 15 Sekunden langen Videos, wie ein Polizist mit seinem Knie einen jungen Mann auf den Boden drückt, um seinen Oberkörper zu fixieren. Ein zweiter Polizist hält die Arme auf dem Rücken des jungen Mannes fest.

Jugendlicher war am Einsatzgeschehen zunächst nicht beteiligt

Auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland sagte die Polizei Düsseldorf am Sonntagmittag, man sei dabei, die Aufnahmen zu verifizieren. Das ist bis zum Abend offenbar geschehen, wie die Polizei Düsseldorf in einer Pressemitteilung schreibt. Beamte seien am Samstag gegen 19.30 Uhr zu einem Restaurant gerufen worden, weil dort zehn Jugendliche randaliert haben sollen. Ein am eigentlichen Geschehen unbeteiligter Jugendlicher habe dann aber die polizeilichen Maßnahmen gestört und sei übergriffig geworden, als die Polizisten seine Personalien aufnehmen wollten.

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Der Jugendliche habe die Polizisten angegriffen, heißt es in der Stellungnahme der Polizei. Zu dem harschen Vorgehen der Beamten finden sich kaum Worte in der Mitteilung. Man analysiere und bewerte das Video intensiv “auch hinsichtlich der Art und Weise des polizeilichen Einschreitens”. Aus Neutralitätsgründen ermittelt die Polizei Duisburg, weil es sich um den Verdacht eines Beamtendeliktes handele.

“Jetzt weiß ich, wie Floyd sich gefühlt hat. Ich habe es am eigenen Leib erlebt, nur dass ich am Leben bin”

Über das Opfer ist bisher wenig bekannt. Über seinen Instagram-Account meldete sich der Jugendliche, der in Polizeiobhut genommen und auf dem Präsidium seinen Erziehungsberechtigten übergeben wurde, zu Wort: “Jetzt weiß ich, wie Floyd sich gefühlt hat. Ich habe es am eigenen Leib erlebt, nur dass ich Gott sei Dank am Leben bin und Floyd leider Gottes nicht.” George Floyd starb Ende Mai, als ein Polizist bei einem Einsatz auf seinem Hals kniete. Mehrfach sagte er, er bekomme keine Luft. Sein Tod löste eine Debatte um Rassismus und Polizeigewalt in den USA und weltweit aus.

Auch Seitens der Politik ist das Video bereits Thema, wie der WDR berichtet. Demnach sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums, dass man das Video sehr ernst nehme. “Sollte es bei dem Einsatz zu Fehlverhalten von Polizisten gekommen sein, wird dem selbstverständlich konsequent nachgegangen.” Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel äußerte sich und bezeichnete die Bilder als verstörend. Der SPD-Politiker fordert eine “unverzügliche Aufklärung”, so der WDR.

RND/msk/am

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