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  • Weihnachtsmärkte 2021: Wie Städte in Deutschland in diesem Jahr planen

So laufen die Weihnachtsmärkte in deutschen Städte in diesem Jahr

  • Im vergangenen Jahr mussten die meisten Weihnachtsmärkte wegen Corona abgesagt werden.
  • 2021 ist in vielen Städten der Besuch von Glühweinständen und Imbissbuden jedoch wieder möglich.
  • Wie die Länder und Städte die Regelungen für Weihnachtsmärkte umsetzen - und welche Märkte bereits wieder abgesagt wurden.
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Nachdem die Weihnachtsmärkte im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie vielerorts abgesagt werden mussten, hoffen Schaustellerinnen und Schausteller 2021 wieder auf Glühweinstände und Imbissbuden. Inzwischen wurden einige Märte wie der Christkindlmarkt in München aber abgesagt. Eine Übersicht, welche Weihnachtsmärkte unter Einhaltung der 2G-plus-, 2G- oder 3G-Regelung in diesem Jahr stattfinden:

Zahlreiche Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg abgesagt

Angesichts der immer dramatischeren Corona-Lage kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 30. November ein landesweites Verbot großer öffentlicher Veranstaltungen an. Auch Weihnachtsmärkte - die, die noch geöffnet haben - sollen verboten werden. Derzeit gilt die 2G-plus-Regel auf baden-württembergischen Weihnachtsmärkten.

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In der Corona-Lage mit rasant steigenden Infektionszahlen hatten in Baden-Württemberg bereits einige Städte ihre Weihnachtsmärkte vorsorglich abgesagt. Aalen im Ostalbkreis cancelte den Markt ebenso wie Ravensburg, Böblingen und Esslingen bereits am 22. November, wie die drei Städte mitteilten. „Wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden, unseren beliebten Christkindlesmarkt jetzt doch abzusagen“, so Ravensburgs Oberbürgermeister Daniel Rapp (CDU). Es tue ihm für alle Markthändler und die Betreiber von Imbissständen leid.

In Aalen wurde der Weihnachtsmarkt wenige Stunden vor Eröffnung auf den letzten Drücker gestoppt. „Wir wollen verantwortungsbewusst handeln und unseren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten“, sagte eine Sprecherin. Nur die drei Stände mit Weihnachtswaren dürften öffnen; die etwa zehn Imbissstände blieben zu.

Auch Stuttgart hat den Weihnachtsmarkt abgesagt. „Wir haben alles versucht, den Weihnachtsmarkt zu ermöglichen. Nachdem heute aber andere große Weihnachtsmärkte in der Region, gerade auch der Barockweihnachtsmarkt in Ludwigsburg und der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Esslingen, abgesagt wurden, ziehen wir die Notbremse“, sagte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) am 22. November. Andernfalls wäre aus Stuttgarter Sicht der Besucherandrang unter Corona-Bedingungen voraussichtlich nicht mehr kontrollier- und beherrschbar gewesen.

Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt war erst zwei Tage vor Beginn aus Angst vor den steigenden Ansteckungszahlen abgesagt worden. Zuletzt waren unter anderem auch die Märkte in Freiburg und Pforzheim vorzeitig beendet worden.

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Nopper appellierte an Bund und Land, die Gastronomen und Schausteller, die von den Absagen der Weihnachtsmärkte betroffen sind, mit Corona-Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. „Es handelt sich ganz überwiegend um kleine Familienbetriebe, die infolge der Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind, in diesem Winter nun noch schlimmer als zuvor.“ Der Weihnachtsmarkt in Stuttgart sollte ursprünglich am 24. November öffnen und bis zum 30. Dezember dauern.

Der Zugang zum Stuttgarter Weihnachtsmarkt im Jahr 2019. © Quelle: Tom Weller/dpa
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In Böblingen wären zwei Weihnachtsmärkte an den Start gegangen, der eine am 24. November, der andere am 4. Dezember. „Wir hätten dies sehr gerne ermöglicht, aber die Lage spitzt sich weiter zu“, sagte dazu Rathauschef Stefan Belz (Grüne). Der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt in Esslingen hätte eigentlich am 23. November seine Tore öffnen sollen.

In den Tagen zuvor hatten bereits Isny im Allgäu und mehrere Gemeinden um Heidelberg wie Neckargemünd und Leimen sowie Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Marbach im Kreis Ludwigsburg Märkte abgesagt.

Der Weihnachtsmarkt in Freiburg wurde am 24. November vorzeitig beendet: „Für die Händlerinnen und Händler ist das ein herber Schlag und ich habe großen Respekt vor ihrem Engagement. Daher haben wir im direkten Gespräch betont, dass wir sie als Stadt weiterhin unterstützen“, so Oberbürgermeister Martin Horn. So sollten beispielsweise anteilig die Standgebühren ab dem Tag der Schließung erstattet werden.

Auch der Konstanzer Adventsmarkt direkt am Bodensee ist wegen der verschärften Corona-Regeln nach nur acht Tagen Laufzeit beendet worden. Am 24. November heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter: „Die Entscheidung fußt auf gründlichen Überlegungen zum Infektionsschutz der Bevölkerung und zur Wirtschaftlichkeit der Veranstaltung“.

Geöffnet ist bisher noch der Weihnachtsmarkt in Heidelberg. Die vier Plätze des Weihnachtsmarktes - Universitätsplatz, Marktplatz, Kornmarkt und Karlsplatz - sind eingezäunt. Besucherinnen und Besucher benötigen einen 2G-plus-Nachweis.

Wegen Corona keine Weihnachtsmärkte in Bayern

Wegen der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie verschärfte Bayern am 19. November seine Maßnahmen drastisch. Alle Clubs, Diskotheken und Bars sollen für die nächsten drei Wochen schließen, Auch Weihnachtsmärkte soll es in diesem Jahr nicht geben, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Beratungen seiner Koalition in München ankündigte.

Der berühmte Christkindlmarkt am Marienplatz in München wurde bereits zuvor abgesagt. Die Stadt sagte ihn wegen der hohen Zahl an Corona-Infizierten am 16. November ab. „Die dramatische Situation in unseren Kliniken und die exponentiell steigenden Infektionszahlen lassen mir keine andere Wahl“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach einer Sitzung des Krisenstabes. „Alles andere wäre eine nicht zu verantwortende Erhöhung des Infektionsrisikos und darüber hinaus auch das falsche Signal. Gerade auch für alle Beschäftigten in unseren Kliniken, die an ihrer Belastungsgrenze arbeiten.“

Ursprünglich war der Christkindlmarkt mit viel Abstand und in Gastronomiebereichen nur mit Zutritt für Geimpfte und Genesene gewesen. Dazu sollte eine FFP2-Maskenpflicht auf dem gesamten Markt gelten.

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Der Weihnachtsmarkt auf dem Marienplatz in München. © Quelle: imago images/SMID

Berlin: Weihnachtsmarkt vor Schloss Charlottenburg fällt aus

Unter besonderen Corona-Bedingungen eröffneten am 22. November mehrere große Weihnachtsmärkte in Berlin. Die Zuspitzung der Corona-Lage seit Mitte November hat aber auch in Berlin für ein Umdenken gesorgt. Weihnachtsmärkte sollen nun nur noch unter 2G-Bedingungen öffnen, wenn auch Kontrollen möglich sind. Das heißt, sie dürfen nur noch in eingezäunten Bereichen stattfinden.

In diesem Jahr findet der Spandauer Weihnachtsmarkt – der größte seiner Art in Berlin – coronabedingt nicht in der Altstadt, sondern auf der Zitadelle stattfinden. Nur vollständig Geimpfte und Genesene haben Zugang zum Weihnachtsmarkt-Areal. Für den Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt gelten die 2G-plus-Regeln.

Auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche findet bisher noch unter 3G-Bedinungen statt. In Innenräumen der Gastronomie gilt 2G.

Bei der Winterwelt am Potsdamer Platz gelten die 3G-Regelungen, in den Hütten die 2G-Regel. Der traditionelle Weihnachtsmarkt der Winterwelt am Potsdamer Platz findet in diesem Jahr allerdings nicht statt.

Einige Weihnachtsmärkte wurden jedoch auch abgesagt, darunter die Weihnachtsmärkte auf der Domäne Dahlem, der Weihnachtsmarkt in Gatow sowie der Müggelheimer Adventsmarkt. Auch die beliebten Märkte vor dem Schloss Charlottenburg und der Alt-Rixdorf Weihnachtsmarkt in Neukölln sind wieder geschlossen worden. Es führe kein Weg an einer Absage vorbei, teilten die Veranstalter mit. Sie verwiesen auf die Infektionsschutzverordnung des Landes. Sie gestattet unter anderem keinen Alkoholverkauf auf Grünanlagen; als solche gelte auch der Marktbereich vor dem Schloss. Hemmnisse seien auch die Maskenpflicht und die Höchstzahl von 2000 Gästen.

„Die Politik hat es – wieder einmal – versäumt, rechtzeitig klare und reale Bedingungen für Veranstalter zu schaffen“, kritisierte Initiator Tommy Erbe. Selbst wenn es möglich wäre, die Märkte für Geimpfte, Genesene oder Getestete zu öffnen, wäre dies demnach jedoch wegen des Kontrollaufwands nur zu erheblichen Mehrkosten möglich.

Der Eingang zum Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz im Jahr 2019. © Quelle: Christoph Soeder/dpa

Die anderen Veranstalter hoffen, dass die Corona-Regeln nicht noch weiter verschärft werden. Im vergangenen Jahr waren alle Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Pandemie kurzfristig ausgefallen.

Brandenburg: Kaum geöffnet sollen Weihnachtsmärkte wieder schließen

Kurz nach der Eröffnung verschärfte die Landesregierung in Potsdam die Corona-Maßnahmen. Für die Weihnachtsmärkten in Brandenburg bedeutete das bereits das Aus. „Weihnachtsmärkte sollen nicht eröffnet, beziehungsweise bestehende wieder geschlossen werden“, teilte die Landesregierung am 24. November mit.

Erst zwei Tage zuvor hatte der Weihnachtsmarkt auf dem Luisen- und Bassinplatz in Potsdam seine Türen geöffnet. „Ich bin ganz traurig und kämpfe mit den Tränen“, sagte eine Verkäuferin. „Wozu lässt man sich Impfen und macht das alles mit?“ Der Kollege am Würstchenstand nebenan sagte: „Hätten wir das eine Woche vorher gewusst, hätten wir alles Zuhause stehen gelassen.“

Auch in der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, in Cottbus, drehte sich das Riesenrad in der Innenstadt - ebenfalls nur für zwei Nachmittage und frühe Abende. Am 26. November wurde der Cottbuser Weihnachtsmarkt abgebaut.

Auch in Frankfurt (Oder) war der Weihnachtsmarkt am 22. November geöffnet und am 24. November wieder abgesagt worden. Andere Städte und Landkreise hatten bereits zuvor angekündigt ihre Weihnachtsmärkte auch in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Darunter der Kreis Oberspreewald-Lausitz mit der Spreewaldweihnacht in Lehde.

Hamburg: Roncalli-Weihnachtsmarkt in zwei Bereiche aufgeteilt

In Hamburg öffneten am 22. November die Weihnachtsmärkte. Nach einem Jahr coronabedingter Zwangspause im Jahr 2020 startet beispielsweise der Roncalli-Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt, der Weihnachtsmarkt Santa Pauli, der Weihnachtsmarkt an der Apostelkirche in Eimsbüttel, der Weihnachtsmarkt am Gänsemarkt oder der Weihnachtsmarkt Blankenese - allesamt unter der 2G-Regelung.

Besucher gehen im Jahr 2019 über den Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt in Hamburg. © Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Bei einigen Weihnachtsmärkten in Hamburg gibt es aber auch abgetrennte Bereiche, in denen entweder 2G oder 3G gilt: Der Roncalli-Markt werde etwa in diesem Jahr in zwei Bereiche aufgeteilt, sagte Sprecherin Heide Mombächer. Im Gastronomiebereich, in dem die Besucher Glühwein trinken und essen können, gilt die 2G-Regel, das heißt, dort haben nur vom Coronavirus Genesene und Geimpfte Zutritt. Ein Zaun trennt ihn vom Händlerbereich, zu dem alle Besucher Zutritt haben, dort gilt jedoch Abstands- und Maskenpflicht.

Die Weihnachtsmärkte „Weißer Zauber“ am Jungfernstieg und der Markt rund um den Gerhart-Hauptmann-Platz haben am 18. November bereits ihre Tore geöffnet. Am Jungfernstieg locken bunte Märchenschiffe am Alsteranleger, ein fast 100 Jahre altes Riesenrad und Tausende kleine Glühlampen. In den alten Fachwerkbuden rund um den Gerhart-Hauptmann-Platz zeigen Kunsthandwerker ihr Können.

Der Hamburger Senat hatte entschieden, dass die Gastro-Bereiche auf Weihnachtsmärkten unter die 2G-Regel fallen. Viele Betreiber lassen ihre Weihnachtsmärkte aber generell unter 2G-Bedingungen stattfinden und kontrollieren am Eingang. Das heißt, dass die Märkte nur von Geimpften oder Corona-Genesenen besucht werden können.

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Weihnachtsmärkte in Hessen: Frankfurt und Kassel gestartet

„Wir stehen vor einer sehr, sehr ernsten Situation“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am 30. November in Wiesbaden nach einer Bund-Länder-Besprechung. Die Kontakte müssten deutlich eingeschränkt werden. Es gebe noch immer zu viele ungeimpfte Menschen. Als mögliche weitere Verschärfungen der Corona-Regeln nannte Bouffier ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Auch Volksfeste, Umzüge oder Weihnachtsmärkte könnten ab dem 3. Dezember vollständig untersagt werden.

Hessens größter Weihnachtsmarkt in Frankfurt ist derzeit noch geöffnet. „Die Menschen, die hierher kommen, wollen einen Weihnachtsmarkt – und sie wissen, dass er nicht so sein kann wie 2019″, sagte Ines Philipp von der Frankfurt Touristik. Zwar seien die Besucherzahlen bisher „weit unter denen eines normalen Jahres“, doch die Veranstalter seien froh, dass der Markt sicher durchgeführt werden könne: Mit einer größeren Fläche, aber weniger Buden will die Mainmetropole das Bummeln trotz Corona-Pandemie sicher machen. Zudem gilt Maskenpflicht. Beim Verzehr von Bratwurst, Glühwein und Co. können die Masken an Ort und Stelle kurzzeitig abgenommen werden. In zwei Bereiche dürfen nur Besucher, die eine Corona-Infektion überstanden haben oder dagegen geimpft sind (2G). Auf eine offizielle Eröffnung und eine große Bühne mit Musikprogramm vor dem Rathaus Römer hat die Stadt verzichtet.

Auch der Märchenweihnachtsmarkt in der Innenstadt von Kassel hat ab dem 22. November geöffnet. Spaß und Abwechslung versprechen hier unter anderem die 70 Meter lange Märchen-Eisrutsche, der Märchenwald und das Riesenrad. Abstand, Maske und Hände-Desinfektion gehören auch hier zu den Hygieneregeln; zudem gibt es 2G-Zonen für die Gastronomiebetriebe. Nach Kontrolle der entsprechenden Nachweise erhalten Besucherinnen und Besucher ein farbiges Armband.

Im festlichen Lichterglanz soll der Weihnachtsmarkt in Frankfurt in diesem Jahr wieder erstrahlen. © Quelle: Boris Roessler/dpa

Das Weihnachtsgeschäft in Hanau fällt dieses Jahr wohl spärlicher aus als üblich. Wie die Stadt in einer Pressemitteilung verkündet hat, wird sich das weihnachtliche Angebot auf die Stände am Marktplatz und im Fronhof am Schlossplatz konzentrieren. Für alle weiteren Stadtteile wurden die Weihnachtsmärkte abgesagt. Für den Weihnachtsmarkt in Hanau gilt die 3G-Regel, in geschlossenen Hütten besteht 2G. Die Stadt hat strenge Einlasskontrollen des umzäunten Weihnachtsmarkts angekündigt, im Gedränge besteht zudem Maskenpflicht.

In Wiesbaden hat am Dienstag der Sternschnuppenmarkt. Mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Zahlen passte die Landeshauptstadt das Konzept an: Auf dem Markt sowie auf dem Kinder-Sternschnuppenmarkt gilt laut Mitteilung vom 22. November außerhalb der 2G-Bereiche die Maskenpflicht.

MV: Ruhiger Auftakt der Weihnachtsmärkte in Rostock und Schwerin

Seit dem 1. Dezember gibt es für Mecklenburg-Vorpommern verschärfte Regeln. Wegen anhaltend steigender Infektions- und Patientenzahlen (drei Tage in Folge Warnstufe Rot) gilt 2G-Plus. Geimpfte und Genesene brauchen zusätzlich einen zertifizierten negativen Corona-Test. Landesweit gilt seit 25. November mindestens die 2G-Regel.

Die Weihnachtsmärkte in Rostock und Schwerin hatten am 22. November einen ruhigen Auftakt genommen. Die Verantwortlichen der beiden Märkte zeigten sich zufrieden mit dem Beginn.

Besucherinnen und Besucher, die auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt essen, trinken oder eines der Fahrgeschäfte nutzen wollen, müssen sich unter Vorlage eines Nachweises und des Personalausweises ein Bändchen holen. „Nur, wer dieses Bändchen vorweisen kann, darf bedient werden“, sagte Großmarktchefin Inga Knospe. „Die Leute sind trotzdem nett und freundlich.“ Allerdings hake es noch ab und zu an den Bändchen-Ausgabestellen, weshalb deren Zahl auf insgesamt sieben erhöht werden sollte. Zudem sollen die Ausgabestellen besser ausgeschildert werden.

Gleichzeitig sprachen Besucher des Marktes von einer konsequenten, aber freundlichen Umsetzung des Bändchengebots durch die Standbetreiber. Noch nicht richtig durchgesetzt hat sich in Rostock dagegen das Wissen um die am Freitagnachmittag erlassene Allgemeinverfügung, nach der in allen Bereichen des Weihnachtsmarkts eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss.

Nach der Bund-Länder-Runde am Donnerstag dann die Neuerung: Der Schweriner Weihnachtsmarkt bleibt wegen verschärften Corona-Maßnahmen des Landes von Freitag an geschlossen. Wegen der zurzeit geltenden 2G-Plus-Regelungen und eventuell noch zu erwartender weiterer Verschärfungen sehe der Veranstalter keine Möglichkeit, die Veranstaltung coronakonform fortzuführen, teilten die Organisatoren am Donnerstagabend mit. „Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass sich der Markt, der sich durch die Schweriner Innenstadt zieht, nicht so realisieren lässt, dass jederzeit eine Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln gewährleistet bleiben kann.“

In Stralsund starteten am 22. November gleich drei Weihnachtsmärkte. Der Alte Markt und der Neue Markt seien für jedermann zugänglich, sagte ein Sprecher der Stadt. „Wir haben deutlich größere Abstände zwischen den Buden und Ständen sowie den Schaustellergeschäften als sonst, so dass jederzeit die notwendigen Abstände eingehalten werden können“, sagte Timo Viecens, Verantwortlicher für das Weihnachtsmarkt-Management. Wie in Rostock gebe es Hinweise auf Einhaltung der Regeln per Lautsprecher.

Der Weberglockenmarkt in Neubrandenburg musste einen Tag nach seiner Eröffnung am 24. November wieder schließen, wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Weihnachtsmärkte in Niedersachsen und Bremen starten

Die Corona-Regeln sind mit dem 1. Dezember auch in Niedersachsen landesweit verschärft worden: In nahezu allen Kommunen gilt für die Märkte jetzt 2G-Plus. Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen negativen aktuellen Corona-Test vorweisen. Außerdem besteht eine generelle FFP2-Maskenpflicht.

Trotz der angespannten Corona-Lage eröffneten am 22. November in den Großstädten Bremen und Hannover die traditionellen Weihnachtsmärkte. Als Vorsichtsmaßnahme gibt es in beiden Städten weniger Stände als sonst, sie werden über eine größere Fläche verteilt. Das Bummeln über die Märkte soll uneingeschränkt möglich sein.

An Ständen mit Bewirtung gilt jedoch in Bremen die 3G-Regel: Besucher müssen geimpft, genesen oder getestet sein. In Hannover ist die Regelung strenger: Aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens gilt auf den Weihnachtsmärkten in der Stadt Hannover von Mittwoch an Maskenpflicht. Neben Besuchern muss auch dienstleistendes Personal einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie die Region Hannover am Montagabend mitteilte. Mit Schildern müssen die Standbetreiber Besucher auf die Maskenpflicht hinweisen. Besucher von Getränke- oder Essensständen dürfen die Masken beim Trinken oder Essen abnehmen.

Auch in Hildesheim, Braunschweig, Osnabrück, Celle und Hameln laufen die Weihnachtsmärkte nun unter 2G-plus-Regelung

Der Weihnachtsmarkt in Göttingen wurde in der sich zuspitzenden Corona-Lage zum 1. Dezember geschlossen. „Der Infektionsschutz kann nicht länger gewährleistet werden“, sagte Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) am30. November. Ab dem 1. Dezember hätte auf dem Markt die 2G-plus-Regel gelten sollen. Dann hätten Geimpfte und Genesene täglich auch noch ein Testzentrum und eine Ausgabestelle für Bändchen aufsuchen müssen. Dies widerspreche dem Ziel, Kontakte zu reduzieren, so die Oberbürgermeisterin. Zum anderen kursiere die neue Corona-Variante Omikron höchstwahrscheinlich schon in Niedersachsen. Sie könne deshalb den Weihnachtsmarkt nicht länger verantworten, sagte Broistedt.

Auch in Wolfsburg gilt 2G-plus auf den Weihnachtsmärkten. Ein Grund für einige Schaustellerinnen und Schausteller ihre Stände vorzeitig abzubauen. Die Stadt habe sich laut Pressemitteilung der WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH vom 30. November für ein weihnachtliches To-Go-Angebot mit Speisen- und Handelsständen in der Porschestraße entschieden.

Die Weihnachtspyramide in Hannover dreht sich an einem Dezemberabend im Jahr 2019. © Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Die Stadt Goslar im Harz hat ihren Weihnachtsmarkt wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage derweil das zweite Jahr in Folge abgesagt. „Mit der Entscheidung, die uns unglaublich schwergefallen ist, reagieren wir auch auf die Sorgen der Akteure des Weihnachtsmarktes“, teilte Marina Vetter, Geschäftsführerin der Goslar Marketing GmbH, am Donnerstag mit. Zuvor habe es bereits Absagen von Marktteilnehmern gegeben. Es sei wichtig, „gravierendere Auswirkungen durch die Pandemie in der Stadt zu reduzieren“. Der Marktplatz und der Schuhhof, der älteste Platz der Stadt mit vielen Fachwerkhäusern, sollten aber weihnachtlich beleuchtet werden.

Auch in Lüneburg wurde der Weihnachtsmarkt nach nur knapp einer Woche Laufzeit wieder geschlossen. Die Schaustellerinnen und Schausteller teilten der Stadt mit, dass sich das Geschäft unter den neuen am 1. Dezember in Kraft getretenen 2G-Plus-Regeln nicht mehr lohne.

Veranstalter in NRW starten Weihnachtsmärkte mit 2G

Seit dem 24. November gilt in NRW eine Coronaschutzverordnung, mit der Weihnachtsmärkte nur unter 2G-Regel besucht werden dürfen. Doch angesichts der steigenden Infektionszahlen haben sich mehrere Städte, darunter Köln, Bonn und Duisburg für die Einführung einer Maskenpflicht auf den Märkten und in der Innenstadt entschieden.

Die Stadt Düsseldorf hat alle Händler auf den Weihnachtsmärkten verpflichtet, vor jedem Verkauf den 2G-Nachweis zu prüfen. Dafür sollen sie auch selbst entsprechende Bändchen als Nachweis ausgeben. Wer als Händler gegen die Auflagen verstößt, dem wird in einem Schreiben mit der Standschließung gedroht.

„Jeder Kunde muss vom Standpersonal nach seinem 2G-Status befragt werden. Trägt er bereits ein 2G-Bändchen, kann der Kunden ohne weitere Kontrollen bedient werden“, heißt es in dem Schreiben an die Markthändler.

Die Stadt Duisburg hat nach dem ersten Wochenende mit 2G-Corona-Schutzauflagen am Weihnachtsmarkt eine positive Bilanz gezogen. Es sei „massiv kontrolliert“ worden, und die Bürger hätten darauf sehr kooperativ reagiert. „Nichts ist eskaliert“, sagte der Duisburger Corona-Krisenstabsleiter Martin Murrack am Montag. Zugleich kündigten Bonn (ab 17. November) und Münster (ab 22. November) ebenfalls einen Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene bei ihren Weihnachtsmärkten an.

„Die Zugangsbeschränkung mit 2G soll den Schutz aller Beteiligten erhöhen, das ist angesichts der jüngsten Infektionsentwicklung angebracht“, sagte der Münsteraner Corona-Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer laut Mitteilung. Sowohl Bonn als auch Münster hätten grünes Licht vom Land für die Auflagen bekommen, teilten die Städte mit. Bonn prüfe daneben eine Maskenpflicht für die ganze Innenstadt, hieß es.

Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) erneuerte außerdem ihren Appell an die Landesregierung, eine einheitliche 2G-Regelung zu erlassen. „Eine einheitliche 2G-Regelung ist überfällig, um mit Blick auf die Belastung des Gesundheitssystems die Reißleine zu ziehen“, erklärte sie.

Besucher gehen über den Weihnachtsmarkt vor dem Kölner Dom. © Quelle: Oliver Berg/dpa

Der Weihnachtsmarkt ist Bochum hat zum Start am 25. November viele Impfwillige angelockt: Schon vor der Öffnung der stationären Impfstelle zwischen Glühweinständen und Würstchenbuden bildeten sich lange Schlangen. Etwa 150 bis 200 Menschen warteten darauf, eine Corona-Schutzimpfung zu bekommen. „Der Andrang war so groß, dass wir bis zur Schließung aus Kapazitätsgründen nicht alle impfen konnten. Wir mussten bei etwa 100 Personen kappen“, sagte Bochums Stadtsprecher Thomas Sprenger am Abend auf Anfrage.

Auf dem Weihnachtsmarkt gilt 2G - also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. Es sind zunächst zwei weitere Impf-Tage geplant: bis zum Samstag jeweils von 17 bis 21 Uhr.

Große Weihnachtsmärkte in Rheinland-Pfalz unter 2G-Bedingungen

Auf den Weihnachtsmärkten in Mainz, Trier und Koblenz können bis dato nur Geimpfte und Genesene einen Glühwein trinken, eine Bratwurst essen, Baumschmuck kaufen oder Karussell fahren - in Ludwigshafen wird das in Kürze der Fall sein. Mit den neuen Corona-Regeln ab dem 3. Dezember könnte jedoch auch für die Märkte in Rheinland-Pfalz eine 2G-plus-Regelung in Kraft treten.

In Worms gilt die 2G-Regel für die räumlich abgegrenzten Stände, die Glühwein und andere alkoholische Getränke verkaufen. „Es wird nicht möglich sein, mit einer Glühweintasse über den Weihnachtsmarkt zu schlendern“, teilte die Stadt mit.

Außer der 2G-Regelung gilt in Mainz auch die Maskenpflicht: beim Anstehen, und wenn ein Abstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. In Ludwigshafen ist die Maske seit Beginn des Weihnachtsmarkts am 10. November schon Pflicht.

Speyer setzt auch auf medizinische Masken. Sie sind während der Zeit des Weihnachts- und Neujahresmarktes täglich von 11 bis 20 Uhr in der Fußgängerzone Pflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Dies gelte auch auf dem Weihnachtsmarkt in „allseitig geschlossenen Buden oder sonstigen an mindestens drei Seiten geschlossenen Räumen“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. An der Schlittschuhbahn sowie den Plätzen zum Verzehren und Verweilen gilt hingegen 3G, also auch Zugang für Ungeimpfte mit Test. Der Kauf von Speisen und Getränken zum Mitnehmen ist auch ohne Test möglich.

Der Dom und die festliche Beleuchtung auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt spiegeln sich 2019 in einer glänzenden Oberfläche. © Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Kontrolliert werden die 2G-Regelung in Mainz und Koblenz mit Hilfe bunter Bändchen für die Handgelenke. Trier setzt auf eine Absperrung und Einlasskontrollen. In Speyer übernehmen die Schaustellerbetriebe beim Verkauf von Speisen und Getränken die Kontrolle, aber der kommunale Vollzugsdienst ist auch unterwegs.

In Koblenz sind die Standbetreiber dazu verpflichtet, die entsprechenden Nachweise zu überprüfen. Ausnahmen gelten für Kinder und Jugendliche, Schwangere sowie Personen mit einer schweren Vorerkrankung und einem entsprechenden ärztlichen Attest. Bei ihnen reicht ein Test.

Bei Verstößen gegen die 2G-Regel wird in Mainz ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro fällig. Wer die Maske nicht aufsetzt, muss 50 Euro bezahlen. In Speyer gilt generell bei Verstößen ein Bußgeld von 50 Euro.

Die Stadtverwaltung von Kaiserlautern hat am 1. Dezember das vorzeitige Ende des Weihnachtsmarktes beschlossen. Es sei „mit großen Bedenken das steigende Infektionsgeschehen in Kaiserslautern“ beobachtet worden, hieß es aus dem Rathaus: „Damit die Lage nicht außer Kontrolle gerät, wurde eine Notbremse für den Weihnachtsmarkt beschlossen. So wird dieser ab Sonntag, 5. Dezember, geschlossen sein.“

Die Landesregierung hat sich noch nicht endgültig entschieden, ob es nicht doch noch landesweite Regeln für die Weihnachtsmärkte geben soll. Da die Märkte so unterschiedlich seien, machten landeseinheitliche Regeln keinen Sinn, hieß es bisher. Allerdings könne sich dies angesichts weiter steigender Infektionszahlen noch ändern. Der Landtagsfraktionschef der Grünen, Bernhard Braun, hält eine Maskenpflicht für „das Minimum, was man im Moment braucht“.

Saarland: Christkindlmarkt in Saarbrücken verschoben

Saarlouis und Saarbrücken sind momentan saarländische Spitzenreiter bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Trotzdem wurden am 24. November die Weihnachtsmärkte in beiden Städten eröffnet.

Nach den ab dem 20. November geltenden, landesweiten Regeln können sich Veranstalter zwischen einer 3G-Zulassung für Geimpfte, Genesene und Getestete oder einer Maskenpflicht entscheiden. In Innenräumen sind grundsätzlich nur Geimpfte oder Genesene (G2) erlaubt. Angesichts stark steigender Corona-Zahlen waren zuletzt vor allem in kleineren Kommunen zahlreiche Weihnachtsmärkte abgesagt worden, die an bestimmten Wochenenden geplant waren.

Keine Weihnachtsmärkte in Sachsen

Sachsens Regierung hat kurz vor Eröffnung der Weihnachtsmärkte die Reißleine gezogen. Nun ist der Frust groß. Dabei hatte Regierungschef Michael Kretschmer schon früher die Bürgermeister ersucht, in diesem Jahr auf die Märkte zu verzichten.

Die sehr kurzfristige Absage von Weihnachtsmärkten wegen der heftigen Corona-Welle sorgt in Sachsen für Unmut. „Noch vor zwei Wochen wurde eine Verordnung verabschiedet, nach der Weihnachtsmärkte auf jeden Fall stattfinden können“, erklärte Nico Brünler, wirtschaftspolitischer Sprecher der Linken im Landtag, in Dresden. Die nun erfolgte Absage bringe Händler in große Not. „Dieses Hin und Her muss aufhören, sonst sind viele kleine und mittelständische Betriebe in ihrer Existenz bedroht.“

Die Regierung hatte 26. November eine Corona-Notfallverordnung beschlossen, die am 29. November in Sachsen in Kraft trat. Die Absage von Weihnachtsmärkten, Messen und Großveranstaltungen ist nur ein Punkt unter vielen, um die ausufernde Corona-Pandemie wieder in den Griff zu bekommen. In Dresden sollte der Striezelmarkt ursprünglich 29. November eröffnet werden. Für den 30. November war das in Leipzig, Freiberg und Plauen geplant.

Der Dresdner Striezelmarkt auf dem Altmarkt mit vielen Buden und Touristen. © Quelle: imago images/ddbd

Tatsächlich hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) aber schon vorher versucht, die Kommunen zur Absage der Märkte zu bewegen. „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt, und in den Krankenhäusern ist alles am Ende, und man kämpft um die letzten Ressourcen“, sagte er etwa am 11. November in einem Interview. Noch am gleichen Tag verwies er darauf, dass mit dem Aufbau eines Weihnachtsmarktes Kosten verbunden sind. „Je eher wir Klarheit schaffen, desto besser.“ Dennoch fand er damit weder beim Sächsischen Städte- und Gemeindetag noch bei vielen Bürgermeistern Gehör.

„Die Verhinderung der traditionellen Weihnachtsmärkte kurz vor der Saison treibt Standbetreiber und die gesamte Weihnachtsbranche in Sachsen an den Rand des Ruins“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der sächsischen FDP, Tino Günther. Dabei habe die Regierung den Unternehmern bis zum Schluss Hoffnung gemacht. „So ungeplant und fahrlässig wie die Absage ist auch die Regelung eines finanziellen Ausgleichs. Ich kann nicht nachvollziehen, warum mit der Absage nicht sofort die Rahmenbedingungen für die Händler geklärt wurden. Die Verwaltung hat den Weihnachtshandel nicht das erste Mal in eine solche Lage gebracht.“

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Weihnachtsmärkte in Sachsen-Anhalt: Hoffen auf Normalität

In Halle ist der Weihnachtsmarkt einen Tag nach der Eröffnung pandemiebedingt geschlossen worden. Auch in Stendal, Bitterfeld-Wolfen und auf der Burg Querfurt wurden Weihnachtsmärkte abgesagt.

Der Halberstädter Weihnachtsmarkt schloss am 1. Dezember, nur eine Woche nach seiner Eröffnung. „Wir haben uns gemeinsam mit den Marktbeschickern und Schaustellern entschlossen, den Markt nicht mehr zu öffnen“, sagte der Veranstalter Jens Ganso am 1. Dezember. „Wir bedauern den Entschluss sehr, sehen aber aktuell keine Alternative.“ Die Frequentierung des Marktes habe seit der Einführung der 2G-plus-Zugangsregelung trotz Teststation massiv abgenommen, sagte Ganso weiter. Daher sei es nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch wirtschaftlich betrachtet, nicht mehr zumutbar, den Halberstädter Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Auch in Wernigerode im Harz war der Markt zuvor abgesagt worden.

In Magdeburg stellten die Veranstalter auf das 2G-Prinzip um und lassen seit dem 24. November nur noch Geimpfte und Genesene sowie Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zu. Besucherinnen und Besucher müssen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie einen Mindestabstand von 1,50 Metern nicht einhalten können. Die Maske darf zum Essen und Trinken abgenommen werden.

Nach einem Jahr coronabedingter Zwangspause soll der Magdeburger Weihnachtsmarkt am 22. November eröffnen. © Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra

Weihnachtsmärkte in Schleswig-Holstein starten

Viele Weihnachtsmärkte laden vom 22. November an in Schleswig-Holstein zum Bummeln und Verweilen ein - unter anderem in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Dabei gelten angesichts der stark gestiegenen Corona-Zahlen strenge Vorsichtsmaßnahmen. Überall im Land dürfen nur Geimpfte und von Covid-19 Genesene geschlossene Räume betreten. Für Marktbereiche mit Gedränge hat die Landesregierung ebenfalls die sogenannte 2G-Regel empfohlen. Eine Maskenpflicht ist derzeit auf den Weihnachtsmärkten im Freien nicht geplant, es wird aber empfohlen, Abstand zu halten. Doch die Regeln werden in den verschiedenen Städten unterschiedlich umgesetzt.

Viele Menschen besuchten 2019 den Lübecker Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt der Hansestadt.

In Neumünster gilt beispielsweise die 2G-Regel auch im Außenbereich, in Kiel nicht. In beiden Städten müssen Besucherinnen und Besucher eine Maske tragen. Das gilt auch für die Lübecker Weihnachtsmärkte. Dort gilt auf allen Märkten auf der Altstadtinsel die 2G-Regel. Dazu gehört, dass die Märkte unter freiem Himmel eingezäunt und alle Besucher an den Eingängen von zusätzlichem Sicherheitspersonal kontrolliert werden.

Thüringer Weihnachtsmärkte: Erfurt findet statt, Jena abgesagt

Der Weihnachtsmarkt in Erfurt ist der größte im Land. Vor der Pandemie hat er Zehntausende Besucher nicht nur aus dem Freistaat angelockt. Der Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt war am23. November geöffnet worden - und musste 25. November bereits wieder schließen. Die Stadt Erfurt hält nun nach einer Prüfung der Lage daran fest, das Land wegen des Weihnachtsmarkt-Verbots zu verklagen: „Wir gedenken jetzt rechtlich zu agieren“, sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am Montag auf dem Erfurter Domplatz, während im Hintergrund der Abbau der ersten Buden lief.

Sobald die Klageschrift geschrieben sei, stehe auch den Städten Eisenach und Weimar frei, sich anzuschließen.

Auch der Weihnachtsmarkt in Nordhausen ist nach Angaben eines Sprechers der Stadt angesichts der Zuspitzung der Corona-Situation abgesagt. „Wenn man mit einem gesunden Menschenverstand auf die Zahlen schaut, kann man das nicht verantworten“, sagte der Sprecher.

Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt am Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden ist abgesagt, wie die Stadt mitteilte. Auch der Gothaer Weihnachtsmarkt wurde nach zwei Tagen wieder geschlossen. Eine Absage gab es ebenso für den Gänselieschen-Glühweinmarkt in Hildburghausen.

Der historische Weihnachtsmarkt auf der Wartburg wurde wegen steigender Corona-Zahlen abgesagt. Nach Angaben der Wartburg-Stiftung in Eisenach lässt sich angesichts der Regelungen und Einschränkungen der Weihnachtsmarkt mit Tausenden Gästen aus Thüringen und ganz Deutschland nicht in gewohnt stimmungsvoller Weise umsetzen.

Angesichts der Zuspitzung der Corona-Lage und der damit drohenden Überlastung der Intensivstationen fällt auch der Weihnachtsmarkt in Jena aus. Die Stadtverwaltung Jena teilte mit, dass das stimmungsvolle Miteinander auf dem Markt unter Infektionsschutzmaßnahmen wie etwa 2G-Regeln kaum möglich sei.

In Altenburg fällt der Weihnachtsmarkt ebenfalls aus. Oberbürgermeister André Neumann (CDU) sei zu dem Schluss gekommen, dass ein Weihnachtsmarkt angesichts der hohen Infektionszahlen nicht zu verantworten sei, teilte die Stadtverwaltung Altenburg mit. Ein weihnachtliches Ambiente in der Innenstadt solle es dennoch geben.

Der Weihnachtsmann werde beispielsweise ab dem ersten Advent täglich in der Innenstadt unterwegs sein, hieß es von der Stadtverwaltung. Zudem werde es einige kulturelle Veranstaltungen geben wie etwa Weihnachtskonzerte, die von der Musikschule veranstaltet werden. Diese finden am 4. und am 12. Dezember in der Altenburger Brüderkirche und Schmöllner Stadtkirche St. Nicolai unter 3G-Plus-Regeln statt. Die 3G-Plus-Regelung sieht vor, dass nur Geimpfte, Genese oder PCR-getestete Menschen die Veranstaltung besuchen dürfen.

Zu den festtypischen Attraktionen auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt gehört eine zwölf Meter hohe Weihnachtspyramide, eine Weihnachtskrippe und die 22 Meter hohe geschmückte Weißtanne. © Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp

Der Rat der Stadt Saalfeld habe sowohl den Weihnachtsmarkt als auch den verkaufsoffenen Sonntag Ende November abgesagt, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Der Grund sei vor allem der Beschluss der Thüringer Kabinetts, der vorsieht, auch Veranstaltungen unter freien Himmel mit 2G durchzuführen. Das sei nur durch eine Umzäunung und den Einsatz eines Security-Dienstes zu bewerkstelligen. Nach Angaben der Stadtverwaltung würden dadurch Mehrkosten von 10.000 bis 15.000 Euro entstehen.

Nach „sehr vielen“ Absagen von Händlerinnen und Händlern der Weihnachtsmarkthütten aufgrund der neuen 2G-Regeln wird es auch in Bad Frankenhausen keinen Weihnachtsmarkt geben, sagte Bürgermeister Matthias Strejc. „Nur mit drei oder vier Ständen“ brauche man diesen nicht zu machen. Ebenso ist es in Bad Salzungen.

RND/al/nis/sop/dpa

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