• Startseite
  • Panorama
  • Wetter in Deutschland: Hoch „Waltraud“ bringt Sommer – der Mai könnte dennoch Kälterekord brechen

Hoch „Waltraud“ bringt Sommer – aber der Mai insgesamt könnte Kälterekord brechen

  • Das Hoch Waltraud bringt zum Wochenende höhere Temperaturen.
  • Damit hat ein sehr kaltes Frühjahr endlich ein Ende.
  • Denn zum meteorologischen Sommerbeginn am 1. Juni wird es schon sommerlich – und der Trend könnte sich halten.
Alina Stillahn
|
Anzeige
Anzeige

Hannover. Die Reihe von Tiefs, die Deutschland in diesem Mai niedrige Temperaturen und Nieselwetter bescherten, ist gebrochen: Zum Ende der Woche zieht das Hoch „Waltraud“ von Westen auf und löst damit das Tief „Nathan“ ab, das seit Pfingsten für eine Schlechtwetter­phase gesorgt hat. Laut Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst Wetterkontor sind bereits am Dienstag, 1. Juni, dem meteorologischen Sommeranfang, sommerliche Temperaturen zu erwarten.

Höhere Temperaturen machen sich aber schon am Freitag bemerkbar. Im Westen und Süden setzt sich freundlicheres und trockeneres Wetter durch. Dann sollen Temperaturen von bis zu 21 Grad erreicht werden. Schon mal gute Nachrichten im Vergleich zu Nieselwetter und Temperaturen um die 14 Grad, wie etwa am Donnerstag in Hannover. Für die Zeit danach prognostiziert der Experte Jürgen Schmidt einen stetigen Temperaturanstieg. Waltraud beschert dann zum Wochenende schon Temperaturen von bis zu 23 Grad. Im Norden und Nordosten kann es hingegen noch etwas kühler werden. Am Dienstag, 1. Juni, schließlich könnten die Temperaturen auf Höchstwerte bis zu 25 Grad klettern. Im Westen und Südwesten wird es dabei am wärmsten, an der See kann es bei Wind etwas kühler bleiben.

Im Mai doppelt so viel Niederschlag wie sonst: „Gut für die Natur“

Anzeige

Die Temperaturen steigen also langsam, und das ist laut dem Metereologen keine schlechte Nachricht: „Das ist gut so, weil schnelle Temperaturanstiege häufig nicht nachhaltig sind“, sagt er. Sie würden vielmehr öfter von einem Tief abgelöst. Gute Aussichten also, dass sich der Sommer länger hält. Zumindest kann Experte Schmidt schon mal ausmachen, dass die sommerlichen Temperaturen ein Trend für die ganze Woche sein könnten. „Auf jeden Fall ist die ganz kühle Phase vorbei.“

Damit endet ein kühler Mai doch noch sonnig. „Es war für die Natur ein guter Monat“, sagt Schmidt. Teilweise sei doppelt so viel Niederschlag wie in den Vorjahren verzeichnet worden. Für Menschen, die lieber die Frühjahrssonne genießen, brachte der Mai natürlich nicht das beste Wetter. In Schleswig-Holstein etwa lag die Sonnenschein­dauer bislang nur bei 38 Prozent im Vergleich zum Mittelwert der vergangenen 30 Jahre zwischen 1991 und 2020, sagt Schmidt. In Düsseldorf habe der Wert nicht einmal bei der Hälfte im Vergleich zu den Vorjahren gelegen. Der Experte schränkt aber ein: Das ist nur eine Prognose, denn die letzten wärmeren Tage des Monats sind noch nicht miteingerechnet. Endgültige Zahlen werden wohl erst Anfang Juni vorliegen.

Anzeige

Vorläufige Schätzung: Mai könnte kältester Monat dieses Jahrhunderts werden

Anzeige

Trotzdem schätzt Schmidt vorläufig, dass der Mai 2021 zu den kältesten dieses Jahrhunderts zählen wird. So sei es etwa am Bodensee vier Grad kälter als sonst üblich gewesen. Im Nordosten sei es ein Grad zu kalt gewesen. Damit tendiere der Mai 2021 in Richtung des Jahres 2010. Da verbuchte der Monat laut dem Meteorologen ein Minus von 2,7 Grad. Richtig kalt war es laut Schmidt im Mai 1991 mit Minus 3,6 Grad im Vergleich zu den Vorjahren, aber auch 2019 konnte man im Frühjahr noch frösteln, da lagen die Temperaturen im Mai 2,1 Grad unter dem Durchschnitt.

Damit reiht sich der Monat in ein ohnehin schon kaltes Frühjahr 2021 ein. „Das Frühjahr wird insgesamt sehr kühl werden“, sagt Jürgen Schmidt. Er schätzt, dass die Temperaturen im Vergleich zum Mittelwert der Vorjahre um zwei Grad kühler ausfallen und damit in Richtung des ebenfalls sehr kühlen Frühjahrs 2013 tendieren werden. Damals verzeichneten die Temperaturen im Mai ein Minus von 2,3 Grad im Vergleich zum Mittelwert der Vorjahre, sagt der Experte. Nur 1987 sei es noch kälter gewesen – mit einem Minus von 2,8 Grad.

Aber das sind nur vorläufige Einschätzungen, wie der Experte betont. Denn der Mai hat dank des Hochs „Waltraud“ an den letzten Tagen noch so Einiges zu bieten und könnte den Schnitt auch noch mal verändern.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen