Waldbrände: Kalifornien stellt einer Million Menschen den Strom ab

  • Angekündigte Winde in Kalifornien lassen das Risiko auf weitere Waldbrände steigen.
  • Weil die Anlagen eines Energieversorgers marode sind, stellt er nun vorsichtshalber einer Million Menschen den Strom ab.
  • Bis mindestens Montagabend sollen die gefährlichen Winde anhalten.
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Aus Angst vor einer Ausbreitung der verheerenden Waldbrände in Kalifornien, hat der Energieversorger Pacific Gas and Electric am Sonntag damit begonnen, bei fast einer Million Menschen im Bundesstaat „zur öffentlichen Sicherheit“ den Strom abzustellen. Das berichtet die „L.A. Times“. Bis mindestens Montagabend (Ortszeit) müssen die Bewohner ohne Strom aus der Leitung auskommen.

Grund sei ein Wetterphänomen, das bis in den Dienstag hinein trockene Winde aus Norden nach Kalifornien bringt. Die Winde, Diablos oder Santa Anas bezeichnet, könnten Geräte und Masten beschädigen, wodurch Funken entstehen könnten. Im ohnehin völlig trockenen Gestrüpp und durch die trockenen Winde, die mit bis zu 130 Stundenkilometer erwartet werden, würden dann weitere Flächenbrände drohen. Würde ein Waldbrand ausbrechen, könnte er sich durch die Winde verheerend schnell ausbreiten.

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Waldbrände: Höllenfahrt in Kalifornien
0:40 min
Feuerwehrleute fahren durch das Weinland Napa Valley in Kalifornien und haben die heftigen Feuer gefilmt, die nördlich von San Francisco wüten.  © Reuters
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Winde in Kalifornien: Luftfeuchtigkeit nur noch bei 5 bis 10 Prozent

Die „L.A. Times“ zitiert den Meteorologen Duane Dykema: „Es ist definitiv das stärkste Windereignis dieser Feuersaison, und wahrscheinlich bringt es die niedrigste Luftfeuchtigkeit von 5 bis 10 Prozent.“ Es handele sich um die gefährlichsten und kritischsten Bedingungen bisher. Je nachdem, wie sich der Wind entwickelt und wie er dreht, sind weitere Abschaltungen notwendig.

Anwohner sind zudem dazu aufgerufen, Aktivitäten, die einen Brand begünstigen könnten, zu unterlassen. Wer in Risikogebieten lebe, solle seine Notfallkoffer packen und sich mit den Evakuierungsrouten vertraut machen, so die Zeitung.

Marode Ausstattung soll 84 Menschen das Leben gekostet haben

Dem Energieversorger Pacific Gas and Electric wird vorgeworfen, durch marode Ausstattung bereits zu Waldbränden beigetragen zu haben, die auch Menschenleben kosteten. Der Konzern muss wegen fahrlässigen Totschlags in 84 Fällen zwischen 2015 und 2018 bereits eine Milliardenentschädigung zahlen.

In Kalifornien wüten in diesem Jahr die schlimmsten Waldbrände jemals. In den vergangenen drei Monaten sind mehr als vier Millionen Hektar Land verbannt und 31 Menschen gestorben. Mehr als 8200 Gebäude fielen den Flammen zum Opfer.

RND/msk

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