Verlängerung der A14: Protestler besetzen Waldgebiet

  • Im Landkreis Stendal gibt es das einzige Waldgebiet Ostdeutschlands, das von Umweltschützern besetzt wird.
  • Sie wollen den Ausbau der A14 verhindern.
  • Dafür kampieren sie seit Monaten im Wald.
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Stendal. Im Landkreis Stendal hat eine Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten ein Waldgebiet in Losse besetzt. Sie protestieren gegen die Nordverlängerung der Autobahn 14, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet. Sowohl in Camps am Boden als auch in Baumhäusern hält sich die Gruppe bereits seit April auf – permanent sollen rund 20 Menschen anwesend sein.

Der Protest ist legal. Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt hat die Räumung abgewiesen. Nun gilt das Protestcamp als politische Kundgebung. Doch wie lange dem noch so ist, ist ungewiss, denn die Politik will gegen die Besetzerinnen und Besetzer vorgehen. So hat der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, Rüdiger Kloth (parteilos), eine Unterschriftenaktion organisiert. Wie auch andere Lokalpolitiker fürchtet er einen infrastrukturellen Nachteil ohne die 155 Kilometer lange Autobahnverlängerung.

Die Umweltaktivistinnen und -aktivisten leben in Zelten und Baumhäusern.
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Gruppe will Kiefermonokultur gegen den Autobahnausbau schützen

Die Besetzerinnen und Besetzer, nach eigenen Angaben zwischen 15 und 50 Jahren alt, setzen sich hingegen dafür ein, dass „Moni bleibt“ – Moni, das ist die Kiefermonokultur in dem Gebiet. Bereits eine Million Bäume, hießt es in dem Bericht, seien für Infrastrukturprojekte gefällt worden. Deutschlandweit gebe es derzeit in rund 15 Regionen Waldbesetzungen, allerdings gibt es im Osten des Landes nur die bei Stendal.

Aktivistinnen und Aktivisten erhalten Unterstützung von der Bevölkerung

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Während einige in der Region den Protest kritisch sehen und sich für eine Autobahnverbindung einsetzen, bekommen die Besetzerinnen und Besetzer auch viel Unterstützung. Laut „LVZ“ gibt es Anwohnerinnen und Anwohner, die ihnen Wäsche waschen, Essen und Wasserkanister bringen. Viele der Besetzerinnen und Besetzer leben von Spenden, einige seien aber auch nur am Wochenende da und gingen unter der Woche einer festen Arbeit nach. Unter jenen, die sich dauerhaft im Wald aufhalten, sind auch Studierende – dank Corona gibt es keine Anwesenheitspflicht mehr und Studieren sei mit Hotspots auch im „Moni“ möglich.

Auf eine mögliche Räumung bereitet sich die Truppe dennoch bereits vor. „Dann holen wir uns Essen auf die Baumhäuser, ziehen Leitern und Seile hoch und versuchen so lang wie möglich zu bleiben“, sagt eine Vermummte gegenüber der „LVZ“. Man wisse aus Räumungen etwa im Hambacher Forst, dass die Polizei nicht immer zimperlich unterwegs sei. Immerhin seien die Besetzer dort aber erfolgreich gewesen.

RND/msk

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