Löschwasser verdunstet in der Luft: Waldbrände wüten im Westen der USA

  • Waldbrände und eine erneute Hitzewelle toben im Westen der USA.
  • Dabei ergeben die Sommerhitze und das Feuer stellenweise eine geradezu teuflische Mischung.
  • Ein Teil des Löschwassers verdunstet in der heißen Luft, bevor er die Flammen erreicht.
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San Francisco. Der Westen der USA kämpft mit Waldbränden und einer neuen Hitzewelle. Im Grenzgebiet zwischen den Staaten Kalifornien und Nevada tobte ein Brand auf einer Fläche von 222 Quadratkilometern, überquerte am Samstag (Ortszeit) eine Autobahn und bedrohte Gebäude. Anwohner wurden aufgefordert, ihr Vieh so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Im Süden Kaliforniens mussten wegen eines Buschfeuers zwei Indianerstämme ihre Siedlungen verlassen.

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Kanada: Blitzeinschläge entfachen Waldbrände
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Verstärkter Blitzeinschlag im Westen Kanadas hat in den vergangenen zwei Tagen für zahlreiche Waldbrände gesorgt.  © Reuters

Im Süden Oregons fachte der Wind einen Waldbrand an, der seine Brandfläche am Samstag auf 311 Quadratkilometer verdoppelte. Das etwas größer als die Stadt Leipzig. Im Staat Washington wuchs sich ein Waldbrand auf 155 Quadratkilometer aus.

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In Arizona konnte zwar auf Räumungen wegen eines Feuers in Yavapai County verzichtet werden, doch in Mohave County kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben. Sie sollten mit einem Flugzeug einen Waldbrand beobachten und stürzten ab, wie die Behörden dem Sender KPHO-TV mitteilten.

Wetterdienst warnt vor hitzebedingten Gesundheitsschäden

Indessen erreichten die Temperaturen im Tal des Todes am Samstag 53 Grad. Am Vortag waren es sogar 54 Grad gewesen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Sollten die Daten bestätigt werden, wäre das die höchste auf der Erde gemessene Tagestemperatur seit mehr als 100 Jahren. Der Rekord stammt aus dem Juli 1913. Damals wurden im kalifornischen Wüstenort Furnace Creek 57 Grad erreicht.

San Diego brütete am Samstag bei 49 Grad, in Las Vegas waren es 47. Der Wetterdienst warnte, die Hitze könne zu Gesundheitsschäden führen. Stromnetzbetreiber sahen die Energieversorgung in Gefahr. Zum einen weil die Menschen in der Hitze ihre Klimaanlagen stärker laufen ließen und zum anderen, weil Waldbrände Stromleitungen zu unterbrechen drohten. Die Menschen sollten Strom sparen und etwa ihre Klimaanlagen nachts nicht zu scharf einstellen, weil dann kein Solarstrom zur Verfügung steht, hieß es. In Kalifornien erlaubte Gouverneur Gavin Newsom den Einsatz von Schiffsmotoren, um zusätzlichen Strom erzeugen zu können.

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Extreme Hitzewelle: Feuer und bis zu 48 Grad im Westen der USA
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Die anhaltende Hitzewelle im Westen der USA fällt mit einer rekordverdächtigen Dürre zusammen, was zu zahlreichen Bränden führt.  © Reuters

Bei den Waldbrände in Kalifornien war die Luft so trocken und heiß, das ein Teil des von Flugzeugen abgeworfenen Löschwassers verdunstete, bevor es den Boden erreichte, wie Feuerwehrsprecherin Lisa Cox sagte. Rauch und heiße Luft hätten eine gewaltige Pyrocumulus-Wolke gebildet, die ihre eigenen Blitzschläge hervorgebracht habe, sagte Cox. Die Funken des Waldbrandes seien bis zu 1,6 Kilometer weit gestoben und hätten neue Feuer ausgelöst, die die Feuerwehr nicht mehr habe erreichen können. Der Wind treibe die Flammen in ausgedörrte Schluchten, wo das Feuer viel Nahrung finde und an Tempo zulegen könne.

RND/AP

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