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Weihnachten in Europa: So dürfen die Menschen in anderen Ländern dieses Jahr feiern

  • Überall auf der Welt müssen Menschen im Corona-Jahr 2020 das Weihnachtsfest mit Einschränkungen begehen.
  • In den meisten Ländern stehen die Regeln für die Feiertage bereits fest.
  • Ein Überblick der Maßnahmen in den europäischen Ländern.
Nico Schwieger
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In Deutschland ist rund zwei Wochen vor Weihnachten noch nicht ganz klar, was zum Fest erlaubt sein wird. Beschlossen ist zum jetzigen Zeitpunkt, dass im Zeitraum vom 23. Dezember bis zum 1. Januar grundsätzlich Treffen mit maximal zehn Personen erlaubt sind – egal, ob Familienmitglieder oder nicht. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt, mit Kindern darf die Gesamtzahl also auch zehn Personen übersteigen.

Damit sich nicht zu viele Menschen aus verschiedenen Haushalten bei Familienbesuchen in Privatwohnungen drängen, wollen mehrere Bundesländer zulassen, dass Hotels an Weihnachten Menschen aufnehmen, die ihre Familien besuchen. Andere Bundesländer wiederum lassen die Hotels geschlossen.

Zu allen Regeln und Maßnahmen kann es Ausnahmen in einzelnen Bundesländern sowie in Corona-Hotspots geben. Änderungen bis zum Fest können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Das Robert-Koch-Institut gab am Mittwoch (9. Dezember) für Deutschland einen Inzidenzwert von 148,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen an.

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Wie sehen die Maßnahmen rund um Weihnachten in anderen Ländern Europas aus? Und wie darf dort das Weihnachtsfest gefeiert werden? Ein Überblick.

Weihnachten in den Niederlanden: Höchstens drei Gäste pro Tag

  • Einwohner: 17,3 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 236 (Stand: 9.12.2020)

Angesichts der deutlich steigenden Corona-Infektionen gibt es in den Niederlanden vorerst keine Erleichterung des Teil-Lockdowns. Auch zu Weihnachten dürfen Bürger höchstens drei Gäste pro Tag zu Hause empfangen, wie Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend (8. Dezember) in Den Haag mitteilte. Es laufe wirklich nicht gut, sagte der Premier. Sollten die Infektionszahlen nicht schnell sinken, dann drohten noch vor Weihnachten weitere Verschärfungen.

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In den vergangenen sieben Tagen waren in den Niederlanden 43.103 Neuinfektionen registriert worden, 27 Prozent mehr als in der Vorwoche. Die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen bleibt demnach hoch. Seit Mitte Oktober gilt in den Niederlanden ein Teil-Lockdown. Gaststätten sind geschlossen und persönliche Kontakte stark eingeschränkt. Reisen ohne dringenden Grund sind untersagt.

Weihnachten in Dänemark: Fest mit nicht mehr als zehn Personen

  • Einwohner: 5,8 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 210 (Stand: 9.12.2020)

Im Kampf gegen hohe Corona-Infektionszahlen erlässt Dänemark für die Zeit über Weihnachten und Neujahr in weiten Teilen des Landes weitreichende Beschränkungen. In einigen der bevölkerungsreichsten Kommunen des nördlichsten deutschen Nachbarlandes werden ab Mittwoch (9. Dezember) alle Restaurants, Bars und Cafés sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Kinos, Museen und Zoos geschlossen. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montag (7. Dezember) in Kopenhagen bekannt. Schüler ab der fünften Klasse sowie diejenigen weiterführender Bildungseinrichtungen werden in den Distanzunterricht und öffentliche Bedienstete ohne kritische Funktionen ins Homeoffice geschickt.

Weihnachten könne im engsten Familienkreis gefeiert werden, dann aber sollten nicht mehr als zehn Personen zusammenkommen, sagte Frederiksen. „Umso weniger Menschen wir sehen, desto besser können wir auch die Infektionsketten durchbrechen.“ Die Maßnahmen gelten vorläufig bis zum 3. Januar.

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Weihnachten in Spanien: Wohnregion nur in Ausnahmen verlassen

  • Einwohner: 47 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 98 (Stand: 9.12.2020)

Der einstige Corona-Hotspot Spanien feiert im Kampf gegen das Virus beachtliche Erfolge. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen blieb am Freitag der vergangenen Woche (4. Dezember) erstmals nach zwei Monaten unter der Marke von 100.

Zwischen dem 23. Dezember und dem 6. Januar dürfen die Bürger ihre jeweilige Wohnregion trotzdem nur in Ausnahmefällen verlassen. Für Treffen im Familienkreis wird man die regionalen Grenzen überqueren dürfen.

Vizeregierungschefin Carmen Calvo warnte die 47 Millionen Bürger des Landes vor Nachlässigkeit. Man solle sich „so wenig wie möglich bewegen“. Die sozialistische Politikerin geht mit gutem Beispiel voran: „Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben Weihnachten nicht in meinem (andalusischen) Dorf Cabra sein. Das Opfer lohnt sich aber.“

Weihnachten in Italien: Reisen über Weihnachten verboten

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  • Einwohner: 60,4 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 234 (Stand: 9.12.2020)

Mit strengeren Corona-Regeln für die Zeit um Weihnachten und Neujahr will die Regierung in Italien eine dritte Infektionswelle verhindern. Die Regierung hat am Donnerstag (3. Dezember) eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit über Weihnachten und Neujahr beschlossen.

Reisen zwischen einzelnen italienischen Regionen seien vom 21. Dezember bis 6. Januar verboten. Am 25. und 26. Dezember sowie am Neujahrstag sollten die Menschen in ihren Städten und Gemeinden bleiben. Ausnahmen gelten stets für Arbeit, Notfälle oder um an den eigenen Wohnsitz zurückzukehren.

Die landesweit geltende Ausgangssperre bleibt Conte zufolge zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens weiter bestehen. Ebenfalls erhalten bleibt die Aufteilung der Regionen in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern in die drei Corona-Risikozonen rot, orange und gelb.

Weihnachten in Frankreich: Nächtliche Ausgangssperren werden ausgesetzt

  • Einwohner: 67 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 110 (Stand: 9.12.2020)

Frankreichs Premier Castex äußerte sich am Donnerstag (3. Dezember) zur derzeitigen Corona-Lage im Land. Die Situation habe sich klar verbessert, aber die Situation bleibe fragil. „Wir haben dieses Virus noch nicht besiegt“, warnte er. Für das Weihnachtsfest schlug Castex Feiern von maximal sechs Personen plus Kinder pro Haushalt vor.

Noch bis Mitte Dezember gelten in Frankreich landesweite Ausgangsbeschränkungen. Sie sollen dann durch nächtliche Ausgangssperren ersetzt werden. Über die Ferien könnten sich die Menschen frei im Land bewegen, so die Regierung – an Heiligabend und Silvester werden die nächtlichen Ausgangssperren ausgesetzt.

Weihnachten in Belgien: Alleinstehende dürfen zwei Personen einladen

  • Einwohner: 11,5 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 99 (Stand: 9.12.2020)

Belgien lockert dank rückläufiger Corona-Fallzahlen einige Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Bei den Corona-Maßnahmen rund um Familientreffen in der Weihnachtszeit soll es anders als in einigen anderen europäischen Ländern in Belgien streng zugehen. Am 24. und am 25. Dezember könnten Alleinstehende bis zu zwei Personen in ihre Wohnungen und Häuser einladen, erklärte der belgische Premierminister Alexander De Croo am 27. November. So wolle man sichergehen, dass die Menschen an Weihnachten und Neujahr nicht alleine seien.

Weihnachten in Großbritannien: Drei Haushalte bilden eine „Christmas Bubble“

  • Einwohner: 66,7 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 163 (Stand: 9.12.2020)

Ähnlich wie in Deutschland sollen auch die Menschen in Großbritannien trotz Corona gemeinsam Weihnachten feiern dürfen. Über die Feiertage soll es drei Haushalten erlaubt sein, eine „Christmas Bubble“ (deutsch: „Weihnachtsblase“) zu bilden und sich miteinander zu treffen, wie die britische Regierung am 24. November mitteilte. Das gilt nicht nur für England, sondern auch Schottland, Wales und Nordirland, die normalerweise ihre eigenen Corona-Beschränkungen machen.

Vom 23. bis zum 27. Dezember sollen auch gelockerte Reiseregeln zwischen den Regionen gelten. „Familien und Freunde werden nun in ganz Großbritannien die Möglichkeit haben, sich in begrenztem und vorsichtigem Rahmen zu treffen“, sagte Staatsminister Michael Gove laut einer Mitteilung.

Weihnachten in Polen: Weihnachten im engsten Familienkreis

  • Einwohner: 38 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 203 (Stand: 9.12.2020)

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki appellierte an die polnischen Bürger, das Weihnachtsfest nur im engsten Familienkreis zu feiern und Reisen zu vermeiden. Die Reduzierung von sozialen Kontakten während der Feiertage sei ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf der Pandemie. Die Regierung arbeite daher auch an rechtlichen Lösungen zur Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten in dieser Zeit.

„Vor uns liegen hundert Tage der Solidarität“, sagte der Regierungschef. So lange müssten die Bürger Disziplin zeigen und mit den Einschränkungen leben. Restaurants, Bars sowie Fitnessstudios und Kultureinrichtungen bleiben in Polen bis nach Weihnachten geschlossen.

Weihnachten in Österreich: Kontaktbeschränkungen für Festtage gelockert

  • Einwohner: 8,9 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 255 (Stand: 9.12.2020)

Für die Festtage werden in Österreich die Kontaktbeschränkungen gelockert. Tagsüber dürfen sich am 24., 25., und 26. Dezember insgesamt zehn Personen treffen – unabhängig davon, in wie vielen Haushalten sie leben. Abseits der Festtage sind bis zum 7. Januar nur Treffen von Angehörigen zweier Haushalte erlaubt. Auch die nächtliche Ausgangssperre wird zeitweilig aufgehoben: Man darf bis nach 20 Uhr feiern. Kanzler Kurz verspricht ein „würdevolles Weihnachten mit hohem Ausmaß an Sicherheit“.

Weihnachten in der Schweiz: Auf Blasinstrumente verzichten

  • Einwohner: 8,6 Millionen
  • Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner): 317 (Stand: 9.12.2020)

In der Schweiz gelten für das Weihnachtsfest ähnliche Regeln wie in Deutschland. Maximal zehn Personen dürfen an Weihnachten zusammenkommen. Darüber hinaus wird empfohlen, Treffen auf zwei Haushalte zu beschränken. Dazu kommt, dass während des Festes auf das Singen und Spielen von Blasinstrumenten verzichtet werden soll. Vor und nach dem Essen sollte eine Maske getragen werden, schreibt das Schweizer Bundesamt für Gesundheit in seinen Empfehlungen am Freitag (4. Dezember). Mit welchen offiziellen Maßnahmen die Schweiz in die Weihnachtstage gehen wird, ist noch unklar.

Der Stand der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der europäischen Länder ist vom 9. Dezember (12 Uhr).

RND/nis mit dpa und AP

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