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Schausteller in Sorge: Werden Weihnachtsmärkte noch abgesagt?

Der Duisburger Weihnachtsmarkt öffnet mit verschärften Corona-Regeln.

Berlin.Deutschlands Schausteller sorgen sich um ihre Zukunft und warnen vor den Folgen erneut abgesagter Weihnachtsmärkte. „Es ist unerträglich, im zweiten Winter in Folge den Kopf für Versäumnisse des Sommers hinzuhalten“, sagte Präsident Albert Ritter vom DSB (Deutschen Schaustellerbund) laut Mitteilung vom Donnerstag.Überall in Deutschland laufe derzeit der Aufbau der etwa 3000 traditionellen Weihnachtsmärkte auf Plätzen und in den Innenstädten. Im Vertrauen auf Zusagen der Politik haben die Schausteller – meist Familienbetriebe – demnach mit dem Aufbau begonnen, Waren eingekauft, Personal eingestellt und Standmieten gezahlt.

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Schaustellerbund: „Weihnachtsmarkt nicht wie Ballermann“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte als erster mächtiger Politiker angesichts einer drastischen Zunahme von Corona-Neuinfektionen die Absage von Weihnachtsmärkten gefordert.

Der Funke Mediengruppe sagte DSB-Präsident Ritter, die Märkte seien nicht mit Innenveranstaltungen zu vergleichen. „Weihnachtsmärkte sind nicht der Ballermann auf Mallorca.“ Sie gehörten zur Tradition und es gehe dort „um ein gepflegtes Miteinander“. Man trinke Glühwein und gehe weiter, trinke vielleicht noch einen zweiten. Eine Maskenpflicht auf den Märkten lehnte er ab, weil es die in Fußgängerzonen auch nicht gebe.

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Überbrückungsgelder verlängern?

Der DSB teilte mit, wer jetzt mit einem Federstrich den Schaustellern erneut die Ausübung ihres Berufs unmöglich mache, müsse auch sagen, wie die Familien die einkommenslose Winterpause von Januar bis März trotz Existenzbedrohung überstehen sollen.

Falls es wegen der steigenden Inzidenzen doch zu Absagen der Märkte komme, forderte Ritter in den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Überbrückungsgelder über deren geplantes Ende am 31. Dezember 2021 hinaus zu verlängern. Bei einem erneuten Lockdown fände es Ritter ungerecht, ausgerechnet die zu bestrafen, die sich an die Regeln hielten und schlägt vor: „Höchstens könnte man Ungeimpftevon den Weihnachtsmärkten ausschließen.“

Der Städte- und Gemeindebund spricht sich derweil fürZugangsbeschränkungen wie 2G oder 2G-Plus auf den Weihnachtsmärkten aus. „In der aktuellen Situation halten wir 2G auf den Weihnachtsmärkten für ein wichtiges Zeichen, dass die größtmögliche Sicherheit für die Besucherinnen und Besucher sowie die Beschäftigten gewährleistet wird“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Funke-Zeitungen. Die Regel 2G besagt, dass nur Genesene und Geimpfte auf den Markt dürfen. Bei 2G-Plus besteht für Genesene und Geimpften zusätzlich noch eine Testpflicht.

Ministerpräsident Kretschmer hatte am Donnerstag in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv gesagt: „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen.“ Bund und Länder müssten Bürgermeistern, Landräten und Marktbetreibern die Entscheidung jetzt abnehmen und die Märkte absagen.

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RND/dpa

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