Waldbrände in Russland: Ausnahmezustand an Atomzentrum

Flammen lodern in einem Waldstück während eines Waldbrandes in der Nähe des Sjamosero-Sees etwa 700 km südwestlich von Moskau.

Flammen lodern in einem Waldstück während eines Waldbrandes in der Nähe des Sjamosero-Sees etwa 700 km südwestlich von Moskau.

Sarow/Blagoweschtschensk. Wegen der massiven Waldbrände in Russland haben die Behörden nun auch in der Stadt Sarow mit dem nationalen atomaren Forschungszentrum den Ausnahmezustand verhängt. Der Schritt sei notwendig, weil sich das Feuer im Gebiet von Nischni Nowgorod ausbreite und so zusätzliche Kräfte zur Löschung der Brände mobilisiert werden können, teilte die Verwaltung der abgeschirmten Stadt mit. Dort liegt Russlands Kernforschungszentrum. Auch in vielen anderen Regionen waren Ortschaften durch die Feuer bedroht.

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Besonders stark betroffen war die sibirische Region Jakutien (Republik Sacha) im Nordosten Russlands. Dort brannten Dutzende Häuser ab. Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. In den sibirischen Regionen Irkutsk und Krasnojarsk versanken ganze Städte im Rauch, wie auf Bildern im russischen Staatsfernsehen zu sehen war.

3,5 Millionen Hektar in Flammen

Nach Behördenangaben standen am Sonntag landesweit rund 3,5 Millionen Hektar in Flammen - das entspricht der Fläche Baden-Württembergs. Der Experte Grigori Kuksin von der Umweltorganisation Greenpeace sprach im Radiosender Echo Moskwy von den schlimmsten Waldbränden in der Geschichte der russischen Wetterbeobachtung.

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In der an China grenzenden Region um den großen Fluss Amur hingegen kämpften die Behörden mit Hochwasser nach massiven Regenfällen. Unter anderem mehr als 80 Kilometer Straße und 6 Brücken seien überflutet, 24 Ortschaften seien von der Außenwelt abgeschnitten, sagte der Verkehrsminister des Amur-Gebiets, Alexander Selenin, in Blagoweschteschensk. Im Kreis Swobodnenski sei der Ausnahmezustand verhängt worden, teilte die Gebietsverwaltung mit.

RND/dpa