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Video von umstrittenem Einsatz in Hamburg: Jetzt äußert sich die Polizei

  • Ein Polizeieinsatz in der Hamburger Neustadt sorgt für Debatten.
  • Auf Handyvideos, die über Twitter verbreitet wurden, ist zu sehen, wie sieben oder acht Beamte einen Jugendlichen niederringen.
  • Jetzt äußert sich die Polizei zu dem Fall.
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Hamburg. Nachdem in sozialen Medien erneut das Video eines Polizeieinsatzes für Diskussionen sorgt, äußert sich nun auch die Polizei in Hamburg ausführlich zu dem Fall. In einer Pressemitteilung erklärt die Polizei ihre Sicht zum Ablauf des Vorfalles. Gegen den 15-Jährigen sei ein Strafverfahren wegen Widerstands eingeleitet worden. Ein Dezernat überprüfe den Einsatz der Beamten.

Junge sei wiederholt aufgefallen

So sei der 15-Jährige bereits in der Vergangenheit aufgefallen. Er habe ”mit einem Elektroroller wiederholt verbotswidrig den Gehweg benutzt”. Ein Stadtteilpolizist habe ihn deswegen verwarnt und “beim nächsten Verstoß eine Ordnungswidrigkeitenanzeige” gegen ihn angekündigt, wie es in der Mitteilung heißt.

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Der Jugendliche sei der Aufforderung, sich auszuweisen nicht nachgekommen. Es seien dann zunächst drei weitere Beamte dazugekommen. Eine erneute Befragung nach seinen Personalien habe nichts gebracht, und der Jugendliche habe beim Ergreifen durch die Einsatzkräfte mit den Armen um sich geschlagen, die Beamten von sich weg geschubst. Deshalb seien zum Überwinden des Widerstandes weitere Beamte hinzugerufen worden. Hier setzte das veröffentlichte Video ein. Im weiteren Verlauf hätten die Beamten versucht, mit einfacher körperlicher Gewalt gegen “den sehr großen und starken Jugendlichen“ vorzugehen und ihn mit zum Kommissariat zu nehmen.

Letztlich sei Pfefferspray eingesetzt worden. Danach sei es den Beamten gelungen, den Jugendlichen auf den Boden zu halten und zu fesseln. “Dabei wurden die Einsatztechniken so kontrolliert, dass es dem Jugendlichen jederzeit möglich war, zu atmen“, hieß es weiter.

“Einfache körperlicher Gewalt”

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Die Polizei betonte: “Grundsätzlich ist die Polizei in einem ständigen Spannungsfeld, wenn Zwangsmaßnahmen gegen Personen durchgeführt werden, die körperlich sehr groß und stark sowie erkennbar jugendlich sind.“ Das Video zeige deutlich, dass die Polizisten gewillt gewesen seien, den Widerstand mit einfacher körperlicher Gewalt zu beenden und den Jugendlichen zu Boden zu bringen. “Solche Einsätze erzeugen häufig Bilder, die Fragen aufwerfen.“ Der Einsatz werde vom Dezernat Interne Ermittlungen überprüft.

Debatte in sozialen Medien

In sozialen Medien wurde heftig über den Einsatz diskutiert und der Polizei teils unverhältnismäßige Gewalt vorgeworfen. Dabei war vor allem eine kürzere Fassung des Videos zu sehen, die den Beginn der Auseinandersetzung mit der Polizei nicht zeigt.

RND/am/dpa

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