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Tödliches Donau-Schiffsunglück: Mehrjährige Haft für Kapitän gefordert

  • Nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier Fahrgastschiffe auf der Donau im vergangenen Mai hat am Mittwoch der Prozess gegen den Kapitän der “Viking Sigyn” begonnen.
  • Dieser soll sich mindestens fünf Minuten lang nicht um die Steuerung seines Flusskreuzfahrtschiffs gekümmert haben, woraufhin es zu der Kollision gekommen sein soll.
  • Dem Angeklagten wird fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs vor sowie unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.
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Budapest. In Ungarn hat am Mittwoch der Strafprozess um den tödlichen Zusammenstoß zweier Fahrgastschiffe auf der Donau begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kapitän der "Viking Sigyn" vor, sich am 29. Mai vergangenen Jahres mindestens fünf Minuten lang nicht um die Steuerung seines Flusskreuzfahrtschiffs gekümmert zu haben. Dieses stieß nahe der Budapester Margaretenbrücke mit dem wesentlich kleineren Ausflugsboot "Hableany" (Meerjungfrau) zusammen, das binnen Sekunden sank. Von den 33 Menschen an Bord überlebten nur sieben.

Die Anklage wirft dem Kapitän der "Viking Sigyn" fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs vor sowie unterlassene Hilfeleistung in 35 Fällen vor. Der 64-Jährige wies das zurück und wollte am Mittwoch keine Erklärung abgeben. Er hat ein Angebot der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen, ohne Prozess neun Jahre Gefängnis und ein ebensolanges Fahrverbot mit Schiffen zu akzeptieren. Sein Verteidiger legte eine lange Liste mit Entlastungszeugen vor, von denen einige den Anklagevorwurf widerlegen sollen, der Kapitän habe seine Mannschaft nicht sofort zu Rettungsversuchen aufgerufen.

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Verfahren soll am 30. April fortgesetzt werden

Staatsanwalt Miklos Novaki erklärte außerdem, die "Hableany" hätte gar nicht fahren dürfen. Die Behörden hätten gefordert, dass das Ausflugsboot einen zweiten Matrosen an Bord haben müsse. Das sei am Unglückstag aber nicht geschehen.

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Wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 wurden Medienvertreter und Zuschauer nach wenigen Minuten aus dem Gerichtssaal geschickt und mussten den Rest des ersten Prozesstages aus einem Nebenraum verfolgen. Das Verfahren sollte am 30. April fortgesetzt werden.

RND/AP

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