Corona dominiert Vorschläge zum „Unwort des Jahres“

  • „Wirrologen“, „Grippchen“, „systemrelevant“: Bei der Wahl zum „Unwort des Jahres“ finden sich viele Begriffe aus der Corona-Pandemie.
  • Insgesamt gingen 500 verschiedene Vorschläge ein.
  • Auch die Themen Migration und Klimawandel spielen eine Rolle.
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Darmstadt. Nach dem „Wort des Jahres“ soll im Januar nun auch das „Unwort des Jahres“ gekürt werden. Auch hier ist nach Angaben der Jury der sprachkritischen Aktion die Corona-Pandemie das dominierende Thema. Bislang seien mehr als 1330 Einsendungen mit mehr als 500 unterschiedlichen Vorschlägen eingegangen, sagte die Sprecherin der Jury, Nina Janich, der Deutschen Presse-Agentur in Darmstadt. Rund 60 der Wörter würden einem der vier Unwort-Kriterien entsprechen.

Das „Unwort des Jahres“ soll am 12. Januar bekanntgegeben werden. Vorschläge können noch bis Ende Dezember an vorschlaege@unwortdesjahres.net eingeschickt werden. Ende November hatte die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache „Corona-Pandemie“ zum „Wort des Jahres“ gekürt.

„Unwort des Jahres“: Von Wirrologen und Ankerkindern

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„Es ist immer noch so, dass Corona und die Pandemie alle Einreichungen dominieren“, sagte Sprachwissenschaftlerin Janich. Auf den ersten Blick würden „Absonderung“, „Alarmist“, „Corona-Diktatur“, „Systemling“, „Wirrologen“, „Grippchen“ oder „systemrelevant“ den Kriterien entsprechen. Letzteres wurde im Zusammenhang mit empfundener mangelnder Wertschätzung bei Begrenzungen des Lockdowns mehr als 130 Mal eingereicht und stand auch auf der Liste der Top Ten der „Worte des Jahres“ als Begriff für Unternehmen und Berufsgruppen, die in der Corona-Krise als unverzichtbar eingestuft wurden.

Aber auch Vorschläge aus anderen Themengebieten kommen Janich zufolge als „Unwort des Jahres“ in Betracht. So gebe es beim Thema Migration „Abschiebepatenschaft“, „Ankerkinder“ oder „Migrationsabwehr“. Beim Thema Umweltschutz seien „Öko-Nazi“ oder „Verschmutzungsrechte“, beim Thema Antisemitismus „Opferanspruchsideologie“ vorgeschlagen worden.

„Unwort des Jahres“ soll für unangemessenen Sprachgebrauch sensibilisieren

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Die sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres“ möchte mit ihrer alljährlichen Aktion auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind.

Reine Schimpfwörter zählen nicht. Vorschläge müssen eines der Kriterien erfüllen. Die Jury richtet sich nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort. Das „Unwort des Jahres“ wird seit 1991 gekürt. Im vergangenen Jahr war es „Klimahysterie“.

RND/dpa

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