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  • USA: Ehepaar schluckt Aquarienreiniger statt Malariamittel - Mann tot

Nach Aufruf von Trump: Mann trinkt Aquarienreiniger und stirbt

  • Ein Ehepaar aus Arizona wollte sich mit einem Malariamittel gegen Corona schützen.
  • US-Präsident Trump hatte zuvor über eine angeblich präventive Wirkung gesprochen.
  • Beide tranken jedoch aus Versehen Reinigungsmittel, der Mann starb.
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Hydroxy-Chloroquin hilft gegen akute Malaria und wird auch bei Patienten angewandt, die am Coronavirus erkrankt sind. Chloroquin-Phosphat hingegen ist Aquarienreiniger und hochgiftig.

Ein Ehepaar aus Arizona hat einen folgenschweren Fehler begangen, als es nur dem Vorschlag ihres Präsidenten Donald Trump folgen wollte: Der hatte Hydroxychloroquin als eine Art Prävention gegen das Coronavirus empfohlen - obwohl dessen Wirkung umstritten ist. Doch statt dem Malaria-Medikament nutzten Wanda und Gary Lenius das Reinigungsmittel mit dem ähnlich klingenden Namen - das in ihrem Regal stand.

Eheleute trinken Reinigungsmittel - weil sie es für Corona-Mittel hielten

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Die beiden hatten einen Teelöffel des Reinigers mit Sprudelwasser vermischt und getrunken, berichtet Wandy Lenius dem amerikanischen Fernsehsender “NBC”. “Wir hatten wirklich Sorgen, an Corona zu erkranken”, sagte sie. Kurz danach sei es beiden sehr schlecht gegangen, sie hätten beide Schwindel und Hitzewallungen bekommen. Sie habe sich auch übergeben müssen, ihr Mann hatte Probleme zu atmen, so die Seniorin.

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Sie rief den Notarzt und beide kamen in kritischem Zustand mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus. Doch für Gary Lenius kam die Hilfe zu spät: Der 68-Jährige verstarb am 22. März kurz nach der Einlieferung, während seine Frau sich damals noch in einem kritischen Zustand befand. Inzwischen geht es ihr gesundheitlich besser. Und sie warnt vor Aussagen von Trump: “Glaubt ihm und seinen Leuten nichts”, sagte sie.

Zahl an Vergiftungen nimmt in USA deutlich zu

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Laut “bild.de” ist die Anzahl an Vergiftungsfällen in den USA seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Gift-Hotlines berichteten vor allem über eine Zunahme von Fällen, in denen Kinder mit Desinfektionsmittel vergiftet wurden. Von Januar bis März gab es 17.392 Fälle von Vergiftungen mit Desinfektionsmittel in den USA, dazu kommen 28.158 mit Reinigungsmitteln - das sind 35 Prozent beziehungsweise 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ob das schon Auswirkungen von Trumps neuester Idee - Menschen Desinfektionsmittel zu injizieren - ist, ist unbekannt. Allerdings hatte die Giftzentrale im US-Bundesstaat Illinois bereits wenige Tage nach Trumps Vorstoß vermeldet, dass es einen “signifikanten Anstieg" an Notrufen gegeben habe.

RND/msk

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