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Kaum bis kein Regen bis zum Monatsende

Meteorologe: „Könnte der trockenste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden“

Ein Bauer lockert mit seinem Traktor den trockenen Boden eines Hopfengartens auf.

Der März bringt in diesem Jahr frühlingshafte Temperaturen mit sich – mancherorts zeigte das Thermometer bis zu 20 Grad an. Was Experten aber beunruhigt, ist der ausbleibende Regen. Der Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met, sagte am Mittwoch in einem Video des Wetterportals „wetter.net“: „Das sind ja schlimme Aussichten in Sachen Niederschläge. Nach den aktuellen Regenfällen könnte es am Donnerstag im Norden noch letzte Tropfen geben und dann wäre bis Monatsende Trockenheit angesagt.“

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„Sollte sich die Trockenheit bis Monatsende fortsetzen, wäre das eine Jahrhundertdürre. Noch nie war ein März seit 1881 so trocken“, erklärte Jung. Vielen Flüssen würden niedrige Pegelstände drohen.

Meteorologe: „Können nicht von einer Dürre sprechen“

Laut Meteorologe Jürgen Schmidt von „Wetterkontor“ ist es zwar außergewöhnlich trocken, aber: „Von einer Dürre würde ich nicht sprechen“, sagt der Experte am Freitag gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Weil es im Februar in manchen Landesteilen doppelt so viel geregnet habe und teilweise auch überflutet gewesen sei, sei der Boden noch sehr feucht.

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Schmidt bestätigt aber, dass es bis zum Ende der nächsten Woche voraussichtlich keinen Niederschlag mehr geben wird. „Wenn das so bleibt, könnte es der trockenste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (1881) werden“, erklärt er. Trotzdem sehe der Meteorologe noch keine großen Probleme. „Es ist selten, dass es so lange trocken ist, aber die flache Sonneneinstrahlung lässt noch nicht allzu viel Wasser verdunsten“, sagt Schmidt. Der Experte empfiehlt eine Website, auf jeder nachschauen kann, wie trocken der Boden aktuell ist. „Nach Betrachtung dieser Grafiken können wir nicht von einer Dürre sprechen.“ Höchstens im Süden und Südwesten könnte der Boden etwas zu trocken sein.

Den trockensten März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebte Deutschland im Jahr 1923. Damals fielen nur rund 17 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags für den Monat.

Frühlingsbeginn mit viel Sonne und knapp 20 Grad

Pünktlich zum kalendarischen Frühlingsbeginn am Sonntag (20. März) geht es mit den Temperaturen in Deutschland kräftig nach oben. Dazu gibt es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in den meisten Regionen Sonne pur. Nur im Westen halten sich zunächst noch einzelne Wolkenfelder – die allerdings mit Beginn der neuen Woche am Montag verschwinden. „Im Westen kratzen die Temperaturen dann erstmals in diesem Jahr an der Marke von 20 Grad“, sagt ein DWD-Meteorologe am Freitag.

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Ursächlich für das traumhafte Frühlingswetter ist ein gewaltiges Hochdruckgebiet über Deutschland („Peter“), das langsam in Richtung Dänemark und Ostsee zieht und so den Weg frei macht für milde Luft aus dem Süden. Die Temperaturen liegen entsprechend am Sonntag noch zwischen zehn und 15 Grad, am Montag dann schon bei 13 bis 19 Grad. Nur an der See bleibt es mit zehn Grad weiterhin recht frisch.

Waldbrandgefahr steigt

Durch den ausbleibenden Regen steigt in vielen Landesteilen die Waldbrandgefahr – wie beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. In sieben der neun Forstämter im Nordosten galt am Anfang der Woche Warnstufe drei – die dritthöchste von insgesamt fünf Warnstufen. Die entspanntere Warnstufe zwei galt nur noch in den küstennahen Forstämtern Bad Doberan und Poggendorf, wie die zuständige Landesforstanstalt in Malchin mitteilte. Bei Stufe drei beginnt der Bereitschaftsdienst in den Forstbehörden.

Die Menschen sind dazu aufgerufen, offenes Feuer in der Nähe von Wäldern zu vermeiden. Die Hauptgefahr gehe von achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen aus, betonte ein Sprecher der Landkreises Vorpommern-Greifswald. Eine weitere große Gefahr gehe von den Katalysatoren von Autos aus, die mehrere Hundert Grad heiß werden könnten. „Wer mit seinem Fahrzeug vertrocknete Weiden, Grasflächen oder Felder befährt, handelt ähnlich fahrlässig wie jemand, der brennende Zigarettenreste wegwirft“, erklärte der Sprecher. Wer sein Auto auf trockenem Gras parke, riskiere nicht nur einen Großbrand, sondern auch den Verlust des Autos.

RND/nis mit dpa

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