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  • US-Nationalfeiertag am 4. Juli: Mindestens 150 Menschen am Wochenende in den USA erschossen

Mindestens 150 Menschen am Wochenende des US-Nationalfeiertags erschossen

  • Rund um das Wochenende des US-Nationalfeiertags sind mehr als 150 Menschen in den Vereinigten Staaten erschossen worden.
  • Unter den Opfern ist auch ein Profigolfer.
  • In den USA kommt es regelmäßig zu tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen.
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Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten haben am 4. Juli den Nationalfeiertag der USA gefeiert. Doch auch in diesem Jahr sind zahlreiche Menschen an dem Wochenende ums Leben gekommen. Mehr als 150 Menschen wurden rund um den 4. Juli bei landesweit mehr als 400 Schießereien getötet. Das teilte das Gun Violence Archive mit.

Alleine in Chicago, der drittgrößten Stadt der USA, wurden 99 Menschen angeschossen, 17 von ihnen starben. Die Tageszeitung „Chicago Sun-Times“ betitelte es als das „gewalttätigste Wochenende des Jahres 2021″. Unter den Verletzten waren mindestens elf Kinder. Schon vor dem Wochenende bezeichnete der Polizeichef von Chicago das Feiertagswochenende als das „herausforderndste“ des Jahres. In der Metropole New York verzeichneten die Beamten 21 Schießereien. Insgesamt wurden 26 Menschen verletzt, vermeldete die „New York Post“.

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Profigolfer tot aufgefunden

Unter den Todesopfern vom Wochenende ist auch der Profigolfer Eugene Siller. Die Polizei hatte im US-Bundesstaat Georgia drei Leichen auf einem Golfplatz gefunden, darunter die des Sportlers. Siller wurde noch vor Ort für tot erklärt. Der oder die Schützen seien bisher nicht identifiziert worden und auf der Flucht, berichtete die Regionalzeitung „The Atlanta Journal-Constitution“ unter Berufung auf die Polizei.

Die Hintergründe des Vorfalls waren noch unklar – die Polizei machte dazu keine Angaben. Medien berichten unter Berufung auf Zeugen, dass der Truck auf den Golfplatz gefahren sei und Golfer Siller habe nachsehen wollen, was passiert sei. Dabei sei er erschossen worden. Der Präsident des US-Golfverband PGA, Jim Richerson, zeigte sich auf Twitter „untröstlich über den sinnlosen Mord“ an Gene Siller.

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Regelmäßig tödliche Zwischenfälle

Im Vergleich zu Europa ist das Waffenrecht in den USA sehr lax. Befürworter berufen sich auf den 1791 verabschiedeten zweiten Verfassungszusatz, der es ihrer Ansicht nach den Amerikanern erlaubt, Waffen zu tragen.

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Es kommt regelmäßig zu tödlichen Zwischenfällen mit Schusswaffen, die dort meist leicht zu kaufen sind. US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Schusswaffengewalt als „Epidemie“. Die Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete in ihrer jüngsten Statistik aus dem Jahr 2018 insgesamt 39.740 Schusswaffentote – also gut 100 Tote pro Tag. Bei rund 60 Prozent der Fälle handelte es sich um Selbsttötungen, bei rund 30 Prozent um Tötungsdelikte.

Zuletzt kündige Biden an, der zunehmenden Gewalt mit einem schärferen Vorgehen gegen gesetzwidrige Waffenverkäufe entgegenwirken zu wollen. Für eine Verschärfung der Waffengesetze bräuchte es allerdings den Kongress − und viele Republikaner lehnen dies ab. Die Waffenlobby ist in den Vereinigten Staaten sehr mächtig. Zwar haben Bidens Demokraten derzeit in beiden Kammern des US-Kongresses eine knappe Mehrheit, für weitreichende Gesetzesänderungen wären sie im Senat aber auf Stimmen einiger Republikaner angewiesen.

RND/max/dpa

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