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Waldbrände in den USA: Gefährlicher Rauch löst immer häufiger Gesundheitsprobleme aus

  • Die verheerenden Busch- und Waldbrände im Westen der USA haben die Luft gefährlich verschmutzt.
  • Zahllose Menschen kommen deshalb in die Notaufnahme, Tausende Tote sind womöglich darauf zurückzuführen.
  • Und die schlechten Jahre werden mehr, warnen Forscher.
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Santa Cruz. Gleich zwei Mal hintereinander musste Barb Trout mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme gebracht werden. Die 64-Jährige aus dem Willamette-Tal südlich von Portland im US-Staat Oregon litt an Atembeschwerden und heftigen Asthma-Anfällen, wie sie sie zuvor überhaupt nicht kannte. Die Ursache: die verheerenden Wald- und Buschbrände im Westen der Vereinigten Staaten.

Die Flammen setzten dichte Rauchwolken frei, die vielerorts gesundheitsgefährdende Werte bei Luftschadstoffen erreichten, allen voran bei der Feinstaubbelastung. Die von den Behörden definierten Grenzwerte wurden in den vergangenen Wochen nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP über mindestens einen Tag hinweg in Regionen von fünf Staaten im Westen der USA überschritten.

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Waldbrände: Höllenfahrt in Kalifornien
0:40 min
Feuerwehrleute fahren durch das Weinland Napa Valley in Kalifornien und haben die heftigen Feuer gefilmt, die nördlich von San Francisco wüten.  © Reuters
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Starke Luftverschmutzung

In großen Städten Oregons wurde im vergangenen Monat die stärkste Luftverschmutzung gemeldet, die je gemessen wurde. Mächtige Windböen hatten zuvor Feuer in abgelegenen Gegenden massiv angefacht und bis an den Rand von Portland getrieben. Schnell zeigten sich Auswirkungen auf die Gesundheit. Allein in Oregon gab es Behördenangaben zufolge täglich mehrere Hundert zusätzliche Hilferufe in den Notaufnahmen.

So wie die von Barb Trout. Die Rentnerin verschanzte sich im Haus, als die Rauchschwaden ins Tal zogen, aber diese nahmen ihr trotzdem die Luft. Beim zweiten Mal habe sie sich dem Tod nahe gefühlt, sagt Trout. „Es traf mich schnell und schwer, stärker als beim ersten Mal“, berichtet sie. Jetzt hat die 64-Jährige Angst, dass neue Rauchwolken sie noch schlimmer treffen könnten. In ihrem Haus haben Trout und ihr Mann nun einen Notrufknopf installiert für den Fall der Fälle.

Zu Trouts Lungenfacharzt Martin Johnson im nahegelegenen Salem kamen die Patienten mit Atemproblemen fast unmittelbar nach dem Eintreffen des ersten Rauches. Viele hätten starke Schwierigkeiten gehabt, Luft zu bekommen, sagt der Arzt. Salem liegt im Bezirk Marion, in dem laut der AP-Analyse die Verschmutzungswerte acht Tage innerhalb kurzer Zeit im gefährlichen Bereich lagen.

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Dauerhafte Lungenschäden möglich

Einige könnten dauerhafte Schäden bei der Lungenfunktion davontragen, mahnt Johnson. Und dann gebe es noch die „versteckten Opfer“: Menschen, die nach Einschätzung des Arztes an Herzanfällen oder anderen Problemen starben, ausgelöst oder gefördert durch die schlechte Luft. Viele stürben zuhause oder kämen mit Beschwerden wie Lungenentzündung oder anderen Komplikationen ins Hospiz.

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Basierend auf früheren Studien zu Todesfällen aufgrund von Luftverschmutzung und auf der Zahl der Menschen, die von den jüngsten Bränden betroffen waren, gehen Forscher der Stanford University von Tausenden Todesopfern aus. Allein in Kalifornien seien schätzungsweise bis zu 3000 Menschen über 65 Jahre einen frühzeitigen Tod gestorben, nachdem sie in einem Sechs-Wochen-Zeitraum ab August Rauch ausgesetzt waren. Auch in Washington könnte laut Forschern der University of Washington die Luftverschmutzung zum Tod von Hunderten Menschen geführt haben. Für Oregon lagen zunächst keine entsprechenden Schätzungen vor.

Busch- und Waldbrände im Westen der USA sind kein neues Phänomen, doch mit dem Klimawandel sind sie stärker und gefährlicher geworden. Die Brände in der Region können nach Angaben des Experten Shawn Urbanski von den US-Forstbehörden an jedem der betroffenen Tage zehn Mal mehr Feinstaub freisetzen als alle anderen Luftverschmutzer zusammen, inklusive Autoverkehr und Industrie.

Auswirkungen auf die Gesundheit

2012 und 2015 wurden demnach mehr als eine Million Tonnen der Partikel bei Bränden im Westen der USA in die Luft geblasen. Ähnlich hohe, bislang noch vorläufige Zahlen werden aus den Jahren 2017 und 2018 gemeldet. Ein Zusammentreffen ungünstiger Faktoren hat indes die Lage in diesem Jahr sich besonders dramatisch entwickeln lassen: Erst peitschte heftiger Wind entlang der Küste die Flammen an, dann drückte eine Inversionswetterlage den Rauch in Oregon zu Boden, so dass man ihm tagelang nicht entkommen konnte.

Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern offensichtlich. „Feinstaub dringt in die Lunge ein“, sagt Erin Landguth von der University of Montana. Die winzigen Partikel reizten die Lunge und könnten möglicherweise auch in die Blutbahn gelangen. „Wir sehen die Folgen.“ Inmitten der Corona-Pandemie zeichne sich in Studien zudem ein Zusammenhang zwischen größerer Luftverschmutzung und höheren Infektionszahlen sowie heftigeren Symptomen ab, ergänzt Gabriela Goldfarb von den Gesundheitsbehörden in Oregon.

Nach Einschätzung von Klimaexperten müssen sich die Menschen an der Westküste in Zukunft auf häufigere Rauchbelastungen einstellen, wenn steigende Temperaturen und Dürren größere und mächtigere Brände anheizen. „Es wird künftig mehr schlechte Jahre geben“, sagt Jeffrey Pierce von der Colorado State University. So wie 2020 könnte es alle zwei Jahre wieder kommen.

RND/AP

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