• Startseite
  • Panorama
  • Verbot spezieller Schwimmkappen für Afrohaar: Nach Kritik soll Entscheidung überdacht werden

Verbot spezieller Schwimmkappen für Afrohaar: Nach Kritik soll Entscheidung überdacht werden

  • Eine Firma stellt Badekappen für Menschen mit Afrohaar her, denen die üblichen Exemplare nicht richtig passen.
  • Doch der internationale Schwimmverband lässt die Kappen nicht für Wettkämpfe und damit auch nicht für Olympia zu.
  • Nach laut werdender Kritik soll diese Entscheidung nun noch einmal überdacht werden.
Anzeige
Anzeige

Beim Schwimmsport gehören Badekappen zur Ausrüstung dazu. Nun wurden Badekappen der Firma Soul Cap, die speziell für dickere Afrohaare gedacht sind, vom internationalen Schwimmverband (FINA) für den Gebrauch im internationalen Wettbewerb und damit auch für die anstehenden Olympischen Spiele in Tokio abgelehnt, wie unter anderem die britische Zeitung „Metro“ berichtet.

Als Begründung für die Ablehnung führt die FINA laut „Metro“ an, dass es keine Verwendung dafür gebe. Nach „bestem Wissen“ der Organisation würden „die Sportler, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen, Kappen dieser Größe oder Gestaltung weder brauchen noch verwenden“. Außerdem wurde demnach angeführt, dass die Badekappen nicht geeignet seien, da sie sich „nicht der natürlichen Form des Kopfes anpassen“.

Badekappenhersteller und schwarze Schwimmerinnen und Schwimmer enttäuscht

Die Ablehnung nimmt der Badekappenhersteller mit Enttäuschung zur Kenntnis – und sie sorgt auch anderweitig für Protest und Unverständnis. Die Firma schreibt auf Instagram zu der Entscheidung: „Wir haben gehofft, unsere Arbeit für die Vielfalt im Schwimmsport durch die Zertifizierung unserer Schwimmkappen für den Wettkampf weiter voranzutreiben, damit Schwimmerinnen und Schwimmer auf jedem Niveau sich nicht zwischen ihrem Lieblingssport und ihrer Frisur entscheiden müssen.“ Weiter heißt es dort von den beiden Gründern Michael Chapman und Toks Ahmed: „Für jüngere Schwimmerinnen und Schwimmer ist es entscheidend, sich in jungen Jahren einbezogen zu fühlen und sich selbst in einem Sport zu sehen.“ Die Ablehnung könne ihrer Meinung nach viele jüngere Athletinnen und Athleten davon abhalten, den Sport zu verfolgen.

Anzeige

Auch schwarze Schwimmerinnen und Schwimmer kritisierten die Entscheidung, die nun nach den laut werdenden Beschwerden und Vorwürfen noch einmal überdacht werden soll, wie „Metro“ in einem neuen Artikel berichtet. „FINA setzt sich dafür ein, dass alle Wassersportler Zugang zu geeigneter Badebekleidung für Wettkämpfe haben, wenn diese Badebekleidung keinen Wettbewerbsvorteil verschafft“, heißt es demnach in der Erklärung des Verbandes. Es sollen Gespräche mit dem Badekappenhersteller geführt werden.

RND/hsc

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen