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Einsatz in Sächsischer Schweiz

Wie eine private Hilfsorganisation beim Kampf gegen die Waldbrände hilft

Im Juni diesen Jahres im brandenburgischen Beelitz: Einsatzkräfte der Hilfsorganisation @fire legen Gegenfeuer, um eine weitere Ausbreitung des Waldbrandes zu verhindern und die Feuerwehr bei der Bekämpung des Feuers zu unterstützen.

Im Juni diesen Jahres im brandenburgischen Beelitz: Einsatzkräfte der Hilfsorganisation @fire legen Gegenfeuer, um eine weitere Ausbreitung des Waldbrandes zu verhindern und die Feuerwehr bei der Bekämpung des Feuers zu unterstützen.

Bei den Waldbränden kämpfen aktuell Feuerwehren, Bundeswehr und andere Einsatzkräfte zusammen gegen die Flammen. Mit dabei, aktuell im Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz, ist auch die private Katastrophen­schutz­organisation @fire, die es seit mittlerweile 20 Jahren gibt. „Wir sind hier bei zwei Feuern im Einsatz“, berichtet Jad Südmersen, Mitgründer der Organisation, dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) von vor Ort. Immer wieder sind Funksprüche und Rufe zu hören, das Telefongespräch muss kurz unterbrochen werden.

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Jan Südmersen gründete die Katastrophen­schutz­organisation @fire vor 20 Jahren mit.

Jan Südmersen gründete die Katastrophen­schutz­organisation @fire vor 20 Jahren mit.

Bei einem der Feuer dort sei ein Fachberater des Vereins dabei, bei einem anderen, wo auch Südmersen selbst hilft, seien sie mit einer Löschmannschaft und unterstützten die Einsatz­kräfte, berichtet er. „Wir beraten die Einsatzkräfte und Führungskräfte vor Ort in Sachen wie Feuerverhalten, wie es sich ausbreiten wird oder welche Taktiken die besten sind.“ Dabei bekämpfen sie das Feuer nicht nur klassisch mit Wasser, sondern auch mit „taktischem Feuer“, wie Südmersen es nennt. „Das haben wir uns abgeguckt aus den USA und Spanien. Da werden Bodentruppen eingesetzt, weil es schneller geht und die Fahrzeuge mobiler sind. Die legen dann eine Art Feuerschneise an, die mit gezieltem Wassereinsatz aus Wasserrucksäcken ergänzt wird, oder es wird selbst Feuer taktisch einsetzt.“ Dabei werde auf einer „Sicherungslinie“ dem Hauptfeuer entgegenwirkt. „Das, was schon verbrannt ist, kann nicht mehr brennen. Wenn wir das kontrollieren, läuft sich das Feuer leer“, erklärt der Experte.

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Praktika bei Feuerwehren im Ausland

Doch woher haben die Vereinsmitglieder – alles Ehrenamtliche – das ganze Wissen rund um Feuer und Waldbrände? „Die Grundausbildung machen wir selbst“, berichtet Südmersen. Ergänzt werde das durch Praktika bei Feuer­wehren im Ausland, zudem seien alle ihre Mitglieder auch zusätzlich noch bei freiwilligen Feuerwehren aktiv. „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass ein permanenter Wissensaustausch stattfindet mit den führenden Waldbrand­nationen wie den USA oder Spanien.“

Jan Südmersen in der Sächsischen Schweiz beim Einsatz.

Jan Südmersen in der Sächsischen Schweiz beim Einsatz.

Da alle Mitglieder aber ehrenamtlich tätig seien, hätten sie natürlich noch einen richtigen Beruf. „Im Alarmfall werden sie dann zusammengetrommelt und zu einem Einsatz geschickt“, erklärt Südmersen. Weil sich die Waldbrände über Tage oder auch Wochen ziehen, nehmen sie sich meist Urlaub dafür – weswegen von den rund 400 Mitgliedern der Organisation immer nur 20 bis 30 gleichzeitig im Einsatz seien. „Das ist natürlich schon eine große Belastungs­probe für die Ehrenamtlichen.“ Ab und zu seien sie auch international unterwegs. „Letztes Jahr haben wir den Kräften in Griechenland bei den großen Bränden geholfen“, berichtet Südmersen.

„Feuerverhalten, das wir sonst nicht kennen“

Für den aktuellen Einsatz in der Sächsischen Schweiz haben die @fire-Einsatzkräfte sich selbst angeboten, manchmal werden sie aber auch gerufen. „Wir sind in Land Brandenburg im Katastrophenschutz registriert. Wenn es in Brandenburg brennt, greift das Innenministerium direkt auf uns zurück“, erklärt Südmersen. „In anderen Bundesländern bieten wir uns an, wenn wir meinen, dass wir eine wertvolle Hilfe sein können.“

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Zur aktuellen Situation in Deutschland sagt der @fire-Mitbegründer: „Da treffen mehrere Faktoren zusammen: eine lange Dürre, eine Phase mit Hitze und Wind. Da ist die ganze Biomasse brennbarer als sonst geworden und wir haben dadurch ein Feuerverhalten, das wir sonst nicht kennen.“ Es breite sich schnell aus, werfe viele Spotfeuer und müsse sehr massiv bekämpft werden. Mit der zunehmenden Dürre in den vergangenen Jahren merkten sie auch, dass der Bedarf der lokalen Feuerwehren beim Umgang mit Waldbränden zunehme.

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