Wegen Corona: Kolumbien entlässt Tausende Häftlinge in Hausarrest

  • Häftlinge in kolumbianischen Gefängnissen, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind, können in den Hausarrest wechseln.
  • Das beschloss am Mittwoch die Regierung des Landes.
  • Laut Angaben der Justizministerin betreffe diese neue Regelung rund 4000 Gefangene.
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Bogota. Die Regierung Kolumbiens hat ein Dekret erlassen, nach dem durch das Coronavirus besonders gefährdete Häftlinge wie Menschen über 60, Kranke, Schwangere oder Frauen mit Kindern unter drei Jahren in den Hausarrest wechseln können. Der Justizministerin Margarita Cabello zufolge, auf die sich die kolumbianische Zeitung "El Tiempo" am Mittwoch berief, könnte dies 4000 Gefangene betreffen.

Die Gefängnisse in Kolumbien sind wie auch andernorts in Lateinamerika, etwa in Brasilien, völlig überfüllt, was die Verbreitung des Coronavirus befördert.

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Aufstände und Fluchtversuche in Haftanstalten des Landes

So starben etwa im Gefängnis von Villavivencio, 125 Kilometer südlich der Hauptstadt Bogotá, bislang zwei Insassen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, 15 haben sich mit dem Virus infiziert.

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In den vergangenen Wochen war es in verschiedenen Haftanstalten Kolumbiens zu Aufständen und Fluchtversuchen gekommen. Hunderte Gefangene begehrten gegen Coronavirus-Maßnahmen auf, unter anderem dagegen, dass aufgrund der Beschränkungen des sozialen Lebens auch die Besuche eingeschränkt wurden.

23 Tote bei Gefängnis-Revolte in Bogotá

Bei einer Gefängnis-Revolte in Bogotá kamen mindestens 23 Häftlinge ums Leben, 80 wurden verletzt. Die Gefängnisbehörde rief nach den Aufständen den Notstand aus, der ihr ungewöhnliche Maßnahmen erlaubt.

RND/dpa

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