Vorsicht vor Loverboys: LKA warnt mit Video in sozialen Netzwerken

  • Oftmals nähern sie sich über soziale Netzwerke – und täuschen ihren Opfern anschließend die große Liebe vor.
  • Das ist die Masche der sogenannten Loverboys, die junge Frauen in die Prostitution drängen.
  • Das LKA hat eine Videobotschaft.
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Hannover. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt junge Frauen im Internet mit einem Video davor, auf sogenannte Loverboys hereinzufallen und in die Prostitution abzurutschen. Ziel sei, junge Frauen auf die Masche aufmerksam zu machen, teilte das Landeskriminalamt am Mittwoch mit. Loverboys spielten ihren Opfern eine große Liebe und den Traum einer gemeinsamen Zukunft vor – die Folge sei emotionale Abhängigkeit. Dann würden die Opfer zur Prostitution gedrängt. Das Video sei dort zu sehen, wo die Täter zunehmend Ausschau nach ihren Opfern hielten – in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook und Twitter.

Wie groß die Zahl der Opfer der Loverboy-Methode sei, lasse sich nicht genau beziffern, teilte das Landeskriminalamt mit. Derartige Fälle bildeten keinen eigenen Straftatbestand, sondern fielen unter Zwangsprostitution. Allerdings sei „von einer hohen Dunkelziffer auszugehen“, weil Opfer die Täter aus Scham, emotionaler Bindung oder auch aus Angst vor Repressalien erfahrungsgemäß nur selten anzeigten. Zahlreiche Opfer würden daher nicht polizeibekannt. Dennoch könne man feststellen, dass überwiegend junge Frauen über diese Methode in der Prostitution landen.

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Viele Loverboys kontaktieren ihre Nutzer in sozialen Netzwerken

Die Kontaktaufnahme verlaufe zunehmend digital, eben über soziale Netze oder auch Messengerdienste. Die Täter suchen laut LKA Kontakt zu jungen Frauen aus allen sozialen Schichten. Um schnell Vertrauen aufzubauen, nutzten sie Probleme in der Schule oder der Familie gezielt als Anknüpfungspunkt. Binnen weniger Monate oder gar Wochen entstehe eine starke emotionale Abhängigkeit, gleichzeitig isolierten sie die Opfer von ihrem sozialen Umfeld.

Beim Übergang in die Prostitution sei nicht immer Zwang erkennbar. Beispielsweise werde mit Blick auf eine angebliche gemeinsame Zukunft betont, mit Prostitution sei schnell Geld zu verdienen. Auch werde fingierte finanzielle Not als Druckmittel eingesetzt. Die Opfer seien dann in einer für sie schwer einschätzbaren Lage, geprägt von Scham, Angst, Überforderung und dem Wunsch, an der zuvor glücklichen Beziehung festzuhalten.

RND/dpa

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