Wegen Corona: Weniger Nashörner in Südafrika getötet

  • Während alle Welt über die Einschränkungen wegen Corona klagt, haben Wildhüter in Südafrika zum Weltnashorntag in ihrer Statistik eine positive Seite ausgemacht.
  • Der Lockdown verhinderte Wilderer daran, sich frei zu bewegen.
  • Allerdings könnte der Rückgang der Nashorn-Tötungen nur eine kurze Verschnaufpause sein.
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Johannesburg. Aufatmen bei den Nashörnern in Südafrika: Auch dank der Corona-Sperrmaßnahmen fallen weitaus weniger Dickhäuter Wilderern zum Opfer als sonst. Im ersten Halbjahr 2020 sei die Zahl getöteter Nashörner im Land im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, hieß es in einer offiziellen Statistik der Umweltbehörde. Demnach wurden 166 Tiere in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erlegt.

Ende März hatte die südafrikanische Regierung einen landesweiten Lockdown verhängt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Der gesamte in- und ausländische Reiseverkehr wurde eingestellt. Inzwischen wagt das Land eine allmähliche Öffnung und will ab dem 1. Oktober auch wieder ausländische Touristen einreisen lassen.

Südafrika hart mit Wilderer-Problem betroffen

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"Der Lockdown hat uns eine Möglichkeit eröffnet", sagte Albi Modise, Sprecher der Behörde für Umwelt, Forstwesen und Fischerei. Es habe keinen internationalen oder lokalen Tourismus gegeben. Und der Lockdown habe Wilderer daran gehindert, sich frei zu bewegen. Die Behörde habe in dieser Zeit ihre Schutzmaßnahmen verstärkt.

In Südafrika leben rund 20.000 Nashörner und damit laut Schätzungen 80 Prozent des weltweiten Gesamtbestands der am meisten bedrohten Säugetierart der Erde. Entsprechend hart ist das Land mit dem Problem durch Wilderer betroffen, die mit Hörnern der getöteten Tieren ihre illegalen internationalen Geschäfte machen. Andere Länder mit einer nennenswerten Nashornpopulation sind Kenia, Namibia und Simbabwe.

Rückgang bei Nashorn-Tötungen könnte nur Verschnaufpause sein

Cathy Dean, Chefin der Tierschutzorganisation Save the Rhino, warnte indes, dass der starke Rückgang bei Tötungen von Nashörnern in diesem Jahr nur eine kurze Verschnaufpause sein könnte. Denn die mit der Corona-Pandemie einhergehende Wirtschaftsflaute und der Einbruch des Tourismus sorge bei vielen Menschen für Verzweiflung.

Einige könnten sich daher der Wilderei zuwenden. Und mit der Wiederaufnahme von internationalen Flügen könnte die Jagd auf die Hörner der Tiere auch wieder Fahrt aufnehmen.

Am Dienstag wurde der Weltnashorntag begangen.

RND/AP

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