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Sonne, Schnee, Wärme, Kälte: Ist dieses Aprilwetter noch normal?

  • Sonne, Schnee, Hagel, Regen – und das alles innerhalb von ein paar Minuten.
  • Der diesjährige April ist besonders wechselhaft. Ist das noch normal?
  • Ein Meteorologe klärt auf – und gibt einen Ausblick auf den Rest des Frühlingsmonats.
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Erst sonnig und warm, dann plötzlich kalt, irgendwie schneit es unerwartet und wenn das alles überstanden ist, mischt zu guter Letzt auch noch ein Gewitter mit. Dieser April scheint fast exemplarisch aprilhaft zu sein – schließlich heißt es ja „Der April macht, was er will“. Dass an ständig zitierten Sprichwörtern sogar etwas dran sein kann, bestätigt Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst „Wetterkontor“. „Der Wechsel von Sonne, Schauern und Schnee ist im April grundsätzlich nicht unnormal“, sagt er gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Auch wenn erst einmal absurd anmutende Fotos von kräftig rosa blühenden Kirschbäumen vor blauem Himmel mit dicken Schneehauben kursieren – das beunruhigt einen gestandenen Meteorologen nicht.

Besonders ist das aktuelle Aprilwetter dennoch: Denn auch wenn der Frühling sich in der Natur schon zeigt, wettertechnisch ist er noch nicht wirklich durchgebrochen. „Der April ist bis jetzt zwischen drei und fünf Grad zu kalt, wenn man die letzten 30 Jahre als Vergleichswerte nimmt“, sagt Schmidt – und das, obwohl im Süden am vergangenen Wochenende die 20-Grad-Marke geknackt wurde. Doch gibt Schmidt auch zu bedenken, dass der April mit ein paar wirklich warmen Tagen auch wieder im Durchschnitt landen könnte – immerhin ist der Monat ja erst zur Hälfte herum.

Schuld ist der Polarwirbelsplit

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„Diese Schauer sind aber sehr interessant“, sagt der Meteorologe. „Frühmorgens ist es meist sehr sonnig, dann wärmt die Luft durch die schon starke Sonne auf, steigt weit nach oben, kühlt sich dort ab. Dadurch entstehen die Schauer – und wenn es in den höheren Lagen richtig kalt ist, auch Schnee.“

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Das wechselhafte Aprilwetter, an das die Deutschen nach zu warmen Aprilmonaten in den vergangenen Jahren gar nicht mehr gewöhnt sind, ist auf den Polarwirbelsplit zurückzuführen, sagt Schmidt. Normalerweise liege der Polarwirbel wie eine Schallplatte über dem Nordpol. Zur Zeit ist er aber in zwei Hälften geteilt – ein Teil liegt über Kanada und Alaska, der andere über Skandinavien und Nordrussland. Und dieser instabile Polarwirbel hängt durchaus mit dem Klimawandel zusammen. „Der Polarwirbelsplit bewegt sich immer wieder zu uns, dann wird es kalt.“ Vor allem geschehe dies, wenn der Wind aus dem Norden komme. Denn wenn der Wind aus dem Süden käme, brächte er schon warme Luft vom Kontinent mit.

Am Wochenende wird es ein bisschen wärmer

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Doch gibt Schmidt auch Entwarnung: „Wir brauchen keine Angst haben, dass wir im Sommer noch mit Winterklamotten herumlaufen müssen. Es wird wärmer – nur halt sehr langsam.“ Das Wetter scheint derzeit auf das Motto „zwei Schritte vor, ein Schritt zurück“ zu reagieren. Denn laut Schmidt soll es zum Wochenende schon mit Temperaturen bis 15 Grad ein bisschen milder werden – am Samstag schon im Westen, am Sonntag dann auch im Osten – bis es sich zur Mitte der kommenden Woche wieder abkühlt.

Eine Hitzewelle ist derzeit nicht auf dem Weg. „Unsere Prognosen reichen bis zum 23. April. Es sieht nicht so aus, als würde es in der Zeit richtig warm werden.“ Das bedeute, dass es bei den derzeitigen Durchschnittswerten bleiben könnte – und der April 2021 als deutlich zu kalt in die Wetteraufzeichnung eingehen kann. Wenn der Frühling es nicht doch noch schafft, durchzubrechen – und der Schnee endgültig von den Kirschblüten fernbleibt.

RND/goe

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