Weitere Freiheitsstrafe gegen Gruppenvergewaltiger in Spanien

  • Vier Spanier sind wegen sexueller Belästigung zu weiteren Haftstrafen verurteilt worden.
  • Die Männer sitzen wegen einer Massenvergewaltigung bereits im Gefängnis.
  • Sie gehören der Gruppe “La Manada” (Das Rudel) an.
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Madrid. Vier wegen einer Massenvergewaltigung bereits einsitzende Spanier sind in einem neuen Verfahren wegen sexueller Belästigung zu weiteren Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht in Córdoba sah es als erwiesen an, dass die zur sogenannten Gruppe "La Manada" (Das Rudel) gehörenden Männer im Mai 2016 eine junge Frau in der andalusischen Stadt Pozoblanco sexuell missbrauchten, wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Donnerstag meldete.

Der Richter verhängte Freiheitsstrafen von zwei Jahren und zehn Monaten gegen drei der Angeklagten und von vier Jahren und sechs Monaten gegen den vierten Mann, weil er zusätzlich eine Videoaufnahme der Tat im Internet verbreitet hatte. Dieses Video war auch das wichtigste Beweismittel, weil sich das vor der Tat möglicherweise betäubte Opfer kaum an etwas erinnern konnte. Die Anklage hatte sechs Jahre Haft gefordert. Die Nebenkläger kündigten Berufung an.

Aufsehenerregender Prozess

Dieselben Männer der "La Manada" sowie ein fünftes Mitglied der Gruppe waren im vergangenen Jahr in einem aufsehenerregenden Prozess wegen der gemeinsamen Vergewaltigung einer anderen jungen Frau im Juli 2016 vom Obersten Gericht Spaniens zu je 15 Jahren Haft verurteilt worden. Auch hier waren Videoaufnahmen der Täter ein wichtiges Beweismittel.

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Zuvor hatte es landesweite Proteste gegen die Gewalt gegen Frauen gegeben, nachdem ein untergeordnetes Gericht in Navarra mildere Strafen ausgesprochen hatte. Dieses hatte seinerzeit den Tatbestand der Vergewaltigung als nicht gegeben angesehen, weil es, wie es im Urteil hieß, "weder Schläge noch Drohungen" gegeben habe. Forderungen nach einer Änderung der Gesetze, die keine Vergewaltigung, sondern nur sexuellen Missbrauch annehmen, wenn sich das Opfer nicht ausreichend wehrt, hatten bisher keinen Erfolg.

RND/dpa

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