Wegen Corona: Simbabwe begnadigt 3000 Gefangene

  • Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa hat angeordnet, rund 3000 Inhaftierte freizulassen.
  • Damit sollen Kosten gespart und die Infektionsgefahr mit Corona reduziert werden.
  • Menschen, die schwere Verbrechen wie Mord oder Sexualstraftaten begangen haben, profitieren von der Amnestie nicht.
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Harare. Zur Entlastung der Gefängnisse inmitten der Corona-Pandemie hat Simbabwe mit der Freilassung von rund 3000 Häftlingen begonnen. Präsident Emmerson Mnangagwa ordnete eine Amnestie für sie an. Die Haftanstalten des Landes haben eine Kapazität von 17.000 Gefangenen, zuletzt saßen dort aber etwa 22.000 Menschen ein.

Am Samstag wurden etwa 400 Häftlinge aus dem Gefängnis Chikurubi und anderen Anstalten der Hauptstadt Harare entlassen, weitere kamen in anderen Teilen des Landes auf freien Fuß. Die Freigelassenen verbüßten Strafen wegen Verbrechen ohne Gewaltanwendung. Wegen schwerer Verbrechen wie Mord, Menschenhandel und Sexualstraftaten Verurteilte profitieren nicht von der Amnestie. Mnangagwa reduzierte zudem die Strafen vieler zum Tod Verurteilter zu lebenslanger Haft. In Simbabwe gibt es noch die Todesstrafe, vollstreckt wurde sie aber seit Jahren nicht mehr.

Simbabwe will Kosten sparen und Covid-19-Infektionen senken

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Die Amnestie werde zu einer Kostenreduzierung beitragen und die Gefahr verringern, dass sich das Coronavirus in Gefängnissen ausbreite, sagte Alvord Gapare, der Kommandeur der Gefängnisse in Harare. In den Haftanstalten der simbabwischen Hauptstadt seien 173 Infektionsfälle und ein Todesfall in Verbindung mit dem Virus bestätigt worden, sagte er. Dort gelte inzwischen ein vorübergehendes Besuchsverbot.

In dem Land im Süden Afrikas mit rund 15 Millionen Einwohnern wurden bis Samstag nach Angaben der Afrika-Zentren für Krankheitskontrolle und -vorbeugung 37.534 Fälle von Covid-19 verzeichnet, darunter 1551 Todesfälle.

RND/AP

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