Video von besonderem Einsatz: Zwei Teenager retten Koalas

  • Zwei Jugendliche auf Kangaroo Island nutzen ihr Auto, um im Nationalpark Tiere zu retten.
  • Ein Video zeigt, wie sich sechs Koalas in ihrem Auto erholen.
  • Das Duo brachte die erschöpften Tiere in eine Auffangstation.
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Bis zu 1,25 Milliarden Tiere sollen in den Buschfeuern Australiens bereits ihr Leben verloren haben. Vor allem für Koalas, die sich recht langsam bewegen, sind die Brände lebensbedrohlich. So auch auf Kangaroo Island, der drittgrößten Insel Australiens. Vor den Bränden hatte die Insel eine üppige Vegetation vorzuweisen, mehr als ein Drittel der Insel besteht aus Nationalparks und Schutzgebieten, in denen Kängurus, Koalas, Pinguine und Schnabeltiere leben.

Doch nun ist alles anders – seit die Buschfeuer wüten. Die Hälfte aller Koalas starb in den Flammen, 25.000 Einzeltiere bis jetzt – und täglich werden es mehr, berichtet das australische Portal „7news.com.au“.

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Gerettete Tiere werden in einem Tierschutzgebiet aufgepäppelt

Ein paar allerdings haben Glück, denn zwei Teenager haben es sich in diesen Tagen zur Aufgabe gemacht, Koalas aus dem brennenden Wald zu retten. Auf Youtube stellte einer der beiden Jungs ein Video von der Rettungsaktion ein. Das Video zeigt ein Auto voller erschöpfter Koalas: Einer sitzt am Lenkrad, einer liegt auf dem Beifahrersitz, einer im Fußraum, zwei klettern auf dem Beifahrersitz und ein Muttertier wurde in den Kofferraum verfrachtet, nachdem es etwas aggressiv wurde.

Die beiden Jungs sind zwei der 4500 Einwohner der Känguru-Insel und haben sich in den Flinders-Chase-Nationalpark begeben, um Tieren zu helfen. „Wir versuchen, so viele Leben zu retten, wie wir können“, sagt einer der Jungs im Video. Sie brachten die Tiere in den Kangaroo Island Wildlife Park, wo Tierärzte und Tierpfleger sich um die erschöpften Koalas kümmern. Hier werden immer wieder verletzte Tiere abgegeben: Kürzlich brachte, so berichtet „7news.com.au“, ein Mann 20 Tiere, die von den Buschfeuern betroffen waren.

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Die Hälfte der 50.000 Koalas auf der Insel soll tot sein

Besonders ist die Lage für die Koalas auf der Insel ohnehin: Es handelt sich um die einzige Population ohne Chlamydien. Die Tiere auf dem Festland leiden an der Geschlechtskrankheit. Die Koalas auf Kangaroo Island hingegen haben keine Probleme mit der Fortpflanzung. Sie bekamen sogar Verhütungsmittel, weil die Population zu stark anstieg – auf 50.000 Koalas. Deshalb sollen auch alle Koalas, die auf Kangaroo Island gerettet werden, dort behandelt werden – kämen sie aufs Festland, könnten sie aufgrund der Chlamydiengefahr nicht wieder zurückgebracht werden.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Bürgermeister der Insel, Michael Pengilly, Touristen darum gebeten, weiterhin nach Kangaroo Island zu kommen. „Die Tourismusbranche ist enorm wichtig. Wir bekommen jetzt schon Stornierungen für Reisen in einigen Monaten, das kann zu einer weiteren Krise führen“, sagte er laut der norwegischen Zeitung „Dagbladet“. Derzeit ist es indes schwierig für den Tourismus, denn einige Hotelanlagen sind zerstört, Besucher mussten in Sicherheit gebracht werden, berichtet ABC. Rund 100 Häuser wurden bisher zerstört, zwei Menschen starben.

RND/msk

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