• Startseite
  • Panorama
  • Unwetter in Deutschland: Überflutete Straßen, Autounfälle und gekenterte Boote

Überflutete Straßen, Autounfälle und gekenterte Boote: So war das Unwetter am Samstag

  • Das Unwetter ließ auch in der Nacht zum Sonntag nicht nach.
  • Feuerwehr und Polizei mussten am Samstag in ganz Deutschland aufgrund der Regenfälle ausrücken.
  • Auf dem Bodensee kenterten drei Boote. In Stuttgart musste der Bereich um den Hauptbahnhof wegen Überschwemmungen abgesperrt werden.
Anzeige
Anzeige

In weiten Teilen Deutschlands berichten Polizei- und Feuerwehrstellen von wetterbedingten Einsätzen, gerade die Mitte und der Süden der Bundesrepublik waren am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag stark betroffen. Vielerorts stand das Wasser aufgrund der heftigen Niederschläge auf den Straßen und Keller mussten abgepumpt werden. Blitze schlugen ein, Starkregen flutete Keller und Unterführungen, Autos wurden weggeschwemmt.

Schlimm betroffen war der Ortsteil Mosbach in der thüringischen Gemeinde Wutha-Farnroda, wo am Freitagabend eine Flutwelle kniehoch durch den Ort geströmt war und Häuser, Gärten und Garagen geflutet hatte. Mehrere Autos wurden weggeschwemmt, aus drei davon mussten Menschen befreit werden. Der Bürgermeister rechnete mit Schäden in Millionenhöhe, bei einem Gebäude wurde ein Teilabsturz durch einen Hangrutsch befürchtet.

Landstraße in Thüringen kurzzeitig gesperrt

Anzeige

Zwei Menschen wurden bei einem Unfall leicht verletzt, nachdem ein Fahrer auf der Autobahn in der Nähe von Fulda die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte und von der Straße abgekommen war. Das Auto überschlug sich. Auf der A 9 zwischen Triptis (Saale-Orla-Kreis) und Lederhose (Landkreis Greiz) kam es aufgrund des plötzlich einsetzenden und teilweise heftigen Regens nach Angaben der Polizei zu gleich drei Unfällen in kurzer Zeit. Die L 3144 bei Alsfeld-Eifa (Vogelsbergkreis) war aufgrund von Überflutung kurzzeitig gesperrt.

Auch in Hennef in Nordrhein-Westfalen kam es nach einem Unwetter am Freitagabend zu Hangrutschungen. Ein Auto wurde in einen Bach gespült, das Gelände eines Schwimmbads mit Schlamm und Geröll bedeckt, eine durch den Wald verlaufende Straße an einer Seite nahezu komplett unterspült.

Die Häuser in Gebroth sind nach dem Unwetter von Hochwasser umgeben. Unwetter haben Einsatzkräften in Rheinland-Pfalz viel Arbeit beschert. Vielerorts sind in Rheinland-Pfalz Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. © Quelle: Sebastian Schmitt/dpa

Drei Boote kentern auf dem Bodensee

Anzeige

Über den Bodensee peitschten am Samstag starke Böen, dabei kenterten zwei Katamarane und eine Jolle, wie die Wasserschutzpolizei am späten Samstagabend mitteilte. 1,2 Kilometer von der Hafen­einfahrt Ultramarin wurde ein Katamaran von einer Böe erfasst. Nachdem er gekentert war, konnten sich die vier schweizerischen Besatzungsmitglieder selbstständig auf die beiden Kiele retten, verletzt wurde niemand.

400 Meter vor dem Yachthafen kenterte eine Jolle aufgrund eines missglückten Wendemanövers. Beide Personen, Vater und Sohn, fielen hierbei ins Wasser. Beim Aufrichten der Jolle wurde der Vater fort­getrieben, konnte aber von der passierenden „MS Baden“ aufgenommen und nach Meersburg gebracht werden. Er wurde vorsorglich wegen des Verdachts auf eine leichte Unterkühlung ins Krankenhaus verbracht. Auch im österreichischen Seebereich kenterte ein Katamaran – dabei wurde niemand verletzt.

Anzeige

Straßen um Stuttgarter Hauptbahnhof gesperrt

Auch am Hauptbahnhof in Stuttgart stand das Wasser zeitweise bis zu 30 Zentimeter hoch, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag mitteilte. In der Stadt starb zudem ein 65-Jähriger, als am Freitag auf einer Baustelle ein unterspültes Gerüst mehrere Arbeiter mit sich riss. In Düsseldorf wurde eine Zwölfjährige schwer verletzt, nachdem ein Blitz am Freitagabend nahe ihrer Radfahrer-Gruppe eingeschlagen hatte. Das Mädchen erlitt vermutlich einen Stromschlag und stürzte auf die Straße, wo es von einem Auto erfasst wurde.

Am frühen Samstagabend kam das Unwetter in Leipzig an - wegen Überschwemmungen wurden Hauptverkehrsstraßen gesperrt, Busse konnten nicht mehr fahren und so war der Nahverkehr zwischenzeitlich eingeschränkt, schreibt die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ). Auf der A39 kam es zu einem Verkehrsunfall wegen Aquaplanings. Die beiden Insassen des Unfallautos kamen zur Kontrolle ins Krankenhaus.

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".

Im Zwickauer Land in Sachsen wurde eine Straßenunterführung unter der Autobahn 4 geflutet. „Ein Auto stand bis zur Oberkante im Wasser und musste abgeschleppt werden“, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Auch eine Unterführung an einer Abfahrt der Bundesstraße 93 musste wegen meterhoher Wassermassen gesperrt werden.

In vielen Orten musste die Feuerwehr binnen kurzer Zeit etliche Male ausrücken. Allein in Osthessen gab es Hunderte Einsätze - im Landkreis Fulda im Laufe des Samstagnachmittags schon 330. Dabei ging es vor allem um überflutete Straßen, herausgedrückte Gullydeckel und vollgelaufene Keller. Auf den Autobahnen rund um Fulda ereigneten sich zudem vier Unfälle, wie die Polizei mitteilte. Auch in anderen Regionen Deutschlands kam es zu zahlreichen wetterbedingten Verkehrsunfällen. Die meisten verliefen glimpflich.

Anzeige

85 Einsätze für die Feuerwehr im Frankfurter Stadtgebiet allein am Samstagabend

Mehr als 200 Mal sind Einsatzkräfte aufgrund von Gewitter und Starkregen in Frankfurt am Main von Donnerstagabend bis Samstag­nachmittag ausgerückt. Wie die Polizei am Samstagabend mitteilte, wurde die Feuerwehr allein am Donnerstagabend in kürzester Zeit zu 85 Einsätzen gerufen. Hierbei ging es zum Großteil um vollgelaufene Keller, überflutete Unterführungen und Straßen sowie vereinzelt auch um umgestürzte Bäume.

Anzeige

Auch in Niederbayern kam es zu Autounfällen, überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Nach Angaben der Polizei wurde der Großteil der rund 20 Einsätze am Samstag im Bereich Kelheim und Landshut verzeichnet. Mehrere Fahrzeuge gerieten auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern, einige kamen von der Straße ab oder krachten gegen Leitplanken. Mindestens eine Person wurde dabei leicht verletzt, wie die Polizei am späten Samstagabend mitteilte. Im Landkreis Dingolfing fing ein Strommast Feuer, nachdem dort ein Blitz eingeschlagen war. Verletzt wurde dabei niemand. In Oberfranken musste die Feuerwehr im Landkreis Forchheim ausrücken: Hier kam es zu einem Erdrutsch.

Gewitter unterbricht Live-Video mit No Angels

Ein Gewitter hatte auch Folgen für einen RTL-Livestream. Eigentlich wollten die No Angels am Freitagabend dort über ihre Zukunft als Girlgroup sprechen. Doch ein heftiges Gewitter machte den Frauen einen Strich durch die Rechnung - das Interview wurde unterbrochen. „Bei einem so großen Unwetter kann es schon mal vorkommen, dass die Verbindung der Zellen nicht mehr funktioniert“, erklärte ein Techniker auf der Website des Kölner Senders. „Genau das war heute das Problem, zu viele Zellen waren nicht mehr miteinander verbunden und unsere Sendung konnten wir nicht komplett live übertragen.“ Später wurde das Interview dann noch auf rtl.de eingestellt.

Starker Regen auch noch in der Nacht zu Montag

Im niedersächsischen Uslar kam es am Freitagabend zu einem Erdrutsch, bei dem ein geparktes Auto von Schlammmassen begraben und zerstört wurde. Darüber berichtet das „Göttinger Tageblatt“.

Der DWD rechnet auch am Sonntag mit weiteren Gewittern und starken Regenfällen. Im östlichen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt über Thüringen und Westsachsen bis nach Bayern sowie im Osten Baden-Württembergs soll es im Laufe des Sonntags weiter zu einzelnen kräftigen Gewittern begleitet von heftigem Starkregen kommen. In der Nacht zum Montag soll das Gewitter nachlassen – doch der Regen lässt vorerst nicht nach. Zum Start in die neue Woche soll es laut Wetterdienst DWD weiter warm bleiben, in der Mitte und im Süden Deutschlands können erneut Unwetter niedergehen. Erst für Mittwoch stellen die Meteorologen eine Wetterberuhigung in Aussicht.

RND/dpa/goe

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen