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Weltrekord: Familie aus Niedersachsen hat 420 Weihnachtsbäume zu Hause

  • Alle Jahre wieder schmücken die Jeromins ab September Hunderte von Tannenbäumen bei sich zu Hause.
  • Mit 420 Bäumen in vollem Weihnachtsornat bekamen sie jetzt die Weltrekordurkunde für „die meisten geschmückten Weihnachtsbäume an einem Ort“.
  • Wegen der Pandemie müssen die sonst üblichen „Winterwunderland“-Führungen in Rinteln diesmal ausfallen.
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Bei manchen weihnachtet es sehr, bei anderen noch mehr, und bei den Jeromins am meisten: 420 Bäume haben Susanne und Thomas Jeromin für die Adventszeit 2020 geschmückt. Alle stehen bei den Jeromins zu Hause in Rinteln in Niedersachsen. Und für dieses gewaltige Leuchten und Glitzern verlieh Rekordrichter Olaf Kuchenbecker vom Rekord-Institut für Deutschland dem Ehepaar jetzt die Rekordurkunde für die „meisten geschmückten Weihnachtsbäume an einem Ort“. Weltweit gibt es keine größere Anzahl von Christbäumen in vollem Festornat. Und es ist nicht der erste Erfolg, wie Susanne Jeromin im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erzählt.

„Wir brechen eigentlich jedes Jahr unseren eigenen Weltrekord“, freut sich Jeromin. „Dieses Jahr ist es schon das vierte Mal.“ Seit 2017 gab es Urkunden vom Institut. Für 250 (2017), 316 (2018) und 350 Bäume. Die Anfänge der Weihnachtsbegeisterung der Jeromins reichen zurück bis ins Jahr 2011. „Bis dahin hatten wir nur den einen Baum im Wohnzimmer wie jeder andere Mensch auch. Aber das war meinem Mann irgendwann zu langweilig.“ Das große Haus bot Raum für mehr. „Dann hat er hier und da noch einen hingestellt. Das waren so 20, 30 Bäume im Haus.“

Das Weihnachtshaus ist noch normal nutzbar

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Auch heute noch stehen alle Bäume im Haus der Jeromins - nicht etwa im Garten oder die Straße runter. Beziehungsweise - manche hängen auch. „Wenn sie nicht stehen können kommen sie an die Decke! Da sind wir sehr einfallsreich.“ Zweifel, dass auch ein großes Haus einen 420 Bäume starken Weihnachtswald aufnehmen können, zerstreut Jeromin. „Die sind ja alle in den unterschiedlichsten Größen. Von 30 Zentimetern bis 3 Meter 50.“ Und noch etwas: „Das sind alles unechte Bäume, das würde sonst kein Baum überleben.“

Und ist bei solchem Baumreichtum das Haus noch einigermaßen bewohn- und nutzbar? „Man kann sich bei uns ganz wunderbar bewegen“, versichert Jeromin am Telefon. „Wir haben Gänge, in denen wir uns bewegen. In der Küche kann man mit sechs bis acht Leuten sitzen, Bad und Schlafzimmer sind benutzbar, im Wohnzimmer kann man sich vor den Fernseher setzen.“

Das Schmücken beginnt bereits im September

420 Christbäume wollen erst mal aufgebrezelt werden. Das Schmücken fängt entsprechend nicht erst am Samstag vor dem ersten Advent an, sondern bereits am 1. August. Dann kommen die Bäume vom Dachboden. Ab Mitte August kommen die Lichterketten an die Bäume und werden verkabelt. Ab September wird es dann bunter bei den Jeromins, wenn die Kugeln vom Dachboden geholt werden. Abwechslung ist Trumpf. „Alle Bäume werden jedes Jahr anders geschmückt. Am 1. Advent ist dann ‚Anleuchten‘ im Familienkreis. Danach ist abends immer alles beleuchtet.“

Das „Winterwunderland“ in Rinteln-Volksen ist längst ein Publikumsmagnet. Und die Jeromins bieten auch Führungen durch ihren magischen Wald an. „Im ersten Jahr, als wir mehr Weihnachten machten, kamen nur die Nachbarn.“ Später seien Kollegen und ihre Familien (beide Jeromins sind berufstätig) erschienen und aus der Stadt strömten Leute herbei, um sich weihnachtlich beleuchten zu lassen. Manche standen dann plötzlich im Garten und wollten nur mal durchs Fenster reingucken. Und die durften dann auch ins Haus, obwohl Führungen eigentlich nur bei Voranmeldung möglich sind.

Auch die „verrückten Fernsehsender“ waren da

„Im Vorjahr waren Seeurlauber bei uns, die auf dem Weg zurück nach Innsbruck waren“, erinnert sich Susanne Jeromin. Und auch „die ganzen verrückten Fernsehsender“ schauten bei ihnen vorbei - sogar TV-Leute aus Russland waren in Rinteln. Und auch Medien aus Japan, traditionell eher keine Weihnachtsnation, berichteten über das Haus der Lichter: „Vielleicht ist man dort ja genauso schräg wie wir“, mutmaßt Jeromin, „und freut sich daran, dass es schön bunt ist.“

Im Internet gibt es Ermutigung und Kritik. „Da sagen Leute: Macht weiter so! Und andere: Was braucht ihr so viele Bäume? Verschenkt sie doch.“ Was freilich wenig sinnvoll ist, wenn man den Vorjahresrekord brechen möchte,

100 Quadratmeter Christbaumwald – „eine logistische Leistung“

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Den Rekord wollten die Jeromins auch im Pandemiejahr einfahren. Und so schufen sie, Corona zum Trotz, das große Leuchten 2020 „just for fun“ – und für die Ehre. Olaf Kuchenbecker, Gründer des Rekord-Instituts für Deutschland (RID), betonte bei der Übergabe der Urkunde insbesondere „die logistische Leistung“, die hinter den 100 Quadratmetern Christbaumwald stecke. Auch 2021 streben sie wieder an, sich selbst zu übertreffen. Ein bisschen was geht offenbar noch ins Haus, aber eine neue Rekordzahl haben die Jeromins noch nicht anvisiert.

Die Kosten für Bäume, Lichter und Schmuck beziffert Susanne Jeromin nur vage. „Das liegt im fünfstelligen Bereich. Möglicherweise steht da am Anfang inzwischen auch schon eine 2.“ Bezüglich der Stromrechnung sei man im Lauf der Rekordjahre allerdings nicht hochgestuft worden: „Alles ist LED“, sagt Jeromin, „wir haben keine einzige normale Lichterkette mehr.“

Dieses Jahr ist der Zuschauerstrom „sehr, sehr spärlich.“ Corona verhindert, dass Publikum den Rekord mitfeiern kann. Die Jeromins hoffen auf das nächste Jahr. „Mal sehen, was dann geht.

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Das Rekord-Institut für Deutschland sammelt und prüft Höchstleistungen aus dem deutschen Sprachraum und erkennt Weltrekorde an, die auf rekord-institut.org präsentiert werden. Die neue Ausgabe von „Unser Buch der Weltrekorde“ ist ab 17. Dezember im Buchhandel bestellbar oder im RID-Webshop erhältlich.

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