500 Rumänen in Kleinstadt zu Corona-Tests aufgerufen

  • In einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein sind rund 500 Rumänen aufgerufen, sich freiwillig auf Corona testen zu lassen.
  • Sämtliche aktuellen 28 Corona-Fälle in Wesselburen betreffen die rumänische Gemeinschaft, viele leben als Großfamilien in sehr beengten Verhältnissen.
  • Die Tests sind nach Angaben der Kreisverwaltung freiwillig.
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Wesselburen. In der Dithmarscher Kleinstadt Wesselburen (Schleswig-Holstein) sind am Donnerstag rund 500 Rumänen zu freiwilligen Corona-Tests aufgerufen. In Wesselburen leben rund 3400 Menschen. Sämtliche aktuellen 28 Coronafälle betreffen nach Angaben des Bürgermeisters Heinz-Werner Bruhs (CDU) die rumänische Gemeinschaft. Viele rumänische Mitbürger lebten als Großfamilien in sehr beengten Verhältnissen, sagte Bruhs der Deutschen Presse-Agentur. Es sei notwendig, ein klares Bild zu gewinnen, wie viele tatsächlich mit Corona infiziert seien. Bruhs bezeichnete die Tests als „sinnvoll und überfällig“. „Wir müssen ein klares Bild gewinnen, wie viele tatsächlich mit Corona infiziert sind.“

Vor etwa zwei, drei Jahren seien viele Rumänen, von einem Landsmann angelockt, nach Wesselburen gekommen. Viele von ihnen hätten vorher in Spanien gelebt und als Helfer bei der Olivenernte gearbeitet. Nordafrikanische Kräfte hätten sie dort verdrängt. In Wesselburen lebten sie oft in Großfamilien sehr beengt zusammen. Dies fördere Ansteckungsrisiken. Die Rumänen arbeiteten vorrangig in der Landwirtschaft, aber auch in Schlachthöfen oder im gewerblichen Bereich. Oft würden die Rumänen mit Transportern zur Arbeit gefahren, das Gebiet reiche von Husum bis Friedrichskoog. Auch dadurch könnten sich weitere Ansteckungsrisiken ergeben. „Natürlich ist das ein soziales Problem“, sagte Bruhs.

Postwurfsendung in rumänischer Sprache

Die Kreisverwaltung ließ allen für die Testungen vorgesehenen Personen am Mittwoch eine Postwurfsendung mit den entsprechenden Informationen in rumänischer Sprache zukommen. Mitarbeiter des Kreises waren mit Unterstützung durch rumänische Kontaktpersonen für persönliche Ansprachen vor Ort unterwegs. Am Donnerstag sollen auf dem Gelände einer Arztpraxis die Coronatests vorgenommen werden. Die Tests sind freiwillig. „Ich bin selbst gespannt, wie viele Menschen mitmachen werden“, sagte Bruhs.

RND/dpa

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