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Urteile im Prozess um Einsturz-Tragödie in Riga - Angehörige entsetzt

  • Sechs Jahre nach dem Einsturz eines Supermarktdaches in Riga ist ein Bauingenieur zu einer Haftstrafe verurteilt worden, andere Verurteilte wurden freigesprochen.
  • Die Angehörigen zeigen sich entsetzt über das Urteil.
  • Sie bezeichnen es als “Farce”.
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Riga. Mehr als sechs Jahre nach dem Einsturz eines Supermarktdaches in Lettlands Hauptstadt Riga mit 54 Toten ist ein verantwortlicher Bauingenieur zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann wurde am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung und Verstößen gegen die Bauvorschriften vom zuständigen Gericht in Riga zu sechs Jahren Haft verurteilt. Gegen ihn wurde außerdem ein fünfjähriges Berufsverbot verhängt. Die anderen acht Angeklagten, die wie der Verurteilte ihre Schuld bestritten, wurden dagegen freigesprochen.

Die Angehörigen der Opfer zeigten sich entsetzt über das Urteil. "Das ist eine Farce", sagte die Vorsitzende des Hinterbliebenenverbands, Regina Locmele-Lunova, der lettischen Agentur Leta. "Wir haben alles erwartet, aber nicht, dass nur eine Person verurteilt wird und alle anderen freigesprochen werden". Einige Hinterbliebene verließen noch während der Verlesung des rund 850 Seiten umfassenden Urteils, gegen das Berufung eingelegt werden kann, demonstrativ den Gerichtssaal.

Schwerstes Unglück in Lettland seit Jahren

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Der Dacheinsturz am 21. November 2013 war das schwerste Unglück in Lettland seit der 1991 wiedererlangten Unabhängigkeit. Herabstürzende Deckenteile rissen 54 Menschen in den Tod, darunter drei Feuerwehrleute. Baufachleute kamen später zu dem Schluss, dass die Tragödie auf eine falsche Berechnung der Dachlast zurückzuführen war.

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Nach etwa zwei Jahren Ermittlungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft zog sich der Prozess mit 198 Anhörungen über fast vier Jahre hin. Es war einer der größten Prozesse in der Geschichte des Baltenstaats.

RND/dpa

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