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Was können Betroffene oder Zeugen nach antisemitischen Vorfällen tun?

  • Nach dem mutmaßlich antisemitischen Vorfall im Leipziger Hotel „Westin“ stellt sich die Frage, was Betroffene in so einer Situation tun können.
  • Und wie sollte man reagieren, wenn man so einen Vorfall beobachtet?
  • Es gibt verschiedene Hilfsangebote und Beratungsstellen – ein Überblick.
Kathleen Retzar
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Der mutmaßlich antisemitische Vorfall in einem Leipziger Hotel gegen den Sänger Gil Ofarim hat große Empörung ausgelöst. Doch was kann man tun, wenn man selbst Betroffener eines verbalen antisemitischen Angriffs wird oder einen solchen beobachtet?

Nikolas Lelle von der Amadeu Antonio Stiftung, die sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus einsetzt, sagte im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass ein solcher Vorfall, wie ihn Gil Ofarim erlebt haben soll, in jedem Fall nicht ignoriert werden dürfe. Die mutmaßliche Aussage des Hotelmitarbeiters in Bezug auf den Davidstern sei „zwar nicht strafrechtlich relevant, aber dennoch eindeutig antisemitisch“.

Auch in Unternehmen sollten antisemitische Vorfälle nicht sanktionslos bleiben, so Lelle. „Es muss eine Stellungnahme mit klarer Positionierung und Konsequenzen geben. Die Probleme müssen benannt werden. Das ist ein Teil des Problems, dass das ‚Westin‘ dies nicht in vollem Umfang erkannt hat“, sagt er.

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Personen jüdischen Glaubens seien vor allem von verbalen Angriffen immer wieder betroffen. „Sie sind es leider schon gewohnt. Es gehört teilweise schon zu ihrem Alltag, weswegen sie bereits Strategien zum Umgang damit entwickelt haben“, so Lelle.

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Dennoch sollte ein solcher Fall gemeldet werden, einer entsprechenden Meldestelle wie RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) oder der Polizei. Betroffene von antisemitischen Vorfällen können sich auch in entsprechenden Beratungsstellen etwa bei OFEK melden.

Beratungsstellen zum Thema Antisemitismus

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  • Der Verein OFEK ist eine Beratungsstelle, die auf antisemitische Gewalt und Diskriminierung spezialisiert ist. Die Beratungen sind vertraulich, auf Wunsch auch anonym und kostenfrei und auf Deutsch, Englisch, Russisch und Hebräisch möglich. An den Verein können sich Einzelpersonen, deren Familien und Angehörigen, aber auch Zeugen von antisemitischer Gewalt und Diskriminierung aus dem Umfeld von Schule, Studium, Arbeitsplatz und Nachbarschaft, aber auch aus dem Internet wenden. Der Verein hat eine bundesweite Hotline, aber auch regionale Büros in Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.
  • Seit Oktober 2018 gibt es außerdem den Verein RIAS, den Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus. Auf der Website www.report-antisemitism.de können bundesweit einheitlich antisemitische Vorfälle erfasst und dokumentiert werden. Der Verein veröffentlich dort Analysen und Berichte, aber etwa auch Definitionen zum Antisemitismus und erklärt wann eine Straftat als antisemitisch gilt.
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