Vater soll Sohn (10) mit Benzin übergossen und angezündet haben

  • In Hamburg soll ein Mann auf seine Ehefrau eingestochen und seinen Sohn (10) bei lebendigem Leib angezündet haben.
  • Alle drei schweben in Lebensgefahr.
  • Die Ermittler stehen vor der Frage: Wie kann eine Auseinandersetzung zwischen zwei getrennt lebenden Ehepartnern so eskalieren?
Anzeige
Anzeige

Hamburg. Nachdem ein Mann in Hamburg mehrfach auf seine Ehefrau eingestochen und in der Wohnung ein Feuer gelegt haben soll, gingen am Samstag die Ermittlungen am Tatort weiter. In dem Mehrfamilienhaus im Hamburger Stadtteil Lurup waren nach Polizeiangaben Beamte der Mordkommission, des Kriminaldauerdienstes und des Branddezernates im Einsatz. Sie sind auf der Suche nach den Hintergründen, dem Motiv und dem genauen Ablauf der Tat am Freitagabend.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der staatenlose 49-Jährige am Freitag zunächst die 40 Jahre alte Frau angegriffen und ihr Stich- und Schnittverletzungen zugefügt. Wenig später sei die Wohnung in Brand geraten. Dabei hätten der Vater und der zehn Jahre alte Sohn schwerste Brandverletzungen erlitten. Wie “Bild” berichtet, soll der Mann seinen Sohn mit Benzin übergossen und das Kind angezündet haben. Der Verdacht, dass er auch seinen Sohn umbringen wollte, stehe zumindest im Raum, so eine Polizeisprecherin. Konkrete Aussagen dazu könne sie zunächst aber noch nicht machen. “Die Ermittlungen vor Ort gehen gerade erst richtig los.”

Vater werden zwei versuchte Tötungsdelikte vorgeworfen

Anzeige

Vater, Sohn und die Mutter schweben den Angaben zufolge in Lebensgefahr. Die zwölfjährige Tochter hat eine Rauchgasvergiftung erlitten und ist schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Die Wohnung im zweiten Obergeschoss ist komplett ausgebrannt.

Durch die Rauchgase wurden nach Angaben der Feuerwehr zudem drei Polizisten, die als erstes am Brandort waren, leicht verletzt. Die Beamten wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Außerdem wurden 15 weitere Menschen aus dem fünfgeschossigen Haus geholt. Sie blieben unverletzt. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreute mehrere Augenzeugen, Ersthelfer und Familienangehörige.

Der Verdächtige wurde vorläufig festgenommen und wird nun polizeilich überwacht. Ihm werden zwei versuchte Tötungsdelikte und schwere Brandstiftung vorgeworfen.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen