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Vier Menschen in Potsdamer Wohnheim getötet – Mitarbeiterin festgenommen

  • In einer Klinik in Potsdam sind am Mittwochabend vier Leichen entdeckt worden.
  • Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.
  • Eine 51-jährige Mitarbeiterin wurde festgenommen.
1:21 min
Ein Krankenhaus als Tatort: Wo Menschen Gutes getan werden soll, werden vier Leichen in Krankenzimmern gefunden. Eine Mitarbeiterin der Klinik steht unter dringendem Tatverdacht. Auch Stunden nach ihrer Festnahme ist unklar, was hinter dem Verbrechen steckt.  © dpa
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Potsdam. In einer Potsdamer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen sind vier Bewohner getötet worden. Sie seien durch „schwere, äußere Gewalteinwirkung“ gestorben, wie die Polizei in der Nacht zu Donnerstag bekannt gab. Eine 51 Jahre alte Frau ist laut Polizei festgenommen worden, sie sei dringend tatverdächtig.

Seit kurz vor 21 Uhr seien die Beamten am Oberlinhaus im Stadtteil Babelsberg mit einem Großaufgebot im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (MAZ). Die Tat sich im Thusnelda-von-Saldern-Haus ereignet. Neben den vier Toten gebe es auch eine schwer verletzte Person. Sie war nach Angaben des Trägers in der Einrichtung untergebracht. Bei der schwer verletzten Person handle es sich um eine Bewohnerin, sagte die Sprecherin des diakonischen Anbieters Oberlinhaus, Andrea Benke, am Donnerstag. Auch bei den vier Toten handelt es sich nach Informationen des Anbieters um Bewohner der Einrichtung.

Zu einem möglichen Tatmotiv konnte die Polizei noch keine weiteren Angaben machen. Bei der festgenommenen Frau soll es sich um eine Mitarbeiterin des Oberlinhauses handeln, so der Polizeisprecher gegenüber der „MAZ“.

Das Einsatzfahrzeug der Kriminaltechnik der Polizei fährt an Journalisten vorbei auf das Klinikgrundstück in Potsdam. © Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
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Ermittler: „Derzeit finden umfangreiche Spurensicherungen statt“

Was genau den fünf Menschen zugestoßen ist und ob es sich bei allen um Patienten der Klinik handelt, ist auch mehrere Stunden nach dem grausigen Fund noch immer unklar. Nach „Bild“-Informationen soll ein Messer als Tatwaffe identifiziert worden sein. Bis die Angehörigen verständigt sind, will die Polizei keine Angaben zu den Toten machen. Zum möglichen Motiv lägen noch keine Informationen vor. Ermittelt wird zum Verdacht eines vorsätzlichen Tötungsdelikts.

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Der genaue Hergang und die Umstände der Tat seien bislang nicht geklärt. „Derzeit finden umfangreiche Spurensicherungen statt“, heißt es seitens der Ermittler. Kriminaltechniker trugen aus den Kripo-Transportern Koffer in den Neubau, der sich in der Nähe des Eingangs in der Rudolf-Breitscheid-Straße befindet. Einige Zeit später sind hinter den Fenstern mehrerer Zimmer Polizisten in Schutzanzügen zu erkennen gewesen, die Fotos machten. Rechtsmediziner und die Staatsanwaltschaft waren ebenfalls vor Ort. Auch ein Notfallseelsorger hatte das Gebäude betreten.

Sanitäter verlassen das Gelände der Oberlinklinik. © Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Im Thusnelda-von-Saldern-Haus sind laut Angaben des Vereins Oberlinhaus 65 Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen untergebracht. Zu dem Komplex des Oberlinhauses allgemein gehören neben einer Klinik Kitas und Schulen, Arbeitsplätze und Wohnbereiche für Menschen mit Behinderung sowie Beratungsstellen. Der Verein Oberlinhaus beschreibt sich auf seiner Website als diakonisches „Kompetenzzentrum für Teilhabe, Gesundheit, Bildung und Arbeit in der Region Berlin-Brandenburg“. Laut Angaben auf der Website hat die Klinik rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2018 gab es dort 162 Betten.

Ein Polizeisprecher des Lagezentrums der brandenburgischen Landeshauptstadt kündigte am frühen Donnerstagmorgen weitere Informationen dazu im Laufe des Tages an.

RND/dpa/seb

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