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  • USA: Hochhaus in Miami eingestürzt – mindestens ein Toter, 99 Bewohner vermisst

Hochhauseinsturz in Miami: ein Toter, 99 Bewohner werden noch vermisst

  • In Miami stürzt ein zwölfstöckiges Haus ein, mindestens ein Mensch stirbt.
  • Die Zahl der vermissten Menschen, die in dem Gebäude wohnten, gibt die Polizei inzwischen mit 99 an.
  • Rettungskräfte suchen unter den Trümmern fieberhaft nach Überlebenden.
0:56 min
Ratlosigkeit und Unbehagen standen den Augenzeugen eines teilweisen Gebäudeeinsturzes in Miami im US-Bundesstaat Florida ins müde Gesicht geschrieben. Mitten in der Nacht brach ein mehrstöckiges Haus zum Teil in sich zusammen. Wie es dazu kommen konnte, war zunächst unklar und so wurden sicherheitshalber die benachbarten Hochhäuser evakuiert. Viele Menschen, darunter zahlreiche Hotelgäste, wurden aus dem Schlaf gerissen und fanden sich plötzlich im Pyjama auf der Straße wieder.  © Reuters
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Miami. Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohngebäudes nahe Miami Beach werden noch 99 Menschen vermisst, wie die Bürgermeisterin von Miami-Dade County, Daniella Levine Cava, am Nachmittag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz sagte. Die gute Nachricht sei aber, dass der Aufenthaltsort von 102 Bewohnern bekannt und sie in Sicherheit seien.

Mindestens ein Mensch war bei dem Unglück in der Nacht zu Donnerstag ums Leben gekommen, elf weitere wurden verletzt. 37 Menschen seien aus dem Gebäude befreit worden, teilte die Feuerwehr mit. Die Suche in den Trümmern ging am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) weiter.

Regen erschwert die Suche

„Wir werden nicht aufgeben“, sagte Surfsides Bürgermeister Charles Burkett. Die Retter seien rund um die Uhr im Einsatz. Allerdings habe Regen die Suche erschwert. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Toten deutlich steigen könnte, hieß es in Medienberichten.

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Miami-Date County Commissioner Sally Heyman hatte am Donnerstagvormittag (Ortszeit) dem Sender CNN noch gesagt, dass nach 51 Menschen, die in dem Gebäude wohnten, gesucht werde. Diese Personen hätten sich noch nicht gemeldet und konnten telefonisch bislang nicht erreicht werden.

Bürgermeister: Wohnhaus „buchstäblich wie ein Pfannkuchen“ zusammengefallen

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Auch Bürgermeister Burkett befürchtet viele weitere Opfer. Das Wohnhaus sei „buchstäblich wie ein Pfannkuchen“ in sich zusammengefallen. „Das ist herzzerreißend, weil es aus meiner Sicht nicht bedeutet, dass wir so erfolgreich wie erhofft sein werden, Menschen lebend zu finden“, sagte Burkett.

US-Präsident Joe Biden drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er betonte, dass die Katastrophenschutzbehörde bereit stehe falls in Florida der Notstand ausgerufen werde.

Immerhin konnte Raide Jadallah, Vize-Feuerwehrchef in dem Bezirk Miami-Dade, später melden, dass 35 Menschen aus den Trümmern gezogen worden seien. Einsatzkräfte suchten nach weiteren. Zunächst erklärte Bürgermeister Burkett, dass zehn Menschen vor Ort behandelt worden seien. Zwei seien in ein Krankenhaus gebracht worden, wo einer gestorben sei. Der örtliche Sender NBC 6 South Florida veröffentlichte ein Video, das zeigt, wie Feuerwehrleute einen Jungen aus den Trümmern des Gebäudes retten und auf eine Trage legen.

160 Menschen sollen in dem Gebäude gelebt haben

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Laut Medienberichten lebten mehr als 160 Menschen in dem Gebäude mit über 100 Eigentumswohnungen. Augenzeugenberichten zufolge sollen Schreie von Überlebenden unter den Trümmern hervorkommen. Laut Feuerwehr wurde ein Zentrum für Menschen eingerichtet, die nach vermissten Verwandten suchen.

Ein Teil des teilweise eingestürzten Gebäudes. © Quelle: Wilfredo Lee/AP/dpa

Polizei- und Feuerwehrkräfte aus gesamtem Stadtgebiet im Einsatz

Es seien zahlreiche Einsatzkräfte am Unglücksort, teilte die Feuerwehr auf Twitter mit. „Über 80 Einheiten der Berufsfeuerwehr sind mit Unterstützung der städtischen Feuerwehren vor Ort“, schreibt das Miami-Dade Fire Rescue (MDFR). Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Über die Ursache des Einsturzes war zunächst ebenfalls nichts bekannt.

Die Polizei von Miami Beach macht auf Twitter ähnliche Angaben zu dem Hauseinsturz. Polizei- und Feuerwehrkräfte aus dem gesamten Stadtgebiet seien im Einsatz.

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Unglücksort in Surfside nördlich der Stadtgrenze von Miami Beach

Den Polizeiangaben zufolge befindet sich der Unglücksort in Surfside in der Collins Avenue nördlich der Stadtgrenze von Miami Beach. Um 1.28 Uhr (Ortszeit) seien laut eines Berichts der Zeitung „The Miami Herald“ die Rettungskräfte verständigt worden, die Anwohner seien im Schlaf von dem Unglück überrascht worden.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein zwölfstöckiges Wohnhaus mit Meerblick nahe dem Strand, das als Champlain Towers bekannt ist. Es sei in den 1980er Jahren gebaut worden, schrieb „The Miami Herald“. Der Bereich um den Unglücksort ist abgesperrt.

Betroffen war offenbar ein Flügel des Wohnturms in L-Form. Haufen von Trümmern und Schutt umgaben die Gegend vor dem Gebäude, selbst zwei Blocks entfernt waren Autos von einer dünnen Schmutzschicht bedeckt - offenbar Ablagerungen der Staubwolke, die vom am Strand gelegenen Wohnhaus durch die Nachbarschaft waberte.

Durch den Einsturz lagen etliche Wohnungen im noch intakten Teil des Gebäudes offen da. Fernsehbilder zeigten Stockbetten, Tische und Stühle in den Innenräumen, deren Wände aufgerissen waren. Aus Gebäudeteilen hingen Klimaanlagen herunter, an anderen Stellen baumelten nackte Drähte. Bürgermeister Burkett zeigte sich fassungslos. „Ich lebe hier schon meines ganzes Leben, und noch nie habe ich so etwas erlebt.“

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RND/nis/seb/dpa/AP

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