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Vermieter lässt Fenster von schwulem Paar rosa streichen – das klagt

  • Nach einem Streit mit seinen Mietern hat ein Vermieter aus Hannover die Fensterrahmen ihrer Wohnung rosa streichen lassen.
  • Das homosexuelle Paar fühlt sich diskriminiert und zieht vor Gericht.
  • Dort bekommen die Mieter auf Grundlage eines Vergleichs 1000 Euro zugesprochen.
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Hannover. Ein Vermieter aus Hannover hat die Fenster der Wohnung zweier homosexueller Männer rosa streichen lassen. Die klagten wegen Diskriminierung, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet – und bekamen nun auf Grundlage eines Vergleichs 1000 Euro zugesprochen. Das Gericht sprach dem Paar das Geld ausdrücklich auch für die von ihnen empfundene Diskriminierung zu.

Der Vermieter, die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim, weist den Vorwurf der Diskriminierung zurück. Vorstand Günter Haese spricht von einem „grotesken Vorgang“. Die Fenster seien erdbeerfarben. Dass das Paar homosexuell sei, habe er zudem erst während des Gerichtsverfahrens erfahren.

Auslöser war Streit um Modernisierung

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Vorausgegangen war dem Prozess ein Streit um eine Modernisierung der Wohnung. Der hatten die Mieter widersprochen. Der Vermieter hatte also nur die umliegenden Wohnungen modernisiert – inklusive Fenstertausch. Weil die alten, weißen Fenster des homosexuellen Paars dann nicht mehr ins Gesamtbild passten, habe er sich für die „erdbeerfarbenen“ Fensterrahmen entschieden.

Der Anwalt des Paars sieht darin allerdings „ein eklatantes Thema“. Schon beim Einzug 2008 sei dem gleichgeschlechtlichen Paar ein gemeinsamer Mietvertrag verweigert worden. Nur ein ein Mieter habe den Vertrag unterzeichnen können, der andere einen Untermietvertrag – mit zusätzlichem Untermietzuschlag.

Aktivistinnen verhüllen die „Busenschnecke Dori“ 2018 mit einem selbst gestrickten Bikini. © Quelle: Katrin Kutter

Genossenschaft wirbt mit „Busenschnecke“

Haese gilt in der Immobilienbranche als mindestens ungewöhnlicher Genossenschaftsvorstand, berichtet die „HAZ“. So polarisiere er mit umstrittenen Werbefiguren wie kopulierenden Schafen und der „Busenschnecke Dori“, einer Nacktschnecke mit nackter Oberweite.

RND/jst

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