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  • Viele Menschen in Parks wegen gutem Wetter – Polizei löst Gruppen wegen Corona-Verstößen auf

Frühlingswetter lockt viele Menschen in Parks – Polizei muss immer wieder einschreiten

  • München, Berlin, Köln oder Hamburg – vielerorts lockt das frühsommerliche Wetter Menschen in Parks und auf öffentliche Plätze.
  • Immer wieder muss die Polizei allerdings Menschenansammlungen auflösen, weil Abstandsregeln nicht eingehalten werden.
  • Die Deutsche Polizeigewerkschaft blickt deshalb mit Sorge auf die Ostertage.
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22 Grad in München, 23,8 Grad in Berlin, sogar 26,1 Grad in Köln: Bei frühsommerlichen Temperaturen hat es am Mittwoch vielerorts Menschen nach draußen gezogen, in Parks und auf öffentlichen Plätzen waren teils Hunderte Menschen unterwegs. Weil nicht immer die geltenden Abstandsregelungen und die Maskenpflicht eingehalten wurden, musste die Polizei einschreiten und die Menschenansammlungen auflösen.

Köln

So auch in Köln: Eine Ansammlung von rund 1000 Menschen löste die Polizei in der Nacht zu Donnerstag am Rheinufer in Poll auf, berichtet die „Kölnische Rundschau“. Viele Menschen hätten sich nicht an die Corona-Regeln gehalten, sagte eine Polizeisprecherin der Zeitung. An den Ostertagen werde die Polizei verstärkt in dem Bereich im Einsatz sein.

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Aus Infektionsschutzgründen sperrt die Stadt Köln nachts und an den Feiertagen zudem den beliebten Treffpunkt Rheinboulevard. Da sich dort bei guter Wetterlage zahlreiche Menschen auch in Gruppen aufhielten, sei die Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsregeln faktisch unmöglich, teilte die Stadt am Dienstag mit. Daher habe man sich entschieden, den Treffpunkt am Rheinufer ab Mittwochabend unzugänglich zu machen.

Aus Infektionsschutzgründen sperrt die Stadt Köln nachts und an den Feiertagen den Rheinboulevard. © Quelle: imago images/Future Image

Düsseldorf

Probleme bereiteten die Menschenmassen am Düsseldorfer Rheinufer: Dort kam es zu einem größeren Einsatz von Ordnungsamt und Polizei, nachdem sich erneut Tausende Menschen dort am Mittwochabend versammelt hatten. Wie die Polizei am Donnerstag bestätigte, war sie mit einer Hundertschaft vor Ort. Die Stadt hatte die Polizei um entsprechende Unterstützung gebeten, nachdem es bereits am Dienstagabend einen Ansturm auf Altstadt und Rheinuferpromenade gegeben hatte.

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Menschen halten sich an der Rheinuferpromenade und den Rheinwiesen auf. © Quelle: Jonas Güttler/dpa

München

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In München war vor allem der Englische Garten ein beliebter Treffpunkt. Hunderte Menschen saßen am Mittwochnachmittag auf der großen Wiese nahe dem Monopteros und genossen den sonnigen Frühlingstag. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften im Einsatz, es blieb aber bei vereinzelten Kontrollen der Abstandsregeln.

Anders an der Hackerbrücke in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs. Dort hatten Beamte bereits am Dienstagabend eine größere Ansammlung von Menschen aufgelöst, weil der Mindestabstand nicht eingehalten wurde, berichtet die „tz“.

Polizisten in gelben Warnwesten gehen Streife durch den Englischen Garten. © Quelle: Peter Kneffel/dpa

Berlin

Auch in der Hauptstadt strömten Menschen am Mittwoch in die Parks. Die Polizei kontrollierte vielerorts, unter anderem am Park am Gleisdreieck. Bei Temperaturen um die 24 Grad zog es einige Menschen auch ans Wasser. Am Strandbad Müggelsee sonnten sich Besucher auf der Wiese, manche wagten sich schon ins Wasser.

Polizeiwagen stehen bei warmen Temperaturen am Abend im vollen Park am Gleisdreieck. © Quelle: Fabian Sommer/dpa
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Große Menschenansammlungen gab es am Mittwoch auch am Tempelhofer Feld – dort wurde tagsüber gegrillt und getanzt. Bereits am Dienstagabend hatte dort der Sicherheitsdienst die Polizei alarmiert, weil sich immer noch etwa 1000 Menschen auf dem seit zwei Stunden geschlossenen Gelände aufhielten, wie es in einer Mitteilung hieß. Die Sicherheitsleute hatten die Besucher demnach schon zum Gehen aufgefordert. Die Beamten stellten kurze Zeit später noch ungefähr 350 Menschen in kleinen Gruppen auf dem Gelände fest. Die Polizisten leiteten 21 Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs ein und fünf Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Als die Polizei eine fünfköpfige Gruppe zum Verlassen des Parks aufforderte, habe eine 37-Jährige eine Polizistin geschubst. Ein 30-Jähriger aus derselben Gruppe habe einem Beamten gegen den Oberkörper gestoßen. Die beiden Verdächtigen wehrten sich gegen ihre Festnahmen. Da beide betrunken wirkten, wurde ihnen Blut abgenommen, hieß es. Die Polizisten blieben unverletzt.

Am Tempelhofer Feld kam es am Dienstagabend zu einem größeren Polizeieinsatz. © Quelle: imago images/A. Friedrichs

Hamburg

Auch in Hamburg strömten am Mittwoch viele Menschen in Parks und an die Alster. Mit einer „aufgeheizten und teils aggressiven Stimmung“ sah sich die Polizei am Mittwochabend im Alstervorland in Hamburg-Harvestehude konfrontiert, wie es in einer Mitteilung heißt. Rund 150 Personen hielten sich demnach im Bereich der Krugkoppelbrücke und weitere etwa 350 bis 400 Personen im Bereich des Alstervorlandes auf – darunter auch größere Gruppen alkoholisierter Jugendlicher. Die Einsatzkräfte erteilten über ein Dutzend Platzverweise und leiteten über ein Dutzend Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Während des Polizeieinsatzes wurden den Angaben zufolge mehrere Glasflaschen in Richtung des Fahrers eines Polizeimotorrads geworfen, außerdem kam es zu Sachbeschädigungen an zwei Streifenwagen.

Menschen genießen in Hamburg die Abendsonne auf der Alsterwiese Schwanenwik. Im Hintergrund ist das Denkmal „Drei Männer im Boot“ zu sehen. © Quelle: Georg Wendt/dpa
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Polizeigewerkschaft rechnet mit schwierigen Einsätzen an Ostern

Die Deutsche Polizeigewerkschaft rechnet unterdessen an den Ostertagen mit schwierigen und gefährlichen Polizeieinsätzen. Grund sei die schwindende Akzeptanz der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bei den Bürgern. „Die Stimmung heizt sich auf. Die Leute werden immer nervöser und aggressiver“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Immer häufiger würden Menschen die Maskenpflicht und die Abstandsregeln ignorieren und sich gegenüber Polizisten, die die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren und durchsetzen wollten, aggressiv verhalten. Randale und Pöbeleien bis hin zu Gewaltausbrüchen seien inzwischen an der Tagesordnung. „Da werden Polizeibeamte angespuckt, beleidigt und getreten“, so Wendt.

RND/seb/dpa

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