Vor 15 Jahren verschwundener Kater kehrt heim – und stirbt

  • Ein halbes Jahr, nachdem eine Familie einen Kater adoptierte, verschwand er spurlos.
  • 15 Jahre später taucht das Tier in der Nähe seiner einstigen Heimat auf, verängstigt und zersaust.
  • Nur wenige Tage später stirbt der Kater zu Hause bei seiner Familie.
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Aschaffenburg. Leif war etwa ein Jahr alt, als der Kater sein neues Zuhause fand, wo er eigentlich dauerhaft hätte bleiben sollen, bei Familie Weidenauer in Dettingen bei Seligenstadt. Die Familie rund um die damals noch kleine Tochter Maria (heute 18) freute sich über den Familienzuwachs aus dem Tierschutzverein. Leif war ein Draufgänger und hat die Welt gern erkundet, war gleichzeitig aber zutraulich, berichtet Mutter Regina Weidenauer der „Bild“.

Doch nach rund einem halben Jahr verschwand der Kater. Er wollte nach dem Fressen wie immer nach draußen, doch Regina Weidenauer hörte nur noch ein Schreien ihres Tieres und danach war der Kater nicht mehr auffindbar. Die Familie ging laut „Main-Echo“ davon aus, dass ihr Tier zu Tode gekommen sei.

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Spaziergänger finden 15 Jahre später ein zersaustes, krankes Tier

Doch 15 Jahre später und vier Tage nach Heiligabend kam der überraschende Anruf: Nur 20 Kilometer entfernt, auf der anderen Seite des Mains, hatten Spaziergänger einen hungrigen, kranken und enorm heruntergekommenen Kater gefunden und ihn dem Tierschutz übergeben. Bei der ärztlichen Untersuchung kam heraus: Das Tier hat eine Tätowierung am Ohr, und damit konnten die Besitzer ausfindig gemacht werden. Regina und Maria Weidenauer holten ihren Kater nach Hause.

Doch Leif war in einem sehr schlechten Zustand. Er wirkte apathisch und nässte sich ein, die Familie brachte ihn direkt zum Tierarzt. Die Weidenauers versuchten, ihren Kater aufzupäppeln, verwöhnten ihn, hielten ihn warm und gaben ihm ordentlich Futter. Doch sein Zustand wurde nicht besser, am Neujahrstag half auch eine Infusion nicht mehr, in der Nacht zum 2. Januar starb er.

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„Für uns ist es eine tragisch-schöne Geschichte. Leif ist zum Sterben nach Hause gekommen – hier, wo für ihn alles begonnen hat“, sagte die Mutter der „Bild“. Leif wird nun ein Grab bekommen – mit einer Wildrose darauf. Wo sich Leif 15 Jahre aufhielt und wie er es auf die andere Main-Seite geschafft hat, bleibt wohl sein Geheimnis.

RND/msk