Wehrmachtspanzer im Keller: 84-Jähriger steht in Kiel vor Gericht

  • In seinem Keller hatte er einen Wehrmachtspanzer und war offenbar mit einer originalgetreuen Restaurierung beschäftigt.
  • Bis ein 84-Jähriger aus Kiel 2015 dabei erwischt wurde.
  • Nun hat der Prozess gegen ihn begonnen.
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Kiel. Unter großem Medienrummel hat der Prozess gegen einen 84-Jährigen wegen unerlaubten Besitzes eines Wehrmachtspanzers und weiterer früherer Kriegswaffen begonnen. Im Kern geht es vor dem Landgericht Kiel darum, ob der Panzerkampfwagen vom Typ „Panther“ unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt.

Staatsanwalt Thorsten Wolke sagte zu Prozessbeginn am Freitag, dass es sich weiter um eine Kriegswaffe handele. Weil der Angeklagte mit einer originalgetreuen Restaurierung beschäftigt war, habe zumindest der Versuch des Herstellens einer Kriegswaffe vorgelegen. Angeklagt sind der Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und weitere waffenrechtliche Verstöße.

Ermittlungen um wieder aufgetauchte Nazi-Kunst

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Nach Ansicht von Verteidiger Gerald Goecke waren Panzer und andere frühere Kriegswaffen jedoch nicht verwendbar. Im Falle einer Flak gebe es keine Munition. Das Herstellen von fünf Schuss für Probezwecke würde laut Gutachten 216.000 Euro kosten, sagte der Verteidiger.

Sein Mandant war im Zuge von Ermittlungen um wieder aufgetauchte Nazi-Kunst ins Visier geraten. Im Juli 2015 wurden im Keller seiner Villa in einem Kieler Vorort auch ein Torpedo, ein Mörser vom Kaliber 5 Zentimeter sowie eine Flugabwehrkanone vom Kaliber 8,8 Zentimeter sichergestellt. Zudem wurden Maschinen- und Sturmgewehre, halb- und vollautomatische Pistolen sowie mehr als 1000 Schuss Munition gefunden. Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, musste die Bundeswehr bei der Bergung mit zwei Bergpanzern helfen.

Der Angeklagte selbst äußerte sich am ersten Verhandlungstag nicht zu den Vorwürfen. Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigten an, Gespräche über eine Verständigung führen zu wollen. Bereits ab 2018 hatte es solche Versuche gegeben. Im Gespräch war demnach zunächst ein Verkauf des Panzers an ein Museum in den USA und eine Bewährungsauflage in Höhe von einer Million Euro aus dem Erlös.

RND/dpa/ams

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