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  • Weiße Weihnachten 2021? Wie viel Schnee der Dezember wirklich bringt

Meteorologen erklären: So viel Schnee bringt der Dezember

  • Erst Schnee, dann Matsch, dann wieder Schnee: Der meteorologische Winteranfang sorgt im Bergland für Schneelandschaften.
  • Im Flachland wird es dagegen „nass, kalt und schmuddelig“, meint Meteorologe Dominik Jung.
  • Er wagt auch eine Wetterprognose für Weihnachten.
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Der meteorologische Winteranfang am 1. Dezember bringt zunächst noch etwas Schnee: Vor allem im Süden des Landes, teils auch im Osten, kann es noch bis in tiefere Lagen schneien. Aktuell liegen in Freudenstadt-Kniebis im Nordschwarzwald 27 Zentimeter und in Oberstdorf-Birgsau sowie in Ruhpolding-Seehaus jeweils 25 Zentimeter Schnee.

Doch bereits in dieser Woche bringt Tief „Christian“ mildere Luft zuerst nach Nordrhein-Westfalen, nach Rheinland-Pfalz und ins Saarland. Wärmer wird es Mitte der Woche aber auch im Bayrischen Wald und am Alpenrand. „Durch die Warmfront schlägt der Schnee schnell in Regen über“, sagt Diplommeteorologe Dominik Jung vom Portal „Wetter.net“ dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Im Rheinland könne es beispielsweise am Mittwoch bis zu zwölf Grad warm werden. Jung rechnet deshalb ab Mittwoch im Mittelgebirge mit „riesigen Matschlandschaften“.

Am ersten Adventswochenende hat es in einigen Regionen bereits geschneit: Ein Spaziergänger läuft durch den nebligen und verschneiten Wald bei Schmitten im Taunus. © Quelle: Boris Roessler/dpa
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Der tauende Schnee sorge anschließend für rutschige Straßen. Erst am Wochenende war es mit dem einsetzenden Schneefall sowohl im Sauerland als auch in Bayern zu zahlreichen Unfällen gekommen. Wegen des schmelzenden Schnees sollten Autofahrer laut Jung weiterhin vorsichtig fahren. Auch bringe Tief „Christian“ viel Wind mit: „Deshalb sind Schneeverwehungen möglich“, so Jung.

Zum Wochenende wieder Schnee

Ab Donnerstag werde es jedoch schon wieder kälter: „Uns erwartet zwar kein Dauerwinter, aber insbesondere zum Wochenende hin sind Graupel- und Schneeschauer wieder möglich“, sagt Diplommeteorologin Janina Lersch vom Portal „Wetterkontor“. Im Mittelgebirge könne dann neuer Schnee fallen, in den Niederrungen bleibe es jedoch weiter bei Regen. Lersch warnt insbesondere in der Nacht auf Freitag vor Frost und Glätte: „Tagsüber bewegen sich die Temperaturen von 2 bis 7 Grad, nachts sind sie insbesondere in den Hochlagen unter dem Gefrierpunkt.“

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„Dieses nasskalte Schmuddelwetter begleitet uns im Flachland bis zur Monatsmitte“, sagt auch Wetterexperte Jung. Der Winter werde absehbar ein „typischer Berglandwinter“ mit weißen Schneelandschaften in Regionen mit Höhen ab 500 Metern. „Städte wie Berlin, Hamburg, Köln oder Frankfurt haben keine Schnitte“, so Jung gegenüber dem RND. Für Ski-, Rodel- und Winterfans lohne deshalb eine Reise ins Gebirge: In der Eiffel, im Sauerland und im Harz würden die Schneemengen stetig wachsen, so Jung.

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Weiße Weihnachten? So sind die Chancen auf Schnee an den Festtagen

Flächendeckend weiße Weihnachten sind in diesem Jahr eher unwahrscheinlich: „Es sieht derzeit so aus, als ob es im Flachland mit dem nassen Winterwetter so weitergehe“, so Jung. Eine Schneedecke bilde sich voraussichtlich nur in den Hochlagen. Für tiefer gelegene Regionen sieht der Meteorologe lediglich eine 10- bis 20-prozentige Chance für Schnee an Heiligabend.

Der November präsentierte sich zumeist im Einheitsgrau und im Durchschnitt etwa ein Grad wärmer als im Durchschnitt. „Dazu war der November deutlich zu trocken“, sagt Jung. Bundesweit summierten sich im Mittel rund 130 Liter pro Quadratmeter (l/m²) und damit knapp 30 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990 (183 l/m²). Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

In Bad Hersfeld in Hessen habe es laut Meteorologe Jung lediglich 10,8 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben und damit nur 17 Prozent des üblichen Niederschlags. Die Folge: Der Grundwasserspiegel konnte noch nicht angeglichen werden. Zwar wirkt das Jahr 2021 mit Blick auf die Flutkatastrophe regenreich, doch die Überschwemmungen seien nicht in das Grundwasser eingezogen: „So langsam brauchen wir dringend Niederschläge“, warnt Jung.

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