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Unschuldig verurteilt: US-Amerikaner darf nach 32 Jahren Gefängnis verlassen

  • Gilbert Poole sitzt wegen Mordes 32 Jahre in einem Gefängnis in Michigan.
  • Jahrzehntelang kämpft er gegen den Schuldspruch an, wälzt sogar selber Gesetzesbücher.
  • Nun erklärt ein Richter das Urteil für falsch. Poole könnte eine Millionen-Entschädigung bekommen.
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Detroit. Nach 32 Jahren im Gefängnis ist das Mordurteil gegen einen Häftling in den USA aufgehoben worden. Ein Richter in Oakland erklärte das Urteil am Mittwoch für falsch, Stunden später verließ der 56-jährige Gilbert Poole das Gefängnis in Jackson (Michigan). Er hatte jahrelang gegen den Schuldspruch gekämpft und war dabei vom Innocence Project der Western Michigan University unterstützt worden.

Freundin und Zahnarzt belasteten Poole

Poole wurde vorgeworfen, 1988 einen Mann in einem Wald bei Detroit erstochen zu haben. Seine Freundin sagte der Polizei, er habe die Tat ihr gegenüber eingeräumt. Ein Zahnarzt erklärte, eine Bissspur am Opfer stamme von Poole. 2015 ordnete ein Berufungsgericht an, das 1988 von der Polizei sichergestellte Material auf DNA-Spuren zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass damals gefundene Blutspuren weder zu Poole noch zum Opfer gehörten.

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Pooles Anwältin Marla Mitchell-Cichon räunte ein, zeitweise sei ihr eine Freilassung unerreichbar vorgekommen. „Wir sind begeistert, dass die Wahrheit endlich herausgekommen ist“, sagte sie.

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Unschuldig Verurteilter könnte 1,6 Millionen Dollar erhalten

Poole sah höhere Mächte am Werk. Er habe jahrzehntelang gelesen, gelernt und Gesetzestexte gewälzt, doch nichts habe geholfen. „Erst als ich mich einer höheren Macht anvertraute und Gott einsprang und mir eine Schar von Engeln schickte, um über die Regeln und Vorschriften hinwegzublicken und zu sehen, wer im Schmelzofen stand. - Ich stand im Schmelzofen. Ich gehörte nicht hierher“, sagte er.

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Generalstaatsanwältin Dana Nessel ging nicht darauf ein, ob Poole nach einem Programm des Staates Michigan für fälschlich Verurteilte entschädigt wird. Dieses sieht 50.000 Dollar (gut 41 000 Euro) pro Haftjahr vor. Für Poole wären das also 1,6 Millionen Dollar.

RND/AP

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