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„Unerträgliche Ignoranz“: Hat Marine bei Manöver Dutzende geschützter Wale getötet?

  • Im August hatte die Bundesmarine bei einem Nato-Manöver 42 Grundminen in der deutschen Ostsee gesprengt.
  • In einem Umkreis von jeweils zehn bis 30 Metern sei alles Leben vernichtet worden, klagt jetzt der Nabu.
  • Der Vorfall sei unerträglich und offenbare das Ignorieren geltenden Naturschutzrechts.
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Die Sprengung von 42 Grundminen in der deutschen Ostsee im vergangenen August hatte nach Ansicht des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) katastrophale Folgen für die Umwelt. Eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Bundesregierung habe ergeben, dass jede Mine einen fünf Meter breiten und 1,5 Meter tiefen Krater in streng geschützte Riffe gerissen habe, wie der Nabu am Wochenende mitteilte. In einem Umkreis von jeweils zehn bis 30 Metern sei alles Leben vernichtet worden.

Komplettversagen der Politik

Noch wisse niemand, wie viele Schweinswale tatsächlich während der Fortpflanzungszeit verletzt oder getötet wurden. 18 Totfunde der streng geschützten Meeressäuger seien im fraglichen Zeitraum bekanntgeworden. „Der Vorfall ist unerträglich und offenbart das Ignorieren geltenden Naturschutzrechts und unzureichende Umweltstandards der Marine ebenso wie das Komplettversagen der Politik im Umgang mit dem Problem der Kriegsaltlasten“, heißt es in der Erklärung des Nabu.

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1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition

Im August hatte die Bundesmarine bei einem Nato-Manöver 42 Grundminen in der deutschen Ostsee gesprengt, 39 davon im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt. Mehr als 1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition liegen Nabu-Angaben zufolge in der deutschen Nord- und Ostsee. Die Munitionshülsen korrodieren, gefährliche Giftstoffe reichern sich in der Meeresflora und -fauna an und erreichen über die Nahrungskette auch den Menschen. Zuletzt hatte die Umweltministerkonferenz den Beschluss gefasst, ein gemeinsames Konzept zur Munitionsräumung zu erarbeiten.

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RND/EPD