Wald mit Ex-SED-Führungsbunker wird in Berlin versteigert

  • Für den „militärischen Ernstfall“ ließen sich die DDR-Machthaber Bunker oft in abseits gelegenen Gebieten bauen.
  • Eine solche Schutzanlage hat an der Seenplatte überdauert und soll nun versteigert werden.
  • Das Mindestgebot für etwa 280 Quadratmeter Bunkernutzfläche plus Wald liegt bei 7000 Euro.
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Hohenzieritz/Berlin. In Berlin wird am Donnerstag ein fast in Vergessenheit geratenes Stück DDR-Geschichte versteigert: Der Schutzbunker der „SED-Bezirkseinsatzleitung“ Neubrandenburg. Die von Bäumen überwucherte Schutzanlage mit Dekontaminationsschleuse liegt in einem Naturschutzgebiet bei Hohenzieritz (Mecklenburgische Seenplatte), etwa 100 Kilometer nördlich von Berlin. Wie eine Sprecherin der Deutschen Grundstücksauktionen AG (Berlin) im Vorfeld erklärte, gab es etliche Interessenten für das etwa 5000 Quadratmeter große Grundstück.

280 Quadratmeter Bunkernutzfläche für mindestens 7000 Euro

Der Bunker-Typenbau umfasst zwei mehrräumige unterirdische Anlagen, die mit einem Tunnel verbunden sind. Sie wurden im Rahmen eines DDR-Bauprogramms für den „militärischen Ernstfall“ in den 1960er und 1970er-Jahren gebaut. Der Hohenzieritzer Bunker war unter Führung des ehemaligen Chefs der Neubrandenburger Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) Johannes Chemnitzer entstanden. Nach mehr als 30 Jahren Leerstand sind die Bunkerinstallationen aber meist verschwunden. Das Mindestgebot für etwa 280 Quadratmeter Bunkernutzfläche samt 5000 Quadratmeter mit Stacheldraht gesichertem Forst soll bei 7000 Euro liegen.

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Bei der Versteigerung, die via Internet stattfindet, kommen 78 Immobilien vor allem aus Ostdeutschland zum Aufruf. Infolge der Corona-Pandemie sei das Interesse an Immobilien so groß wie nie, erklärte die Sprecherin. Viele Nachfragen habe es auch für ein Grundstück auf der Halbinsel Mönchgut, ein Gründerzeithaus in Görlitz (Sachsen) sowie das Hauptgebäude des früher einzigen Fernseher-Herstellers in der ehemaligen DDR - des RFT Staßfurt (Sachsen-Anhalt) gegeben.

dpa/RND

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