Waldbrandgefahr: Höchste Alarmstufe in Teilen Deutschlands

  • Hoch Detlef sorgt derzeit für hochsommerliche Temperaturen mit bis zu 40 Grad, mit der Trockenheit steigt aber auch die Waldbrandgefahr.
  • In Brandenburg, Niedersachsen und NRW loderten bereits die ersten Feuer.
  • Teils gilt dort schon die höchste Waldbrandgefahrenstufe.
Anzeige
Anzeige

Hoch “Detlef” zieht über Deutschland und versorgt das Land mit einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Doch mit der Hitze kommt auch die Trockenheit. Die Konsequenz: Die Waldbrandgefahr steigt. In Teilen Brandenburgs und Niedersachsens herrschte am Donnerstag bereits die höchste Gefahrenstufe fünf.

Video
Hohe Waldbrandgefahr: Behörden sind wachsam
1:58 min
Bei den Brandenburger Forsten beobachten die Mitarbeiter die Lage in ihren Wäldern ganz genau.  © Reuters

In den vergangenen Tagen loderten in Brandenburg und Niedersachsen bereits etliche Feuer, und auch in Nordrhein-Westfalen hatte es bereits mehrere kleinere Waldbrände gegeben, unter anderem in Dormagen und Haltern. In den Waldgebieten Haard und Hohe Mark im nördlichen Ruhrgebiet sind derzeit tagsüber die drei Feuerwachtürme besetzt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Als Vorsichtsmaßnahmen riefen Forstbehörden in Nordrhein-Westfalen die Bevölkerung auf, in diesen heißen Tagen beim Aufenthalt in Wäldern besonders umsichtig zu sein. “In diesem Jahr ist die Waldbrandgefahr deutlich höher als in den vergangenen Jahren”, sagte Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW am Donnerstag auf Anfrage der dpa.

Fahrlässigkeit von Waldbesuchern die häufigste Ursache von Waldbränden

Es gelte vielerorts bereits die zweithöchste Gefahrenstufe. Dabei sei allerdings noch nicht berücksichtigt, “dass wir Millionen tote Fichten in den Wäldern stehen und liegen haben”. Nach Angaben von Fachbereichsleiter Kersten Blaschczok vom Regionalverband Ruhr ist Fahrlässigkeit von Waldbesuchern die häufigste Ursache von Waldbränden. Blaschke erinnerte an die Vorgaben bei einem Waldbesuch: So gelte grundsätzlich bis Ende Oktober ein Rauchverbot. Offenes Feuer ist nicht erlaubt. Müll und vor allem Glas sollen wieder mitgenommen werden. Zufahrten dürften nicht durch Autos verstellt werden, damit Feuerwehrfahrzeuge im Ernstfall schnell in den Wald kommen.

Anzeige

Waldbrandgefahr: Hessen ruft zweithöchste Alarmstufe aus

Auch in weiten Teilen Hessens gilt eine hohe Waldbrandgefahr. Das hessische Umweltministerium rief am Donnerstag die zweithöchste Alarmstufe für die Forstverwaltung aus. Bedingt durch die andauernde Trockenheit verschärfe sich die Waldbrandgefahr, hieß es. Laut den Angaben war im gesamten Juli nur ein Drittel des durchschnittlichen Niederschlags gefallen. Bei der ausgerufenen Stufe A handelt es sich um die erste von zwei Alarmstufen.

Anzeige

Waldbesucher wurden zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Das Rauchen im Wald sei verboten. Außerhalb der ausgewiesenen Grillplätze dürfe kein Feuer entfacht werden. Auf den Plätzen solle Funkenflug vermieden und das Grillfeuer ordentlich gelöscht werden. Eine Brandgefahr gehe zudem von liegen gelassenen Flaschen und Glasscherben aus. Zudem mahnte das Ministerium, Zufahrtswege nicht durch Fahrzeuge zu blockieren und Autos nicht auf trockenem Bodenbewuchs abzustellen.

Grillverbot in Parks in Hessen

Nach Angaben des Innenministeriums gibt es in Hessen überwiegend Gebiete mit geringer Waldbrandgefahr, die nicht vergleichbar sind mit anderen Regionen, etwa trockenen Gebieten im Mittelmeerraum. Dennoch sei man auf großflächige Waldbrände vorbereitet. Es gebe abgestimmte Waldbrand-Alarmpläne und Einsatzkarten sowie ein dichtes Netz an gut ausgestatteten Feuerwehren. Demnach sind hessenweit mehr als 70.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in 2434 Feuerwehren aktiv.

Anzeige

Die Stadt Frankfurt verhängte unterdessen ein Grillverbot in Parks und anderen städtischen Grünanlagen. Offenes Feuer, Gasgrills, aber auch die mit glühender Kohle betriebenen Shishawasserpfeifen seien dort ab sofort verboten, teilte Hessens größte Stadt mit. Außerdem dürften auf den Friedhöfen wegen der Brandgefahr keine Grablichter mehr entzündet werden. Für den Wald im Frankfurter Stadtgebiet gelte die höchste Waldbrandstufe.

RND/dpa/liz

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen