Schwarzen Jogger erschossen: Vater und Sohn wegen Mordes angeklagt

  • Die Tötung eines schwarzen unbewaffneten Joggers wurde erst durch ein Video der breiten Öffentlichkeit bekannt.
  • Nach einem Aufschrei des Entsetzens sind zwei Tatverdächtige festgenommen und angeklagt worden.
  • Sie sagen, sie hätten den Jogger für einen Einbrecher gehalten.
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Savannah. Nach dem Bekanntwerden eines Videos, das mutmaßlich die tödlichen Schüssen auf einen unbewaffneten Schwarzen im US-Staat Georgia zeigt, sind ein weißer Vater und sein Sohn festgenommen worden. Sie wurden am Donnerstag (Ortszeit) des Mordes an Ahmaud Arbery angeklagt, wie die Strafverfolgungsbehörde von Georgia (GBI) mitteilte. Das in dieser Woche aufgetauchte Handyvideo hatte landesweit für Entsetzen gesorgt.

Den weißen Tatverdächtigen wird vorgeworfen, im Februar in einem Vorort der Stadt Brunswick den 25-jährigen Arbery zunächst per Auto verfolgt und dann erschossen zu haben. Der tatverdächtige Vater Gregory M. (64) hatte der Polizei gesagt, er und sein Sohn Travis M. (34) hätten Arbery verfolgt, weil sie ihn für einen Einbrecher hielten. Arberys Mutter Wanda Cooper Jones sagte, sie glaubte, ihr Sohn, ein ehemaliger Football-Spieler, sei an dem Sonntagnachmittag im Februar joggen gewesen.

Video zeigt den Mord an dem schwarzen Jogger

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Die Tatverdächtigen "stellten sich Arbery mit zwei Feuerwaffen gegenüber. Während des Aufeinandertreffens schoss Travis M. auf Arbery und tötete ihn", ging aus der Mitteilung des GBI hervor. Weitere Details gab es zunächst nicht.

Auf dem Video ist zu sehen, wie ein schwarzer Mann in Jogging-Geschwindigkeit auf der linken Seite einer Straße unterwegs ist. Ein Auto steht auf der Straße vor ihm, ein Weißer steht auf der Ladefläche des Pick-ups ein anderer neben der offenen Fahrertür. Der Jogger wechselt die Seite, joggt an der Beifahrerseite entlang und bewegt sich vor dem Auto in Richtung linke Straßenseite.

Ein Schuss ist zu hören, dann zeigt das Video den Jogger in einer Auseinandersetzung mit einem Mann auf der Straße, der eine Schrotflinte oder ein Gewehr in der Hand hält. Ein zweiter Schuss ertönt und der Jogger schlägt den Mann. Aus kürzester Entfernung wird ein dritter Schuss abgefeuert, der Jogger taumelt und fällt mit dem Gesicht auf den Boden.

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Angehörige von Arbery äußerten sich erleichtert über die Festnahmen, zeigten jedoch auch Frustration über die lange Zeit, die seit der Tötung vergangen ist. "Das hätte an dem Tag passieren müssen, als es geschah", sagte Akeem Baker, einer von Arberys engen Freunden in Brunswick. "Ohne das Video wäre das gar nicht passiert."

“Das ist der erste Schritt in Richtung Gerechtigkeit”

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Benjamin Crump, ein Anwalt des Vaters des Getöteten, sagte, es sei "ungeheuerlich", dass die Festnahmen so spät passierten. "Das ist der erste Schritt in Richtung Gerechtigkeit", teilte er mit. "Dieses mörderische Vater-und-Sohn-Duo nahm das Gesetz in ihre eigenen Hände. Es ist eine Farce der Gerechtigkeit, dass sie für 74 Tage ihre Freiheit genossen, nachdem sie das Leben eines jungen schwarzen Mannes nahmen, der einfach nur joggen war."

Das GBI hatte die Untersuchungen auf Bitten eines auswärtigen Ermittlers begonnen. Die Tatverdächtigen befänden sich wegen des Verdachts auf Mordes und schwerer Körperverletzung in Untersuchungshaft. Der Vater, Gregory M., hatte als Ermittler für die Bezirksstaatsanwältin Jackie Johnson im Bezirk Glynn gearbeitet. Im vergangenen Jahr ging er in Rente. Johnson hatte sich wegen dieser Verbindung aus den Ermittlungen zum Fall zurückgezogen.

Ein Anwalt aus Brunswick, Alan Tucker, identifizierte sich am Donnerstag als diejenige Person, die das Video einem Radiosender zugespielt hatte. In einer Mitteilung gab er bekannt, er vertrete niemanden in dem Fall und habe das Video veröffentlichen wollen, "weil meine Gemeinde von falschen Anschuldigungen und Annahmen zerrissen wurde." Woher er das Video hatte, sagte er nicht.

RND/AP

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