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Niemand hat ihn vermisst: Mann liegt fast zehn Jahre lang tot in seiner Wohnung

  • In Oslo in Norwegen ist die Leiche eines Mannes in einer Eigentumswohnung gefunden worden.
  • Nach Ermittlungen der Polizei dauerte es neun Jahre und acht Monate, bis der Tote entdeckt wurde.
  • Der Mann hatte Familie – aber wollte offenbar keinen Kontakt zu ihr.
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Oslo. Mehr als neun Jahre lang hat ein Mann tot in seiner eigenen Wohnung in Norwegens Hauptstadt Oslo gelegen, ehe er durch Zufall entdeckt wurde. Das deckte der öffentlich-rechtliche Sender NRK nun auf. Unter dem Titel „Der Mann, der nie vermisst wurde“ heißt es, dass der Mann vermutlich am Hochzeitstag von Herzogin Kate und Prinz William gestorben ist – am 29. April 2011. Gefunden wurde er erst im Dezember 2020, wie am Samstag bekannt wurde.

Der Mann war Ende 60 und ist den Ermittlungen zufolge eines natürlichen Todes gestorben. Weil der letzte Brief in der Wohnung auf den 29. April datiert ist und die Milch im Kühlschrank Anfang Mai 2011 ablief, untersuchte die Polizei den Fall näher. Sie stellte fest, dass der Mann wohl fast zehn Jahre lang nicht vermisst worden war. Offenbar ist auch Nachbarn aus dem Mehrfamilienhaus im Osten der Stadt nichts aufgefallen. Laut Angaben der Polizei bezeichneten einige Nachbarn den Mann ohnehin als introvertiert und zurückgezogen, andere waren davon ausgegangen, dass er weggezogen sei.

Mann war verheiratet und hatte Kinder – doch wollte keinen Kontakt

Die Identität des Mannes will die Polizei geheim halten. Sie gab aber an, dass er in einem anderen Land geboren sei, geheiratet hatte, mehrere Kinder hatte und seit Jahren auf eigenen Wunsch keinen Kontakt mehr zur Familie hatte. Auch nach dem Tod des Mannes wollte die Familie sich gegenüber der Polizei nicht äußern. Der Mann war bereits Rentner und lebte in mehreren Wohnungen in der Hauptstadt, ehe er sich die Wohnung kaufte, in der er auch starb.

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Dass seine Leiche jahrelang unentdeckt blieb, hat wohl mehrere Ursachen. Neben den persönlichen auch die fehlende Zusammenarbeit verschiedener Behörden. Als der Briefkasten gefüllt war und der Mann nicht auf Hinweise der norwegischen Post reagierte, wurden ihm einfach keine Briefe mehr zugestellt. Behörden, die ihn erreichen wollten, darunter das Arbeitsamt im Jahr 2018, haben schnell aufgegeben.

Polizistin in Oslo: „Wir glauben, dass so etwas unmöglich ist“

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Im vergangenen Jahr fand ein Servicemann die Leiche – er wollte sich eigentlich wegen Wartungsarbeiten Zutritt verschaffen. „Wir denken viel daran, meine Kollegen und auch Menschen, die seit Jahren hier arbeiten. Das ist eine sehr spezielle Angelegenheit und wir haben uns die Frage gestellt, wie das geschehen konnte“, wird die Osloer Polizeisprecherin Grete Lien Metlid zitiert. „Eigentlich glauben wir, dass so etwas unmöglich ist“, sagt Metlid.

RND/msk

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