Unwetter in Frankreich und Italien: Deutsche Wanderer vermisst

  • Überschwemmungen und Unwetter haben für Chaos in Südfrankreich und Norditalien gesorgt.
  • Häuser wurden beschädigt, ein Feuerwehrmann wurde von einem Baum erschlagen.
  • Insgesamt gelten 19 Menschen in den beiden Ländern als vermisst, darunter auch eine Trekking-Gruppe aus Deutschland.
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Nizza/Venedig. Überflutete Dörfer, weggerissene Häuser, gesperrte Straßen: Unwetter und Überschwemmungen haben im Hinterland der südfranzösischen Ferienmetropole Nizza chaotische Zustände ausgelöst. Laut Medien wurden am Samstag mindestens acht Menschen vermisst, zuvor war von neun Menschen die Rede gewesen. Unter ihnen seien zwei Angehörige der Feuerwehr, die im Einsatz waren, wie der Nachrichtensender Franceinfo unter Berufung auf die Behörden berichtete.

Dramatisch war auch die Lage im benachbarten Norditalien. Ein freiwilliger Feuerwehrmann aus der Gemeinde Arnad im Aostatal starb bei einer Rettungsaktion durch einen umgestürzten Baum, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Auch in anderen Regionen wie in Ligurien und im Piemont richteten überschwemmte Flüsse und umgekippte Bäume starke Schäden an. Zahlreiche Menschen wurden nach Feuerwehrangaben vermisst. Zahlreiche Haushalte waren ohne Strom.

Nizzas Bürgermeister: “Unglück, wie ich es noch nicht erlebt habe”

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Der französische Regierungschef Jean Castex und Innenminister Gérald Darmanin eilten nach Nizza, um sich ein Bild in dem betroffenen Département Alpes-Maritimes zu machen. Der im ganzen Land bekannte Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, war sichtlich betroffen: "Wir sind mit einem Unglück konfrontiert, wie ich es im (Département) Alpes-Maritimes noch nicht erlebt habe." Der konservative Politiker kündigte laut Medien an, dass die Armee in der Region eingesetzt werden solle. Etwa 100 Häuser seien in der Region zerstört oder beschädigt worden, so Estrosi.

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Der Abgeordnete Éric Ciotti sprach von "Horrorszenen". Sein Heimatdorf Saint-Martin-Vésubie in den Bergen nördlich von Nizza sei teilweise zerstört worden. Laut Medien wurde der Friedhof des Ortes fortgerissen.

Deutsche Trekking-Gruppe wird in Piemont vermisst

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Viele Straßen der Region mit tief eingeschnittenen Gebirgstälern waren nicht mehr passierbar. Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Am dem Flughafen Nizza laufe der Flugbetrieb wieder normal, teilte der Airport via Twitter mit.

In der norditalienischen Region Piemont meldeten die Behörden elf Vermisste. Auch eine deutsche Trekkinggruppe habe sich zunächst nicht bei einem Hotelier gemeldet, der sie nach einer mehrtägigen Tour bei Terme di Valdieri abholen sollte, hieß es in Berichten. Im Aostatal waren einige Orte nach Erdrutschen und Brückenschäden zeitweise vom Verkehr abgeschnitten.

Wetterlage beruhigt sich am Samstagmorgen vielerorts wieder

Es gab Hunderte von Noteinsätzen in den italienischen Unwettergebieten seit Freitagabend. Tunnel wurden durch Wassermassen überflutet und Straßen mussten gesperrt werden. Besonders heftig traf es dabei die piemontesische Provinz Cuneo. Am Samstagmorgen hatte sich die Wetterlage in vielen Teilen im Nordwesten an der französischen Grenze wieder etwas beruhigt, hieß es im Fernsehen.

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Die Schlechtwetterfront zog auch in Richtung Venetien. In Venedig wurde die neue Hochwasserschutzanlage Mose hochgefahren, wie Ansa schrieb. Die Tore der Flutschleusen an den Öffnungen der Lagune seien in Betrieb genommen worden. Die neu gebaute Anlage war in den vergangenen Monaten ausgiebig getestet worden. Sie soll schlimme Hochwasser in der Lagunenstadt verhindern.

Emmanuel Macron drückt Mitgefühl über Twitter aus

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach Menschen, die vom Herbststurms "Alex" getroffen wurden, via Twitter sein Mitgefühl aus. Der Sturm hatte in der Bretagne im Nordwesten des Landes erhebliche Schäden verursacht. "Gemeinsam werden wir diese Bewährungsprobe bestehen", schrieb der 42-Jährige.

Unwetter mit schweren Folgen sind in Südfrankreich keine Seltenheit. Im Herbst vergangenen Jahres kamen 14 Menschen ums Leben. Die dicht bebaute Côte d'Azur wurde genau vor fünf Jahren von schweren Unwettern getroffen, 20 Menschen starben damals. Nizza und die Côte d'Azur sind insbesondere in den Sommermonaten bei Urlaubern beliebt, auch aus Deutschland. Die Corona-Krise beeinträchtigt jedoch seit dem Frühjahr den Tourismus, der für die Region eine wichtige Einnahmequelle ist.

RND/dpa

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