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Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten: Wie planen Deutschlands Innenstädte?

  • Die Weihnachtszeit ist noch lange hin.
  • Doch schon jetzt setzen sich Städte damit auseinander, wie in der Pandemie mit Weihnachtsmärkten verfahren wird.
  • Viele Städte wie Lübeck, Leipzig oder Dresden gehen von einem Stattfinden unter Sicherheitsvorkehrungen aus.
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Mitten im Juli kommen einem Weihnachtsmarktplanungen arg verfrüht vor. Doch die Städte müssen tatsächlich frühzeitig für die Weihnachtszeit planen – und setzen sich nun damit auseinander, was in Corona-Zeiten wohl möglich sein wird. Dabei wird unterschiedlich auf die aktuellen Begebenheiten reagiert.

Mecklenburg-Vorpommern: Einbahnstraßen und Alkoholverbot?

So will das Land Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen eine Entscheidung für seine Weihnachtsmärkte treffen, berichtet die “Ostsee-Zeitung” (OZ). Dafür werden derzeit in einer Arbeitsgruppe der Landesregierung Konzepte erarbeitet. Laut Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gebe es demnach immer noch die Option, dass die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie untersagt werden müssten. Hauptproblem seien die zu erwartenden Menschenmassen sowie die Gefahr, dass beispielsweise beim geselligem Gühweintrinken notwendige Abstände nicht eingehalten werden könnten.

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Weil die Weihnachtsmärkte für alle Städte aber ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind, ist die Hoffnung natürlich groß, dass sie unter bestimmten Auflagen stattfinden dürfen. Caffier zufolge könnte laut OZ ein Teil der Lösung in einem Einbahnstraßensystem liegen, das die Landesregierung den Städten vorschreiben könnte, um das Infektionsrisiko zu verringern. Nach Informationen der Zeitung könnten auch Zugangsbeschränkungen und ein Alkoholverbot denkbar sein, um Hygiene- und Abstandsregeln besser einhalten zu können. Auch die einzelne Städte machen sich demnach bereits Gedanken über Konzepte: So soll laut OZ die Landeshauptstadt Schwerin darüber nach, die Flächen für ihren Weihnachtsmarkt zu vergrößern, um Besuchern mehr Raum zu geben, Abstand voneinander halten zu können.

Lübecks Weihnachtsmarkt soll unter Sicherheitsvorkehrungen stattfinden

Für Lübeck wurde währenddessen schon entschieden: Nach aktuellem Stand soll der Weihnachtsmarkt in der Stadt stattfinden, wie die “Lübecker Nachrichten” (LN) berichten. Allerdings unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen, die noch beschlossen werden müssen. “Die Herausforderung liegt darin, Regeln zu definieren, die den Infektionsschutz und das weihnachtliche Erlebnis in Einklang bringen”, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) der Zeitung. Denkbar sind demnach Zugangsbeschränkungen zu einzelnen Märkten – der Markt verteilt sich auf verschiedene Plätze –, größere Abstände zwischen den Buden oder ein Verbot von Punschgenuss ab 20 Uhr.

Dresdner Weihnachtsmarkt könnte früher öffnen

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Auch Dresden plant offenbar damit, dass der Weihnachtsmarkt in der sächsischen Stadt stattfinden kann – und vielleicht sogar früher startet als normalerweise, um finanzielle Einbußen der Schausteller zumindest ein bisschen wettzumachen. Das berichten die “Dresdner Neuen Nachrichten” (DNN). So wird der Weihnachtsmarkt dort normalerweise am Donnerstag nach Totensonntag geöffnet, das wäre der 26. November. Für dieses Jahr wird darüber diskutiert, den Markt bereits drei Tage früher zu öffnen. Handels- und Tourismusvertreter hatten sogar gefordert, den Markt vor dem Totensonntag schon zu öffnen.

Leipzig plant Weihnachtsmarkt - eventuell “Light”-Version

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Auch das Marktamt in Leipzig hält an seinen Plänen für den nächsten Weihnachtsmarkt fest, der wie gewohnt stattfinden soll. Das berichtet die “Leipziger Volkszeitung” (LVZ). Hygiene- und Abstandsregeln würden demnach aber beachtet. Dass auf dem Platz vor dem Alten Rathaus der Stadt in diesem Jahr ein Bühnenprogramm steigt, glaubt Marktamtsleiter Walter Ebert aber demzufolge eher nicht. Dazu seien die Verhältnisse zu beengt. “Möglicherweise ist auch nur ein ‚Weihnachtsmarkt light’ möglich. Dann müssten wir Stände rausnehmen, was mir für die Händler leidtäte. Ich möchte nicht entscheiden, wer kommen darf und wer nicht. Dann wird gelost”, sagt er der Zeitung.

Hannover denkt über Weihnachtsmarkt-Konzept nach

Die Hoffnung in Hannover ist groß, dass trotz der Corona-Pandemie ein Weihnachtsmarkt stattfinden kann. Laut “Hannoverscher Allgemeiner Zeitung” (HAZ) arbeitet die Stadtverwaltung an einem Plan, wie der Weihnachtsmarkt organisiert werden kann, obwohl eine solche Veranstaltung nach den aktuellen Vorschriften des Landes, die aber vorerst nur bis zum 31. August dauert, eigentlich verboten wäre. “Spezialmärkte”, die nach dem 31. August stattfinden, können demnach “unter der Voraussetzung zugelassen werden, dass die Veranstalterin oder der Veranstalter ein Hygienekonzept vorlegt”. Nach Informationen der HAZ ist deshalb im Gespräch, den Zugang zum Markt zu beschränken, um Massenansammlungen zu vermeiden.

Lage in Köln noch unklar

Ob und wie die Weihnachtsmärkte in Köln stattfinden können, ist noch ungewiss. “Ob sie genehmigt und durchgeführt werden können, hängt von der Entwicklung des Infektionsgeschehens und der aktuellen Rechtslage (insbesondere der dann gültigen Corona-Schutzverordnung) ab”, sagt Simone Winkelhog vom Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Köln dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

RND/hsc

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