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  • Vulkanausbruch auf La Palma: aktueller Livestream – Karte zeigt Lavaströme

Livestream: Kanareninsel La Palma kommt nicht zur Ruhe

  • Auch drei Wochen nach dem Vulkanausbruch kämpft die Kanareninsel weiter mit den Folgen.
  • In dieser Woche kam es erneut zu mehreren Erdbeben, neue zerstörerische Lavaströme haben sich gebildet.
  • Der Flugverkehr ist noch immer eingestellt, auch die Tourismusbranche auf dem Eiland leidet.
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Santa Cruz de La Palma. Vor drei Wochen ist der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen – und das einstige Urlaubsparadies kommt seitdem nicht zur Ruhe. Immer wieder bilden sich neue Lavaströme, so auch an diesem Wochenende. Die rund 1000 Grad heiße Masse sei ausgetreten, nachdem die Nordflanke des Vulkankegels in der Cumbre Vieja eingestürzt sei, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Samstag. Das Vulkanologische Institut der Kanaren (Involcan) sprach von „enormen Zerstörungen“.

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Riesige Lavaströme sorgen auf La Palma für weitere Zerstörung
1:50 min
Nach Angaben des Spanischen Instituts für Geologie und Bergbau war das Magma am Sonntag so hoch wie ein dreigeschossiges Gebäude.  © Reuters

In Sicherheit gebracht werden musste glücklicherweise deshalb vorerst niemand: Die betroffene Region war schon zuvor evakuiert worden. Der Vulkan schleuderte eine Aschewolke bis in eine Höhe von dreieinhalb Kilometern. Livebilder zeigen, wie er ununterbrochen Rauch und Asche spuckt. Immer wieder erschüttern an diesem Wochenende auch kleine bis mittlere Erdbeben den Süden der Insel, das heftigste Beben hatte eine Stärke von 4,1.

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Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles flog am Sonntag auf die Atlantikinsel vor der Westküste Afrikas, um sich ein Bild von der Lage zu machen und sich bei den Einsatzkräften der Militärischen Nothilfeeinheit zu bedanken. Expertinnen und Experten schätzen, dass der Vulkan noch lange aktiv bleiben werde.

Livestream: Vulkanausbruch auf La Palma

Bisher verschonte Flächen werden in Mitleidenschaft gezogen

Nur wenige Tage zuvor, am Donnerstag (7. Oktober), hatten ebenfalls ein relativ starkes Erdbeben und ein neuer Lavastrom auf der Vulkaninsel für neue Unruhe gesorgt. Mit einer Stärke von 4,3 sei der registrierte Erdstoß der heftigste seit dem Vulkanausbruch vor drei Wochen auf der Kanareninsel gewesen, teilte das spanische Seismologische Institut mit. Zudem entstand nach Mitteilung der Regionalbehörden ein Nebenstrom der Lava. Bisher verschonte Flächen seien dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden, Plantagenarbeiter und Wissenschaftler hätten in aller Eile in Sicherheit gebracht werden müssen.

Am selben Tag musste wegen der Vulkanasche der Flugverkehr zur Insel auf unbestimmte Zeit unterbrochen werden. Die Tourismusbranche auf der Insel leidet sowieso stark unter dem Ausbruch: Sehr viele Buchungen seien storniert worden. Dabei versichert der Tourismusbeauftragte von La Palma, dass nur 10 Prozent der Fläche von dem Vulkan betroffen sind, und die Reiseverbindungen sicher seien.

Karte zeigt Lavaströme auf La Palma

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Drohnenaufnahmen von Katze sorgen für Aufregung

Für Aufregung sorgten zudem Drohnenaufnahmen, die vermutlich eine Katze, die in einem von Lava umgebenen leeren Wasserbassin eingeschlossen ist, zeigen. Eine Tierschutzorganisation erneuerte ihren Hilfeaufruf für das Tier. Es sei auf Videoaufnahmen zu sehen, wie die Katze in dem Bassin herumrenne, hatte der Radiosender Cadena Ser am Freitag unter Berufung auf die Organisation Leales berichtet. Man warte weiter darauf, dass die Katze möglichst aus der Luft mithilfe einer Drohne mit Nahrung versorgt werde, bis sich der Vulkan wieder beruhigt habe, schrieb Leales auf Twitter. Ob das möglich sein würde, war zunächst unklar.

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Rund 6000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen

Der Vulkan war am 19. September ausgebrochen, die austretende Lava hat auf ihrem Weg zum Meer seither mehr als 1200 Gebäude und Infrastruktureinrichtungen zerstört. Knapp 500 Hektar waren am Sonntag bereits von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht ungefähr 700 Fußballfeldern. Rund 6000 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, waren weiter in Hotels oder bei Angehörigen untergebracht. Viele von ihnen werden nie mehr in ihre Häuser und Ortschaften zurückkehren können. Zu Schaden kam bisher niemand. Die Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und in der Landwirtschaft werden auf etwa 400 Millionen Euro geschätzt.

Schwer betroffen ist vor allem der für die Insel immens wichtige Bananenanbau, von dem etwa die Hälfte der etwa 85.000 Einwohnerinnen und Einwohner direkt oder indirekt lebt und der sich schon vor dem Vulkanausbruch in der Krise befand.

RND/hsc/mit dpa

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