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Frust über Waffengewalt

US-Präsident Biden nach Amoklauf: „Da ist eine Leere in deiner Brust“

Joe Biden, Präsident der USA, spricht im Weißen Haus über den Amoklauf an einer Grundschule in Uvalde im Bundesstaat Texas. Nach dem Massaker an einer Grundschule im Bundesstaat Texas hat US-Präsident Joe Biden schärfere Waffengesetze gefordert.

Nach dem Amoklauf an einer Grundschule in Texas hat US-Präsident Joe Biden seinem Frust über die politische Lethargie im Umgang mit der Waffengewalt im Land freien Lauf gelassen und mehr Entschlossenheit gefordert. „Wann in Gottes Namen werden wir der Waffenlobby die Stirn bieten“?, fragte Biden in einer Ansprache im Weißen Haus am Dienstagabend (Ortszeit). „Ich bin es leid. Wir müssen handeln.“

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Mindestens 19 Kinder wurden bei einem Amoklauf an der Robb Elementary School in Uvalde erschossen, wie aus einer aktuellen Mitteilung der texanischen Behörde für öffentliche Sicherheit hervorgeht. Zwei weitere Erwachsene seien getötet worden. Als Tatverdächtiger gilt ein 18-Jähriger, den ein Beamter der Grenzschutzpolizei erschossen haben soll.

Biden verwies in seiner Rede auf den unermesslichen Schmerz, den die Eltern der getöteten Kinder empfunden müssen. „Ein Kind zu verlieren ist so, als ob ein Stück deiner Seele herausgerissen wird“, sagte er, während First Lady Jill hinter ihm stand. „Da ist eine Leere in deiner Brust. Du hast das Gefühl, als ob du hineingesogen wirst und niemals in der Lage sein wirst, herauszukommen.“

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Biden äußerte sich kurz nach seiner Rückkehr von einer fünftägigen Asien-Reise. Zwei Tage vor seinem Abflug nach Südkorea hatte er sich mit Hinterbliebenen der zehn Todesopfer einer rassistisch motivierten Schusswaffenattacke in einem Supermarkt in Buffalo im Staat New York getroffen. „Solche Massenerschießungen passieren anderswo in der Welt selten“, erklärte Biden nun. „Warum wohl?“

Barack Obama: „Unser Land ist gelähmt“

Der frühere US-Präsident Barack Obama (60) hat nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen und Wut über die Waffenlobby geäußert. „Michelle und ich trauern mit den Familien in Uvalde“, schrieb Obama am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. „Sie erleben einen Schmerz, den niemand ertragen sollte.“ Er und seine Frau seien auch wütend, fügte der US-Demokrat hinzu und kritisierte in diesem Zusammenhang die oppositionellen US-Republikaner.

„Unser Land ist gelähmt, nicht durch Angst, sondern durch eine Waffenlobby und eine politische Partei, die keine Bereitschaft gezeigt haben, in irgendeiner Weise zu handeln, um diese Tragödien zu verhindern“, erklärte Obama. Er erinnerte an ein Massaker an der Grundschule Sandy Hook im Jahr 2012 und an eine weitere Tat in Buffalo, bei der ein Schütze diesen Monat in einem Supermarkt das Feuer eröffnet hatte. Es sei längst an der Zeit zu handeln, schrieb der Ex-US-Präsident. Dass Familien noch auf konkrete Maßnahmen warten müssten, sei eine weitere Tragödie. Michelle Obama (58) teilte den Post auf ihrem eigenen Twitter-Profil.

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Vizepräsidentin Kamala Harris fand ähnliche Worte. In solchen Momenten bekundeten die Leute, dass „unsere Herzen gebrochen sind“, sagte sie. „Doch unsere Herzen werden immer wieder gebrochen(...) und unsere gebrochenen Herzen sind nichts im Vergleich zu den gebrochenen Herzen dieser Familien.“ Auch Harris mahnte Gegenmaßnahmen an. „Wir müssen die Courage haben, zu handeln und sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passiert.“

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Neue Bewegungen in Waffendebatte?

Ob die Tragödie von Uvalde etwas an der politischen Dynamik in der Waffendebatte ändern wird, ist aber unklar. Schon nach dem Amoklauf an der Grundschule Sandy Hook in Newtown im Staat Connecticut, bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet wurden, gab es Appelle und politische Anläufe für ein schärferes Waffenrecht, die aber letztlich scheiterten. Wie umstritten das Thema ist, zeigte sich am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt der Republikanerin Herschel Walker, die sich um einen Senatssitz bewirbt: Als bei ihrer Veranstaltung ein Videoclip mit Bidens Aufruf zu mehr Waffenkontrolle eingeblendet wurde, buhte die Menge.

RND/AP/dpa

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