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Von einem Extrem ins nächste: seltener Sahara-Staub in Deutschland

Dass ein Sahara-Sturm in Deutschland möglich ist, zeigte sich bereits am ersten Wochenende im Februar – hier in Stuttgart. Staub und Sand lagen in der Luft und färbten den Himmel schwefelgelb. Gleichzeitig war die Sichtweite begrenzt.

Dass ein Sahara-Sturm in Deutschland möglich ist, zeigte sich bereits am ersten Wochenende im Februar – hier in Stuttgart. Staub und Sand lagen in der Luft und färbten den Himmel schwefelgelb. Gleichzeitig war die Sichtweite begrenzt.

Hannover. Das Wetter in Deutschland fällt von einem Extrem ins nächste: Nach tagelangem Dauerfrost brachte das Wochenende den gefühlten Frühling, Temperaturen über 20 Grad und Sonnenschein ließen die Menschen die starken Schneefälle der vorherigen Tage vergessen. Die Unterschiede waren extrem, am heftigsten in Göttingen: Dort hatte das Thermometer noch am Valentinstag minus 23,7 Grad gemessen, eine Woche darauf, am 21. Februar, war es 18,1 Grad warm. „Eine echte Wetterschaukel, wenn man das so möchte“, sagt Meteorologe Frank Böttcher.

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Jetzt erwartet Deutschland das nächste Wetterphänomen: Ab Montag kommt Sahara-Luft auf uns zu – und mit ihr Staub und Sand. Der Wind, der aus Afrika nach Mitteleuropa strömt, sorgt im Osten des Landes für Schleierwolken, auch über Norddeutschland weht er in der Nacht – und das „in einer Konzentration, die sehr selten ist“, wie Böttcher erklärt. „Das bringt einen fantastischen rot leuchtenden Sonnenuntergang am Montag.“ Auch am Dienstagmorgen ist das Spektakel am Himmel in den östlichen Regionen Deutschlands zu sehen.

Sahara-Sand reicht bis nach Mitteleuropa: Wie kann das sein?

Der orangefarbene Himmel entsteht durch eine Kombination aus meteorologischen Prozessen. „Auf der einen Seite kommt die Kaltluft vom Norden nach Europa, auf der anderen Seite die Warmluft aus Nordafrika und Südeuropa“, sagt Böttcher. Der sogenannte Jetstream, also ein Bündel aus sich dynamisch verlagernden Starkwindbändern, ist gestört. Der Staub wird von den Luftmassen transportiert.

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„Der Klimawandel erhöht die Zirkulation und macht die Wetterlage extremer“, erklärt Meteorologe Sven Plöger. Die warme Luft, so die Wetterexperten, ströme öfter aus Südosteuropa nach Mitteleuropa. Und wenn sie kommt, sei sie im Mittel zwei Grad wärmer als noch vor 30 Jahren.

Ein seltenes Phänomen – und doch nicht der erste Sahara-Wind im Februar

Dass Staub aus der Sahara Deutschland kreuzen kann, zeigte sich bereits am ersten Wochenende im Februar: So tauchte der Staub den Himmel beispielsweise in Teilen Bayerns in trübes Licht. Ursache war ein Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa: Auch in diesem Fall transportierten die entstandenen Winde Staub aus der Wüste über das Mittelmeer direkt nach Deutschland – und zum Beispiel nach Spanien, Frankreich oder in die Schweiz. In den sozialen Medien teilten viele Aufnahmen der hohen Sandkonzentration. Dabei entstanden Aufnahmen, die ein nahezu apokalyptisches Szenario schafften.

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Wie lange bleibt die warme Luft?

Das Frühlingswetter mit bis zu 20 Grad hält in den kommenden Tagen vorerst an. „Bis Ende Februar ist keine Rückkehr des Winters zu erwarten“, sagt auch Jürgen Schmidt vom Wetterdienst Wetterkontor. Durch die neue Warmluft am Mittwoch sind Böttcher nach stellenweise sogar Wärmerekorde möglich.

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Anschließend prognostizieren Meteorologen derzeit in weiten Teilen des Landes Temperaturen um die zehn Grad – was auch noch zu warm für die Jahreszeit wäre. Ob dann noch mal ein Schub kalter Luft auf uns zukommt und der Winter damit zurückkehrt, wisse man derzeit noch nicht genau. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 40 Prozent.

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